Heiligenstadt

Von der Bank ins nächste Auto

Die beiden neuen Mitfahrbänke in Heiligenstadt sollen dem ÖPNV keine Konkurrenz machen. Ziele sind Königsfeld, Aufseß und Unterleinleiter.
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Die Bürgermeister mit den Schildern für die neuen Mitfahrbänke in Heiligenstadt (von links): Gerhard Riediger, Helmut Krämer und Ludwig Bäuerlein Foto: Carmen Schwind
Die Bürgermeister mit den Schildern für die neuen Mitfahrbänke in Heiligenstadt (von links): Gerhard Riediger, Helmut Krämer und Ludwig Bäuerlein Foto: Carmen Schwind

Nun gibt es auch in Heiligenstadt Mitfahrbänke. Am Montag wurden die beiden bunten Bänke an der Hauptstraße offiziell in Betrieb genommen. "Heiligenstadt bemüht sich auch mit kleinen Schritten, die lokale Mobilität zu verbessern", meinte Erster Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit).

Neben dem Bürgerbus und einer weiteren Freizeitlinie stehen den Bürgern nun Mitfahrbänke zur Verfügung, die von behinderten Menschen des Diakoniewerks Neuendettelsau gefertigt wurden.

Auch Aufseß erhält Bänke

Statt zu trampen, wählen die Bürger ein Schild mit der Aufschrift, wohin sie fahren wollen, aus. Zielorte von Heiligenstadt aus sind Königsfeld, Aufseß und Unterleinleiter. Dann können sie auf der Bank Platz nehmen und warten, bis sie von einem freundlichen Autofahrer mitgenommen werden. Eine der Bänke testeten die Bürgermeister Krämer, Gerhard Riediger (NWG) aus Unterleinleiter und Ludwig Bäuerlein (CSU) aus Aufseß sowie Bambergs Landrat Johann Kalb (CSU) gleich aus - wurden jedoch nicht mitgenommen.

Solche Bänke gibt es im Landkreis Forchheim bereits seit etwa einem Jahr. Zum Beispiel in Unterleinleiter. Dort konnte Gerhard Riediger Wanderer sitzen sehen, die innerhalb von drei Minuten mitgenommen wurden. Allerdings monierte er, dass die Gemeinde immer für alles haftbar gemacht werden soll. In Unterleinleiter übernimmt diese ausschließlich die Verkehrssicherungspflicht um die Bänke herum. Wenn jemand einen Anhalter mitnimmt, ist der Autofahrer verantwortlich.

13 Gemeinden sind dabei

Die Mitfahrbänke sollen keine Konkurrenz zum Öffentlichen Nahverkehr sein. In manchen Orten im Landkreis Forchheim wurden Plüschtiere auf die Bänke gesetzt, und in Bürgerversammlungen wurde deren Aufstellen abgelehnt. Bald wird es auch in Aufseß Mitfahrbänke geben, so dass Bürger aus Heiligenstadt auf diese Weise auch wieder nach Hause kommen. Ludwig Bäuerlein sagte, dass es viele Bürger gebe, die von Aufseß nach Heiligenstadt zum Arzt oder zum Einkaufen fahren. Landrat Kalb berichtete, dass sich im Landkreis Bamberg 13 Gemeinden für das Projekt gemeldet haben. Hier werden die Bänke vom Landkreis bezahlt. Ein Set mit Schildern kostet 1000 Euro. Der Landkreis hat im aktuellen Haushalt ein Budget von 25 000 Euro eingeplant. Derzeit wurden bereits und werden aktuell 40 Mitfahrbänke im Landkreis Bamberg aufgestellt.

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