Hausen

Viele Ideen für zwei Gemeinden

Hausen und Heroldsbach arbeiten bei der städtebaulichen Entwicklung eng zusammen.
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Die Sanierung oder ein Neubau des Hausener Rathauses könnte ein Isek-Projekt werden. Foto: Eva-Maria Turnwald
Die Sanierung oder ein Neubau des Hausener Rathauses könnte ein Isek-Projekt werden. Foto: Eva-Maria Turnwald

Eva-Maria Turnwald Mit Spannung wurde von den Gemeinderatsmitgliedern aus Hausen und Heroldsbach die Präsentation der Ergebnisse aus den bisherigen Arbeitstreffen des interkommunalen integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) der beiden Gemeinden erwartet. Vorgestellt wurden die Ergebnisse durch Vertreter der Planungsbüros.

"Wir sind soweit durch", sagte Planer Joachim Schmitz-Klopf vom Planungsbüro RSP aus Bayreuth, der gemeinsam mit seinem Kollegen Reinhard Hutzelmann (Firma Geoplan) die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen, Bürgergesprächen und Lenkungsgruppen vorstellte.

Zuvor skizzierte Hausens Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) die bisherigen zeitlichen Stationen des gemeinsamen Isek-Projektes. Habe man im Herbst 2017 den Auftrag zur Durchführung eines solchen Isek an die beiden Planungsbüros vergeben, sei Anfang 2018 eine Bürgerbefragung gestartet worden, die dann bis April des gleichen Jahres ausgewertet worden sei. Die Ergebnisse seien dann in Heroldsbach vorgestellt worden, danach habe man Arbeitsgruppen in den zwei beteiligten Gemeinden und die Einführung einer Lenkungsgruppe beschlossen, so Zimmer.

Wer in den letzten Monaten genau hingeschaut habe, der habe feststellen können, dass an verschiedenen Stellen im Gemeindegebiet an Ampeln und Verkehrszeichen über eine Woche lang angebrachte Kameras rund um die Uhr die Verkehrsströme gemessen hätten, sagte Schmitz-Klopf. Die Ergebnisse aus diesen Aufzeichnungen, die neben Autos auch Fußgänger und Radfahrer aufgezeichnet hätten, würden ausgewertet und in das beauftragte Verkehrskonzept fließen. Mit den Ergebnissen sei bis kurz vor der Sommerpause zu rechnen. Sie würden dann nach der Sommerpause in die bereits aufgestellten Stadtentwicklungspläne einfließen, so der Planer.

Kurz gab Schmitz-Klopf einen Überblick über den bisherigen Planungsstand. So habe man die Leitbilder, gültig für beide Gemeinden, erarbeitet. Diese würden beispielsweise beinhalten, dass die Weiherketten in beiden Gemeinden erhalten blieben. Weitere Themen wie Infrastruktur, zu der Verkehr, Straßen und Wege gehören würden, würden zu den Leitbildern zählen.

Es gäbe eine Reihe von Projekten, die aus einer Schnittmenge von beiden Gemeinden entstanden seien und die man als sogenannte "interkommunale Projekte" bezeichne. So solle beispielsweise zwischen beiden Gemeinden, gleich nach den Sportplätzen der SpVgg Hausen Richtung Heroldsbach, ein sogenannter Anger entstehen, erklärte Schmitz-Klopf. Dort könnte - überwiegend noch auf Hausener Flur - eine große Skater- und Bike-Bahn entstehen. Unter anderem könnte man dort auch einen großen "interkommunalen Festplatz" installieren. Dies sei besonders auch vor dem Hintergrund wichtig, dass jetzt in Heroldsbach ein solcher Festplatz einem Senioren- und Dienstleistungszentrum weichen müsse. Weitere "Schnittstellenprojekte" seien ein gemeinsames Spielplatzkonzept, die Bildung eines interkommunalen Entwicklungsausschusses, die Erstellung eines Verkehrskonzeptes und die Neugestaltung der innergemeindlichen Gewässer. Von der Regierung werde viel Wert darauf gelegt, dass nicht nur jede Gemeinde "ihr eigenes Ding" mache, sondern auch gemeinsame Projekte gestartet würden.

Der Planer zeigte auch Projekte auf, die jede Gemeinde für sich realisieren könne. Für Heroldsbach seien solche Projekte verkehrsberuhigende Maßnahmen der Hauptstraße, die im Zusammenhang mit der Sanierung der Kreisstraße realisiert werden, die Nachbesserung beim gemeindlichen Dorfplatz, die Entwicklung einer Grünachse entlang der Weiherkette, die Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen am Rathaus, eventuell auch die Implementierung eines kleinen Festplatzes in unmittelbarer Nähe zum Rathaus, eine verkehrstechnische Lösung der gefährlichen Einfahrt von der Hausener Straße aus in die Schlossstraße und die Schaffung einer "Bypasslösung" für den Verkehr vom Heroldsbacher Ortsteil Thurn aus direkt auf die Kreisstraße FO 13.

Den Hirtenbach aufwerten

Für Hausen habe man aus der Bürgerbeteiligung viele Projekte abgeleitet. Hierzu würden Themen wie das alte Feuerwehrhaus, Sanierung oder Neubau des Rathauses und der Mehrzweckhalle gehören. Außerdem solle der Hirtenbach aufgewertet werden.

Verkehrsberuhigende Maßnahmen seien in Hausen genauso angedacht. Zur Sprache kam auch eine Umgehung von Wimmelbach und ein Seniorentreff für den Ortsteil sowie für Poppendorf die Schaffung einer Straße zum Spielplatz. Auch für Oesdorf seien kleinere Maßnahmen angedacht.

Außerdem steckten die Planer mögliche Sanierungsgebiete in beiden Gemeinden ab. Nachdem das Verkehrskonzept vorliegt, werden die Ergebnisse in die Stadtentwicklungspläne eingearbeitet. Die Unterlagen sollen bis Ende September vorliegen. Von Oktober bis Dezember sollen die Maßnahmenkataloge in den Gemeinderatssitzungen beraten und beschlossen werden. 2020 soll dann mit der Umsetzung begonnen werden.

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