Haßfurt
Fortbildung

Von den Rechten und Pflichten des Betreuers

Christiane Reuther In Bayern werden 170 000 Menschen betreut, die aufgrund einer psychischen Erkrankung, einer Veränderung der geistigen Leistungsfähigkeit ...
Artikel drucken Artikel einbetten
Im Landkreis Haßberge gibt es sehr viele Menschen, die sich als ehrenamtlicher Betreuer engagieren. Sie wurden zu einer Fortbildung ins Landratsamt eingeladen. Landrat Wilhelm Schneider (vorne, Zweiter von links) würdigte die Arbeit der ehrenamtlichen Betreuer.
Im Landkreis Haßberge gibt es sehr viele Menschen, die sich als ehrenamtlicher Betreuer engagieren. Sie wurden zu einer Fortbildung ins Landratsamt eingeladen. Landrat Wilhelm Schneider (vorne, Zweiter von links) würdigte die Arbeit der ehrenamtlichen Betreuer.
Christiane Reuther

In Bayern werden 170 000 Menschen betreut, die aufgrund einer psychischen Erkrankung, einer Veränderung der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung auf rechtliche Vertretung in verschiedenen Lebensbereichen angewiesen sind. Die Betreuungsstelle des Landratsamtes Haßberge hatte mit dem Betreuungsverein "Netzwerk" Haßberge alle ehrenamtlich tätigen Rechtsbetreuer sowie Bevollmächtigte und Interessierte zu einer Fortbildungsveranstaltung eingeladen.
Als Referent machte Sozialpädagoge Bernd Hermann vom Betreuungsverein "Netzwerk" den undurchsichtigen Weg der ehrenamtlichen Rechtsbetreuung etwas transparenter.
Das Ehrenamt bezeichnete Landrat Wilhelm Schneider als eine Chance für viele Betroffene, die durch eine maßgeschneiderte, persönliche Betreuung unterstützt werden. Derzeit werden im Landkreis Haßberge 62 Prozent der Betreuungen von Ehrenamtlichen geführt.


Intensives Kümmern

Ehrenamtliche Betreuer können sich in vielen Fällen persönlicher und intensiver um Menschen kümmern. Sie kommen meist aus dem Kreis der Familie oder handeln als sozial engagierte Bürger.
Im Landkreis beläuft sich der Anteil wegen der steigenden Zahl von psychischen und körperlichen Erkrankungen bei unter 40-jährigen Betreuten auf 26 Prozent.
Im Mittelpunkt steht die Wahrung des Selbstbestimmungsrechts der betreuten Person. Deren Wünsche und Vorstellungen sollen möglichst berücksichtigt werden. Deshalb möchte der Landkreis die engagierten Bürger nicht alleine lassen. Die Betreuungsstelle am Landratsamt und der Betreuungsverein "Netzwerk" stehen bei allen Fragen mit Fachwissen zur Seite.
In dem staatlich anerkannten Betreuungsverein "Netzwerk" Haßberge übernehmen hauptberufliche Betreuer auf der Grundlage des Betreuungsrechtes die rechtliche Vertretung für hilfebedürftige Menschen. Der Verein informiert über Betreuungen, Vollmachten und Patientenverfügungen. Bernd Hermann informierte über die Aufgaben als Rechtsbetreuer.


Aspekt der Selbstbestimmung

Den betreuten Menschen werde unter Wahrung der Grundrechte auf Würde und Selbstbestimmung die nötige Unterstützung angeboten, wobei das Wohl des Betreuten im Mittelpunkt stehe. Der Referent erläuterte die Aufgabenkreise. Die zu regelenden Angelegenheiten können je nach individueller Situation sehr unterschiedlich sein. Die Betreuung kann für den Bereich der Gesundheit, des Vermögens, der beruflichen Rehabilitation, der Vertretung gegenüber Behörden oder der Wohnungsangelegenheiten angeordnet werden. Die Bestellung einer Betreuung habe keinen Einfluss auf die Geschäftsfähigkeit. Entscheidungen würden von den Betreuern in Absprache mit den Betroffenen den Wünschen entsprechend getroffen. Die Anordnung einer Betreuung erfolgt durch das Amtsgericht. Wo man als Betreuer Unterstützung bekommt und welche Rechte und Pflichten auftreten, wurde auch besprochen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren