Münnerstadt
Henneberg-Museum

Viele Fragezeichen um die Software der Überwachungskameras

Die Stadt braucht eine neue Software, um die Räume des Henneberg-Museums überwachen zu können. Völlig unklar ist, ob die Löschung der Daten beim früheren Kommunalunternehmen "Kultourismus im Schloss" ...
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Die Stadt braucht eine neue Software, um die Räume des Henneberg-Museums überwachen zu können. Völlig unklar ist, ob die Löschung der Daten beim früheren Kommunalunternehmen "Kultourismus im Schloss" für entstandenen Schaden verantwortlich ist. Während Bürgermeistern Helmut Blank (CSU) bei der jüngsten Stadtratssitzung darauf verwies, dass es die Software-Firma seit Jahren nicht mehr gebe, sind unter anderem Dieter Petsch (Forum aktiv), Rosina Eckert (Forum aktiv) und Leo Pfennig (fraktionslos) der Meinung, dass ohne die Löschaktion die Kameras noch funktionieren würden und der Stadt dadurch ein Schaden entstanden sei.

Es sei doch offensichtlich, dass die Funktionsfähigkeit des Systems durch die Löschaktion nicht mehr gegeben sei, sagte Dieter Petsch in der Stadtratssitzung. "Da liegen Sie völlig falsch", antwortete der Bürgermeister. "Dieses Programm gibt es nicht mehr, es muss neu gekauft werden." Später informierte er, dass der Hersteller der für die Überwachungskameras notwendigen Software schon vor Jahren in die Insolvenz gegangen sei. Doch das ließen Rosina Eckert, Dieter Petsch und Leo Pfennig so nicht gelten. Es sei ein funktionierendes System gewesen, das wohl auch noch seinen Dienst leisten würde, wenn es nicht die Löschaktion gegeben hätte. Erst bei einem Defekt, hätte sich die Stadt nach neuer Software umschauen müssen, argumentierten sie. Also sei der Stadt sehr wohl ein Schaden entstanden.

Erst vor wenigen Wochen hatte unsere Zeitung beim Bürgermeister nachgefragt, ob es stimme, dass die Kameras nicht funktionieren und ob das ein Grund dafür sei, dass das Museum noch nicht geöffnet hat. "Das gehört in den Bereich der Mürschter Legenden", lautete die Antwort des Bürgermeisters. Jetzt noch einmal nachgefragt, betont das Stadtoberhaupt, dass er bei unserer Nachfrage vor wenigen Wochen noch nicht wusste, dass die Kameras nicht funktionieren. In der Stadtverwaltung war es allerdings bekannt:

Das war nämlich bereits im April dieses Jahres aufgefallen. Beim GTI-Treffen hatten sich die Museumsfreunde bereit erklärt, das Museum für Besucher zu öffnen. Seit Dezember 2017 war es geschlossen. Unter den Museumsfreunden war Wilhelm Schmitt, der sich genau daran erinnert, wie er zusammen mit dem Hausmeister versucht hat, die Computer für die Kameras hochzufahren. "Das ist uns nicht gelungen", sagt er.

Die gleiche Erfahrung hat Nicolas Zenzen gemacht, als der neue Museumsleiter im Mai seinen Dienst aufgenommen hat. Er und Stadtmanager Kilian Düring gelang es nicht, die Computer zu starten. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, sind Daten gelöscht worden. Allerdings war aus dem Umfeld der früheren Kultourismus-Mitarbeiter zu erfahren, dass die Computer, über die die Überwachungskameras liefen, gar nicht von der Löschaktion betroffen gewesen seien. In den Jahren 2004/2005 sei das System installiert worden, sagte Bürgermeister Helmut Blank bei einem Pressegespräch am Mittwoch. Jetzt müsse neue Software für etwa 2000 Euro gekauft werden. In der nächsten Woche stelle sich heraus, ob die 28 Kameras noch verwendet werden können. Jetzt müssten auch die neuen Datenschutzrichtlinien berücksichtigt werden. Das derzeit fehlende System sei einer von vielen Gründen, warum das Museum erst am 1. Oktober öffnet, sagte Nicolas Zenzen. Er versteht die öffentliche Diskussion über den Termin nicht. Ihn habe noch niemand direkt danach gefragt. Die Diskussion empfindet Nicolas Zenzen als ein politisches Spiel, und da halte er sich raus. "Ich versuche einfach, meine Arbeit gut zu machen", sagt er. Die mache er sogar sehr gut, sagt Helmut Blank dazu. Nicolas Zenzen meint, dass man ein beständiges, ein professionelles Konzept brauche, wenn das Museum wieder öffnet. Er bedauere auch jeden Tag, an dem es nicht offen ist.



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