Forchheim

Vom Mobbing-Opfer bis Youtube-Star

Forchheimer Medienscouts nahmen an der Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock teil. Dort bekamen sie auch Einblicke von einem Youtube-Star.
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Für die Forchheimer Medienscouts war der direkte Kontakt zu Cheng Loew, einem der bekanntesten Youtuber Deutschlands, einer der Höhepunkte der Bundesjugendkonferenz. Ein Selfie am Warnemünder Strand durfte da nicht fehlen.  Foto: mts
Für die Forchheimer Medienscouts war der direkte Kontakt zu Cheng Loew, einem der bekanntesten Youtuber Deutschlands, einer der Höhepunkte der Bundesjugendkonferenz. Ein Selfie am Warnemünder Strand durfte da nicht fehlen. Foto: mts
Auf der dritten Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock waren erstmals auch die Medienscouts des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim (EGF) dabei. Die Inhalte und Impulse, die sie dort von Experten zum Thema "Digitale Medien" erhalten haben, wollen sie nun an ihrer Schule weitergeben.
Benjamin Fokken ist ein eher unauffälliger junger Mann. Der 23-jährige und durchaus korpulente Norddeutsche bezeichnet seine Körperstatur als "stabil" und wirkt auf den ersten Eindruck eher zurückhaltend, fast eingeschüchtert. Doch als er seine Geschichte zu erzählen beginnt, herrscht in dem großen Konferenzraum gebannte Stille - und das, obwohl oder gerade weil 300 Jugendliche aus ganz Deutschland seine Lebensgeschichte, die zugleich eine von Mobbing gekennzeichnete Leidensgeschichte ist, hören wollen.


Medienerziehung am EGF

Zwölf Medienscouts des EGF in Begleitung ihrer Lehrkräfte Kerstin Kraus-Zeller und Carsten Schlegel sind in Rostock vor Ort. "Diese Präsenz macht deutlich, welch hohen Stellenwert die Medienerziehung am Ehrenbürg-Gymnasium einnimmt", erläuterte Alfons Hrubesch das Engagement der Forchheimer Schüler und Lehrkräfte. Dabei sind Hrubesch und der Opferschutzverband "Opferhilfe Oberfranken" (OHO), dessen Vorsitzender er ist, mitverantwortlich für die hohe Präsenz der oberfränkischen Medienscouts im hohen Norden. Zusammen mit den Medienscouts aus Kronach, Bayreuth und Coburg waren die Forchheimer die einzigen "Bayern" in Rostock. Die OHO hat die Grundausbildung von mittlerweile über 150 Medienscouts in Oberfranken initiiert.


Zur Wehr gesetzt

Benjamin Fokkens Geschichte als Mobbing-Opfer, der sich eines Tages mittels eines selbst gedrehten Youtube-Videos gegen seine Peiniger zur Wehr setzte und somit in kurzer Zeit die Aufmerksamkeit von Millionen auf sich zog, ist ein besonders einprägsamer Augenblick der Konferenz. "Ich bin ich - und wir sind viele!", lautet somit nicht nur der Titel des Buches, in dem Fokken von seiner Leidenszeit berichtet, sondern auch die an die Medienscouts gerichtete Botschaft. Sie werden als Ansprechpartner in der Prävention und bei der Intervention von Cyber-Mobbing an ihrer Schule mit ähnlichen Schicksalen konfrontiert werden. "Wir müssen lauter als die Mobber und die Hasser im Netz sein", lautete demnach auch eine Botschaft, die von Rostock ausging.
Wie breit die Lebensgeschichten der virtuellen Welt gefächert sind, machte der Besuch von Youtube-Star Cheng Loew auf der Konferenz deutlich. Der Kölner ist aufgrund seines "Lifestyles" Vorbild für unzählige Jugendliche. Doch so unterschiedlich die Lebensgeschichten von Fokken und Loew auch sein mögen, für die Medienscouts hatten beide denselben Auftrag: "Mischt euch ein, steht euren Mitschülern zur Seite und beweist digitale Zivilcourage", sagte Cheng Loew. red
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