Kronach

Von Cranach bis Dürer

Ab Montag, 3. Juni, ist im Landratsamt Kronach eine Gemälde-Ausstellung des Hobbymalers Harald Popig aus Stockheim zu sehen. Diese kann bis 28. Juni besucht werden.
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Der Stockheimer Harald Popig bei der Arbeit an Lucas Cranachs "Madonna unter Tannen" Foto: Gerd Fleischmann
Der Stockheimer Harald Popig bei der Arbeit an Lucas Cranachs "Madonna unter Tannen" Foto: Gerd Fleischmann

In der Galerie im Landratsamt Kronach präsentiert ab Montag, 3. Juni, 17 Uhr, der Stockheimer Harald Popig eine außergewöhnliche Gemäldeausstellung: Der 1942 in Schlesien geborene Hobbymaler, besser bekannt als einer der erfolgreichsten bayerischen Langläufer, überrascht mit Motiven alter Meister, die die Museen der ganzen Welt bereichern. Und vom Glanz dieser berühmten Maler profitiert für einige Wochen das Landratsamt Kronach. Zu sehen sind unter anderem Dürer, Raffael, Rubens, Rembrandt und Botticelli. Ebenfalls zieren einige Werke von Lucas Cranach, unter anderem "Madonna unter Tannen", "Salome" und "Ruhe auf der Flucht", die Galerie.

Autodidaktischer Künstler

Harald Popig, der 1945 als Heimatvertriebener in Stockheim eine zweite Heimat fand, zeichnete und malte schon während seiner Jugendzeit gerne, konnte aber nie einen Malkurs besuchen. Bereits in der Volksschule wurden die Lehrer auf sein Talent aufmerksam. Zunächst entstanden mit feinem Strich Tuschezeichnungen aus dem historischen Umfeld von Stockheim. Ein beliebtes Motiv war vor allem die Katharinazeche. Der ehemalige Steinkohlenbergbau im Haßlachtal wird auch bei der Kronacher Ausstellung nicht fehlen, denn das Werk des bekannten Kronacher Künstlers Lorenz Kaim, der 1880 die König-Ludwig-Zeche mit acht Details malte, kann ebenfalls bewundert werden. In die Reproduktion hat Harald Popig an die 100 Stunden investiert. Erst im Ruhestand fand der Autodidakt die nötige Muße für das Malen und begann mit Landschaftsdarstellungen in Tusche und Öl. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Sein Haus in der Maxschachtsiedlung 11 gleicht einem Atelier großartiger künstlerischer Darstellungen. Bevorzugt widmete er sich den Werken der alten Meister. Die Liebe dazu entstand bei einem Besuch im Pariser Louvre.

Harald Popig: "Mein Lieblingsmaler ist Carl Spitzweg (1808-1885), weil er das wirkliche Leben gemalt hat, und das alles detailgetreu." Besonders fasziniert ihn die Darstellung eines Büchergelehrten mit dem Titel "Der Bücherwurm". Passend findet er die Formulierung von Caspar David Friedrich zur Malerei: "Ein Bild muss nicht erfunden, sondern empfunden sein."

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