Bamberg

Vielfältig Leben einhauchen

Der Verein Kulturquartier Lagarde präsentiert in Bamberg-Ost ein facettenreiches Programm.
Artikel drucken Artikel einbetten
+2 Bilder

In Bambergs größtem Stadtteil sind kulturelle Veranstaltungen recht rar. Das will der Verein Kulturquartier Lagarde e. V. ändern und tischt ab nächster Woche bis Ende Oktober die erste Version des sogenannten Kulturherbstes in Bamberg-Ost auf. Lesungen, Konzerte, Kabarett: "Wir wollen ein breites Programm für unterschiedliche Interessen bieten", erklärt Maximilian Mende. Das Vorstandsmitglied organisiert zusammen mit Kulturschaffenden und Vereinsmitgliedern die Reihe von Veranstaltungen. Dafür gibt's Unterstützung durch die Kulturförderung der Stadt Bamberg. Ursprünglich schon für Herbst 2018 auf der Lagarde-Kaserne geplant, dann ins Frühjahr 2019 verschoben, findet nun das Projekt Kulturherbst seine Bestimmung.

Tipps zum Liebesleben

So schlüpft zum Beispiel am 19. Oktober Arnd Rühlmann im Heinrichssaal als Hanuta Gonzalez in die Rolle eines Transvestiten und zieht über die Bamberger Kommunalpolitik her. Tipps zum Liebesleben inklusive.

Autor Matthias Söder gibt am 16. Oktober in der Ostbar mit der Lesung aus seinem Thriller "Herzschlag der Gewalt" Einblicke in eine zerrüttete Welt zwischen Drogenschmuggel und Konfliktherden. Zusammen mit der Autorin L.A. Gunn, welche am 30. Oktober mit ihrem Detektivinnen-Krimi die Menschen in ihren Bann ziehen will, läuft das unter dem Namen "Sex, Crimes and Evil Drinks". "Das wird eine spannende Mischung. Die Ostbar wird für jede Veranstaltung einen speziellen Drink im Menu haben", freut sich Mende.

Für die Freunde und Kenner Bambergs wartet am 18. Oktober noch ein weiterer Leckerbissen: "Bamberg in alten Ansichten" soll die Geschichten und Anekdoten des Stadtteils jenseits der Bahngleise in Bildern darstellen. Matthias Merz hat dazu Bildmaterial aus den 50er Jahren, die sein Vater geknipst hat, aufbereitet, welches ebenfalls im Heinrichssaal zu sehen sein wird.

Suche nach Konzertraum

Fehlt eigentlich nur noch das Konzert. Da ist es fast schon Ironie: Versucht man in Bamberg eine Veranstaltungsreihe auf die Beine zu stellen, fehlt der bezahlbare Kulturraum beziehungsweise muss kurz vorher schließen. Ursprünglich sollte die Veranstaltung "Seven Hills Club" im Sound and Arts in der Sandstraße steigen - bis die Nachricht von der Nutzungsuntersagung kam. Und so sucht der Verein für Freitag, 29. November, noch einen Ort, welcher Platz bietet für drei lokale Bands und Raum für 150 Partygäste. "Wenn wir in Bamberg-Ost eine Location bekommen könnten, wäre das schon was", findet Veranstalter Mende. Hauptsache, es gebe die Möglichkeit, junge Künstler zu fördern.

Laut Mende wird es wohl nicht die letzte Veranstaltung in Bamberg-Ost gewesen sein, um das Viertel aufzuwerten und kulturtechnisch mehr zu ermöglichen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren