Eckental

Vom Temporausch in den Ruhestand

Raiba-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Holler wurde verabschiedet - und als Mitarbeiter gewürdigt, der für das Wohl der Bank und der Kunden auch ungewöhnliche Maßnahmen schätzte.
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Alexander Büchel (l.) überreicht Wolfgang Holler die Ehrenurkunde. Foto: Petra Malbrich
Alexander Büchel (l.) überreicht Wolfgang Holler die Ehrenurkunde. Foto: Petra Malbrich

Wolfgang Holler gewöhnt sich langsam an den Ruhestand. Diesen Lebensabschnitt wird der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank bald genießen, nachdem er Ende Mai seinen Schreibtisch bei der Raiffeisenbank Gräfenberg-Forchheim-Eschenau-Heroldsberg für seinen Nachfolger aufräumt hat. Dann hat Wolfgang Holler Zeit für all das, was bisher zu kurz gekommen sind, sein Enkel und das Motorradfahren. "Deine Leidenschaft zum Motorradfahren oder zur dynamischen Fortbewegung im Auto ist legendär. Nicht jeder Beifahrer verträgt deinen Geschwindigkeits-Rausch", sagte Vorsitzender Direktor Rainer Lang und hatte damit ein passendes Sinnbild für Hollers beispielhafte Karriere, die Lang in seiner Laudatio im Gasthof Rotes Ross in Eckental Revue passieren ließ. Diese begann 1972 mit der Ausbildung zum Bankkaufmann bei der ehemaligen Volksbank Erlangen. Nach der Wehrpflicht trat Wolfgang Holler vier Jahre später in der Raiffeisenbank Gräfenberg-Forchheim ein. "Es dauerte gerade einmal vier Jahre, bis du zum Leiter der Innenrevision bestellt wurdest", betonte Lang. Die Rekorde zogen sich durch Hollers Laufbahn; nur drei Jahre später wurde er in den Vorstand berufen. "Aber diese Karriere hat man dir nicht geschenkt. Du hast sie mit einem überdurchschnittlichen Engagement, aber auch mit großer Zielstrebigkeit, verbunden mit dem Willen zur Fortbildung und Qualifikation erarbeitet", sagte Lang. Wolfgang Holler hatte vom Kreditseminar, bis hin zum Rechnungswesen, der Vermögensberatung, der Wirtschaftslehrer, Personalplanung, Rechtsberatung und auch das Arbeits- und Insolvenzrecht sowie das Risikomanagement erfolgreich absolviert. Den Diplom-Bankbetriebswirt schloss der Vorstandsvorsitzende 1989 ab. Für Wolfgang Hollers überdurchschnittliches Engagement hatte Rainer Lang auch anschauliche Beispiele parat. So setzte sich Holler, begleitet vom Haus-Juristen, in seinen VW Bus, sein mobiles Büro, um säumigen Kreditnehmern Hausbesuche abzustatten. "Er stand nicht mit dem Bus vor unserer Tür", meinte Thomas Grethlein, der Aufsichtsratsvorsitzende des 1.FCN. Er hatte Bankdirektor Holler kennengelernt zu einer Zeit, als es den Club schlecht ging. Das Wort Vertrauen hob Grethlein im Bezug zu Holler hervor.

Rainer Lang ging auf die Bankfusion mit der Raiba Eschenau-Heroldsberg ein, die Holler zügig voranbrachte. "Einmaligkeit, anders sein als andre, immer einen Schritt voraus, das ist dein Antrieb", lobte Lang, der auch einen Blick in die Statistik nicht scheute. Das Bilanzvolumen betrug 1990, als Holler in den Vorstand berufen wurde 125 Millionen Euro. Im letzten Jahr der Raiba Gräfenberg-Forchheim, im Jahre 2000 betrug es 272 Millionen Euro. So vielfältig wie sein Engagement, ist die Liste von Hollers Ämtern. Alexander Büchel, Vorstand des Genossenschaftsverbands Bayern jedenfalls hatte keine Ehrennadel mehr, um Hollers Verdienste zu würdigen. Mit allen Ehrennadeln wurde Holler bereits ausgezeichnet. Dem sichtlich gerührten Wolfgang Holler blieb nur der Dank an alle Kollegen, Freunde und Kunden: "Die Höhen waren stärker als die Tiefen. Ich bin dankbar und stolz, dass ich bei der Entwicklung der Bank dabei sein durfte."

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