Coburg

Vom Mittelalter lernen

Studenten der Hochschule haben den historischen Dachstuhl des Hohen Hauses der Veste Coburg untersucht.
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Studenten der Hochschule Coburg analysieren die Knotenpunkte der Dachkonstruktion. Foto: Hochschule Coburg
Studenten der Hochschule Coburg analysieren die Knotenpunkte der Dachkonstruktion. Foto: Hochschule Coburg

Studenten der Architektur und des Bauingenieurwesens der Hochschule Coburg haben den Dachstuhl des Hohen Hauses der Veste Coburg untersucht. Sie sollen von der Bauweise im Mittelalter lernen. Den Ausblick von dort oben bekommen nicht viele zu sehen. Unten liegt der Innenhof der Veste, im Hintergrund erstreckt sich das Coburger Land. Ein Besuch auf dem Dach des Hohen Haus ist aber nicht nur deshalb interessant. Die mittelalterliche Dachkonstruktion verrät einiges über die hervorragende Arbeit der Baumeister aus dem 14./15. Jahrhundert.

"Es ist atemberaubend"

"Es ist atemberaubend, mit welcher Energie unsere Vorfahren dieses Gebäude erbaut und welche Anstrengungen sie auf sich genommen haben", erzählt Jonas Schmidt, Dozent der Fakultät Design. Im Seminar "Holzbau in der Praxis" will er seinen Studenten zeigen, wie die Baumeister damals gearbeitet haben.

Sie haben zum Bau des Daches zum Beispiel keine Metallnägel verwendet. "Die Konstruktion besteht aus einem Sparrendach mit Kehlbalken. Der zweifach stehende Stuhl setzt sich nach oben hin als Mischkonstruktion aus stehendem und liegendem Dachstuhl fort", so Schmidt.

Zwei Einfamilienhäuser

Über vier Stockwerke erstreckt sich der Dachstuhl. In der Höhe würden zwei Einfamilienhäuser darin Platz finden. Um das zu bauen, brauchte es eine Vielzahl von Stützen, Kopfbändern und Verstrebungen. Teilweise sind mehrere Balken kreuzweise übereinander angeordnet. Die Studenten suchen sich einen markanten Knotenpunkt aus der Konstruktion und vermessen, zeichnen und analysieren ihn. Dabei lernen sie, sich in den Dachstuhl einzudenken. "Als Architekt und Bauingenieur muss man sich immer in die Baumeister der Bauwerke hineinversetzen", so Schmidt. Das Gelernte müssen sie im nächsten Schritt anwenden. Sie sollen nun selbst ein Holztragewerk entwerfen. Am Schluss soll ein fertiges Modell entstehen, das genau konstruiert und berechnet ist. red

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