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Kronach

Vom Superbagger an den Altar

Brummifahrer Sebastian Rauer engagiert sich in der "Kirche für Fernfahrer" der katholischen Seelsorge. Und er spielt gerne Orgel.
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Sebastian Rauer hat seine Ausbildung zum Gottesdienstbeauftragten erfolgreich absolviert und wartet nun auf seine offizielle Beauftragung und Aussendung durch Erzbischof Ludwig Schick und die Amtseinführung in einer Kirchengemeinde im Seelsorgebereich Kronach durch Pfarrer Thomas Teuchgräber. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Sebastian Rauer hat seine Ausbildung zum Gottesdienstbeauftragten erfolgreich absolviert und wartet nun auf seine offizielle Beauftragung und Aussendung durch Erzbischof Ludwig Schick und die Amtseinführung in einer Kirchengemeinde im Seelsorgebereich Kronach durch Pfarrer Thomas Teuchgräber. Foto: Karl-Heinz Hofmann

Karl-Heinz Hofmann Vom Lkw-Steuer an den Altar. Für den 42-jährigen Sebastian Rauer ist diese außergewöhnliche Konstellation mittlerweile fast alltägliche Lebenssituation. Er ist hauptberuflich Brummifahrer eines Vierachs- Kippers auf verschiedenen Baustellen für eine Baggerfirma.

Was der Bagger aus dem Boden schaufelt, fährt er weg oder er bringt Material mit seinem Kipper zur Baustelle. Nach getaner Arbeit am Feierabend und am Wochenende widmet sich Sebastian Rauer dann einer ganz anderen Passion: Er verrichtet ehrenamtlich kirchliche Dienste im Gotteshaus. Und das seit geraumer Zeit und mit großem Engagement. Angefangen hat alles in der Schul- und Jugendzeit, als er als Ministrant am Altar in der St.-Bartholomäus- Kirche seine liturgischen Dienste in der katholischen Glaubensgemeinschaft aufnahm.

Später kam seine Freude am Orgelspiel dazu. Seit 25 Jahren spielt er das Instrument in verschiedenen Kirchen des Frankenwaldes und umrahmt auf Wunsch mit seiner E-Orgel Andachten und Gottesdienste, vor allem in Seniorenheimen. Seit Herbst 2018 ist er kirchlicher Betreuer des Altenpflegeheims Haßlach-Blick in Stockheim.

Mitglied im Diözesanrat

Sebastian Rauer wurde 2018 in den Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Katharina Neukenroth berufen und damals auch als Dekanatsrat und zum stellvertretenden Dekanatsratsvorsitzenden gewählt. Seit der Auflösung des Dekanatsrats ist er im Diözesanrat vertreten. Seit 2015, engagiert sich Rauer in der Mitarbeit der Arbeitsgemeinschaft "Kirche für Fernfahrer" der katholischen Betriebsseelsorge.

Und im Februar dieses Jahres legte er erfolgreich die Prüfung zum Gottesdienstbeauftragten ab. Nunmehr wartet er auf die offizielle Beauftragung und Amtseinführung durch Erzbischof Ludwig Schick. Sie soll in Schwarzenbach an der Saale stattfinden. Er freut sich auch auf die Zuteilung einer Pfarrei oder Kirchengemeinde im Seelsorgebereich Kronach, die wohl in der St.-Johannes-Kirche in Haßlach durch den Leitenden Pfarrer Thomas Teuchgräber stattfinden soll.

Corona kam dazwischen

Die ursprünglich geplanten Termine sind nun vorerst der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen und mussten verschoben werden. "Jetzt muss ich halt abwarten, wann alles nachgeholt werden kann", sagt Rauer. Was ein Gottesdienstbeauftragter tut und welche Aufgaben er hat, erklärt Detlef Pötzl: "Sie sind die Leiter von Wort-Gottes-Feiern. Die Gottesdienstbeauftragten werden in der Regel vom Bischof für einen Dienst in eine bestimmte Gemeinde gesandt. Voraussetzung ist die Empfehlung des zuständigen Pfarrers und ein positives Votum des Pfarrgemeinderates."

Eine weitere Voraussetzung ist laut Pötzl die Teilnahme an einem einjährigen Ausbildungskurs, der theologische und liturgische Schwerpunkte hat und von der Abteilung Liturgie des Erzbischöflichen Ordinariats angeboten wird.

Persönlichkeit fließt ins Amt ein

Sebastian Rauer ergänzt: "Im Gegensatz zu einem Lektor, der vorliest, bringt sich der Gottesdienstbeauftragte mit seiner Person, mit seiner Glaubenserfahrung und Überzeugung mit ein, um das Wort Gottes den Gläubigen zu vermitteln. Gottesdienstbeauftragte haben den besonderen Auftrag der Kirche zum Predigtdienst, sie dürfen wie der Priester auch ihre Predigten und Auslegungen selbst schreiben." Jetzt freut er sich auf seine Amtseinführung.