Thurnau

Von der berührenden Liebe zweier Berühmtheiten

Katharina Müller-Sanke "Ich habe Einblicke in die berührende Liebe von legendären Berühmtheiten erhalten, die anfangs noch wie ferne Sterne am Himmel ungreifbar schienen, dann aber schnell vertraut un...
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Leslie Malton las aus den Briefen Clara Schumanns.  Foto: K. Müller-Sanke
Leslie Malton las aus den Briefen Clara Schumanns. Foto: K. Müller-Sanke
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Katharina Müller-Sanke "Ich habe Einblicke in die berührende Liebe von legendären Berühmtheiten erhalten, die anfangs noch wie ferne Sterne am Himmel ungreifbar schienen, dann aber schnell vertraut und lieb wurden - sind sie uns doch in ihrem Fühlen und Denken so ähnlich." Eva-Maria Dannhorn, die Geschäftsführerin des Wilhelm-Kempff-Festivals, hat sich durch Tausende Briefe unter anderem von Clara und Robert Schumann gelesen, Handschriften entziffert und Archive gewälzt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Pianisten Ingo Dannhorn, hat sie auf Grundlage der Briefe das Programm des Festivals 2019 zusammengestellt.

Das Ergebnis der Arbeit waren zwei Abende rund um die Liebe. Der erste über Ludwig van Beethoven und seinen Briefwechsel mit der Gräfin von Deym (wir berichteten). Und ein zweiter eben über die junge, frische, starke und stetig weiter wachsende Liebe von Robert und Clara Schumann. "Wie macht einen die Liebe auch so empfänglich für das Schöne ... Die Musik ist jetzt ein ganz anderes Ding für mich als ehemals. Wie selig, wie sehnsüchtig stimmt sie - es ist unbeschreiblich," so schreibt Clara Wiecks an ihren späteren Mann Robert Schumann.

Kindlicher Übermut

Die beiden kannten sich schon seit Claras Kindheit, als Robert Schumann bei Claras Vater Klavierunterricht hatte. Aus den Zeilen, die sie sich ab dem Jugendalter schrieben, spricht zunächst kindlicher Übermut und später der immer festere und klarere Drang nach einem gemeinsamen Leben. Aus den Briefen Claras las Leslie Malton, die sehr kurzfristig für die erkrankte Alina Levshin eingesprungen war.

Aus dem Lautsprecher ertönte dazu die Stimme von Hubert Bengsch, der aus den Briefen Robert Schumanns zitierte.

Musikalisch unterstrich Ingo Dannhorn am Klavier mit Kompositionen des Ehepaars Schumann die leichte, heitere und dennoch innige Beziehung der Liebenden.

Mit dem Festival wird in Thurnau des großen Komponisten und Pianisten Professor Wilhelm Kempff gedacht. Ingo Dannhorn hat als Enkelschüler Kempffs eine besondere Beziehung zu dem ehemaligen Bewohner des Thurnauer Schlosses. Ihm ist besonders daran gelegen - wie einst Kempff - mit der Musik Geschichten zu erzählen.

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