Forchheim
Funkamateure

Vom Stromnetz unabhängiges Internet funktioniert im Katastrophenfall

Zehn Funkamateure des Forchheimer Ortsvereins des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) haben verschiedene Einsatzmöglichkeiten des deutschlandweit ausgebauten Amateurfunk-Internets "Hamnet" für Katast...
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Das Antennensystem am Auto der Verteilerstation mit den Teilnehmern Michael Wagner, Dieter Puchinger und Dieter Herrmann am Parkplatz westlich von Marloffstein vor dem Test Foto: privat
Das Antennensystem am Auto der Verteilerstation mit den Teilnehmern Michael Wagner, Dieter Puchinger und Dieter Herrmann am Parkplatz westlich von Marloffstein vor dem Test Foto: privat

Zehn Funkamateure des Forchheimer Ortsvereins des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) haben verschiedene Einsatzmöglichkeiten des deutschlandweit ausgebauten Amateurfunk-Internets "Hamnet" für Katastrophenfälle getestet.

Mit einer im 5,6-Gigahertz-Band arbeitenden Antenne, einem LAN-Verteiler, einem Laptop, einem Telefon und einem kurzen Mast mit zwei bis drei Metern Höhe sowie der Stromversorgung des eigenen Autos konnte aus dem Stegreif eine flexible Kommunikation realisiert werden. Die Teilnehmer konnten mit Headset und Laptop miteinander reden und Texte übermitteln und die Belastbarkeit der Verbindung wurde durch Übermittlung von Videosequenzen getestet.

Es wurden Daten von an verschiedenen Punkten im südlichen Forchheimer Landkreis verteilten Funkamateuren nach Marloffstein (Kreis Erlangen-Höchstadt) quasi per Sichtverbindung übertragen. Die mittlere Distanz betrug circa acht Kilometer, die weiteste stabile Verbindung reichte 19 Kilometer von Eggolsheim nach Marloffstein.

Umsetzer bei Rathsberg

Marloffstein liegt zwar außerhalb des Landkreises Forchheim, wurde aber wegen der Nähe zum bei Rathsberg stehenden netzunabhängigen Umsetzer "DB0FOR" der Forchheimer Funkamateure als Zentrale gewählt. Dieser Umsetzer ermöglichte die Ankopplung der Teilnehmer im 2,4-GHz-Amateurfunkband in das deutschlandweite Funk-Internet "Hamnet". So konnte man beispielsweise mit Teilnehmern in Coburg mit WLAN-fähigen Handys telefonieren. Der große Vorteil der eingesetzten Technologie liegt laut Mitteilung der Funkamateure neben der Verwendung von für jedermann gängigen Geräten wie Laptop und Handy auch in der für Funktechnologien ungewöhnlich großen Bandbreite, kombiniert mit sehr geringen Sendeleistungen.

Es können also große Datenmengen über lange Zeit netzunabhängig übertragen werden. Nur in hügeligen Lagen wie der Fränkischen Schweiz ist für einen sicheren Einsatz die Verwendung mehrerer Stationen auf den Anhöhen notwendig, was durch den geringen technischen Aufwand aber weitreichend möglich erscheint.

Vom Test begeistert

Der Vereinsvorsitzende Peter Ahrbecker (Funkrufname DK8AF), der "Hamnet"-Spezialist Dieter Puchinger (DG2NBN) und der Referent für Not- und Katastrophenfunk, Hans Heißenstein (DF1NAB) waren vom Erfolg des Tests begeistert und wollen in der nächsten Zeit die gewonnenen Erfahrungen mit weiteren modifizierten Tests ausbauen. red



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