Bad Staffelstein
Lesermeinung

Viele Experten kommen am Staffelberg zu grundlegend anderen Ergebnissen

Zum Leserbrief von Joachim Drescher, Bad Staffelstein, vom 26.April: "Die Keltenstadt und das Zangentor auf dem Staffelberg sind Fiktion".: Auf einen Leserbrief mit Leserbrief zu antworten, ist meist ...
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Zum Leserbrief von Joachim Drescher, Bad Staffelstein, vom 26.April: "Die Keltenstadt und das Zangentor auf dem Staffelberg sind Fiktion".: Auf einen Leserbrief mit Leserbrief zu antworten, ist meist nicht sinnvoll und oft kontraproduktiv. Wenn aber derart unqualifizierte Behauptungen aufgestellt und auch noch wiederholt werden, dann sollte - nicht dem Lesebriefschreiber gegenüber, wohl aber für zahlreiche Zeitungsleser, die mit der Materie weniger befasst sind - eine Klarstellung erfolgen.

Archäologische, also wissenschaftliche Ausgabungen fanden auf dem Staffelberg erstmals 1967 unter Leitung von Dr. Udo Osterhaus und dann 1974, 1978, 1982-1984, 1985 und 2003 durch Professor Björn-Uwe Abels statt und finden jetzt (am Zangentor) durch Dr. Markus Schußmann statt, allesamt hochgeachtete und überaus kompetente Achäologen. Auch ehrenamtliche Hobbyarchäologen und Heimatforscher, wie die Verstorbenen, Dr. G. Roßbach, Heiner Kohles, Konrad Radunz und die heute aktiven Bernhard Christoph, Anton Köcheler und andere haben wertvolle Beiträge zur archäologischen Erforschung unseres Hausberges und der zugehörigen Region geleistet.

Von ihnen, den noch aktiven Keltenforschern, eine adäquate Gegendarstellung zu Joachim Dreschers "Ausführungen" zu erwarten, halte ich für unzumutbar.

Stattdessen verweise ich auf die zahlreichen wissenschaftlichen Grabungsberichte, die auch vielfach in themenbezogene Sachbücher und andere Publikationen aufgenommen wurden.

Joachim Drescher ist zu empfehlen, sich erst mal ernsthaft mit der Materie zu befassen - bevor er derart haarsträubende Thesen aufstellt bzw. wissenschaftlich fundierte Grabungsergebnisse einfach ignoriert. Eigentlich würde es schon reichen, wenn er einmal unser Stadtmuseum besuchte und die dort ausgestellten Funde ebenso zur Kenntnis nähme wie die bildlich dokumentierten, ergrabenen Wallquerschnitte, die zahlreichen durch geomagnetische Prospektion erkannten Hauspfostenlöcher in der Unterstadt und in den Fels künstlich eingetieften Hausgruben der "Oberstadt", die Ausmaße der großen "Stadtzisterne" ...

Karl-Heinz Müller Bad Staffelstein

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