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Coburg

Vitalkur für Brücke und Nymphe

Die in den Jahren 1927/28 errichtete Mohrenbrücke muss saniert werden. Während der zweijährigen Bauzeit kann der Verkehr jeweils nur auf einer Fahrspur rollen. Für den leer stehenden Kiosk gibt es auch allerhand Ideen.
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Operation Mohrenbrücke: Während der Bauarbeiten soll jeweils eine Fahrspur für den Verkehr in beiden Richtungen frei sein. Einschließlich der Baupause im Winter ziehen sich die Arbeiten zwei Jahre hin. Saniert wird dabei auch die Brückenfigur. Foto: Christoph Winter
Operation Mohrenbrücke: Während der Bauarbeiten soll jeweils eine Fahrspur für den Verkehr in beiden Richtungen frei sein. Einschließlich der Baupause im Winter ziehen sich die Arbeiten zwei Jahre hin. Saniert wird dabei auch die Brückenfigur. Foto: Christoph Winter
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Die Mohrenbrücke muss saniert werden. Im Sommer vergangenen Jahres wurden Bohrkerne aus der Betonkonstruktion der Brücke entnommen und untersucht, 2018 gab es eine außerplanmäßige Hauptuntersuchung der Brücke. "Die Dauerhaftigkeit und Standsicherheit der Brücke ist deutlich [...], die Verkehrssicherheit geringfügig beeinträchtigt" heißt es im Bericht des Nürnberger Ingenieurbüros Leonhardt, Andrä und Partner. Der Bau- und Umweltsenat beschloss in seiner Sitzung am Mittwoch die Sanierung der Mohrenbrücke. Dabei werden auch die Brückenfigur und das Zierwappen erneuert.

Idealerweise sollte der verwaiste Kiosk an der Brücke gleichzeitig wieder auf Vordermann gebracht und genutzt werden. Für den Kiosk erarbeitete das Ingenieurbüro verschiedene Möglichkeiten - vom Café mit Dachterrasse über Kiosk, Ausstellungs- oder VHS-Gruppenraum bis hin zum vergrößerten öffentlichen Bücherschrank.

Streusalz macht zu schaffen

Die Mohrenbrücke - gebaut in den Jahren 1927 und 1928 - überspannt auf einer Länge von 21,20 Metern die Itz. "Seit vielen Jahren leidet das Bauwerk an Streusalz und Feuchtigkeit", sagte Dominik Klebl von dem Nürnberger Ingenieurbüro. Bei einer Begutachtung im vergangenen Jahr wurden die großflächigen Betonausbrüche und der an vielen Stellen offen liegende und verrostete Bewehrungsstahl offenbar. Der Beton selbst wird als "sehr mürbe" an manchen Stellen beschrieben. 1998 fand die letzte Instandsetzung der Brücke statt, damals erneuerte man aber lediglich die Gehwege.

Die Mohrenbrücke verbindet die Innenstadt und das Bahnhofsviertel. Etwa 3000 Fahrzeuge nutzen die Brücke jeden Tag, und alle Stadtbuslinien mit täglich 451 Fahrten queren sie. Die Bauarbeiten an der Mohrenbrücke sind mit 2,19 Millionen Euro (Stand 2019) errechnet worden. Die Bauarbeiten sollen in zwei Bauabschnitten zu je einem halben Jahr Dauer (jeweils im Sommerhalbjahr) erfolgen. Denn stets soll der Verkehr, geregelt mit einer Ampel, abwechselnd in jede Richtung fließen können.

Für die künftige Nutzung des Kiosks hat das Nürnberger Ingenieurbüro zwei Varianten vorgeschlagen. Einmal soll das vorhandene öffentliche WC erhalten bleiben, zum anderen soll die Toilette verlagert werden, so dass der Kiosk mehr Fläche erhält und somit weitergehend genutzt werden kann. Vorstellbar ist der ehemalige Kiosk als Ausstellungsraum zur Geschichte der Mohrenbrücke, für die Ingenieurbaukunst (etwa in Verbindung mit der Hochschule), für Künstler aus der Region, als Kursraum für die Volkshochschule oder als Bücherschrank.

Bratwürste an der Brücke?

Schließlich wird auch die Verpachtung des Gebäudes gesehen. Dort könnte es Bratwürste, Eis, Kaffee und Kuchen oder auch wieder einen Obst- und Gemüseladen geben. Die Planer weisen auf die Möglichkeit hin, über den Kiosk und die angebaute Trafostation eine Dachterrasse zu errichten. Klarheit darüber oder weitere Nutzungsmöglichkeiten soll ein Architektenwettbewerb geben. Ganz grob geschätzt liegt der Aufwand zwischen 74 000 und etwas mehr als 90 000 Euro - je nachdem, was und wieviel an dem einstigen Kiosk repariert wird. Reparaturen sind nötig, erläuterte Dominik Klebl. Fehlstellen an der Wand und beim Mauerwerk, offene Dübellöcher und korrodierte Rohre sind einige der Schäden.