Strullendorf
Neujahrsempfang 

Viele Angebote zur Integration

Die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements gerade in der heutigen Zeit betonte Erster Bürgermeister Wolfgang Desel vor Vertretern der Vereine, der Politik, Ehren- und Neubürgern.
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Ehre wem Ehre gebührt: Erster Bürgermeister Wolfgang Desel (rechts) bedankte sich bei Michael Saffer, dem Leiter des Symphonischen Blasorchesters und der Musikschule, Stadtplanerin Edith Obrusnik (Zweite von links) und Katharina Stamp ("Die Künstlerwerkstatt"). Foto: Bertram Wagner
Ehre wem Ehre gebührt: Erster Bürgermeister Wolfgang Desel (rechts) bedankte sich bei Michael Saffer, dem Leiter des Symphonischen Blasorchesters und der Musikschule, Stadtplanerin Edith Obrusnik (Zweite von links) und Katharina Stamp ("Die Künstlerwerkstatt"). Foto: Bertram Wagner
Gelungener Standortwechsel von der Aula der Grund- und Mittelschule in die Hauptsmoorhalle: Auf dem Parkett, auf dem sonst die Basketballprofis der Brose Baskets trainieren, empfing Erster Bürgermeister Wolfgang Desel beim zweiten Neujahrsempfang seiner Amtszeit Vertreter der Vereine und Politik, Neu- und Ehrenbürger und viele der 80 im Kernort wohnenden Flüchtlinge sowie 20 - meist afrikanische Jugendliche - aus Amlingstadt.
So stellte das Gemeindeoberhaupt auch folgerichtig das "ehrenamtliche Engagement" in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und lag mit der Verpflichtung von Klaus Schellberg, der mit seinem Impulsvortag "Soziales - Kostentreiber oder gesellschaftliches Investment" wichtige Erkenntnisse vermittelte, goldrichtig.
Wolfgang Desel freute sich vor über 300 Gästen, darunter auch sein Vorgänger und Bundestags-Abgeordneter Andreas Schwarz, darüber, dass sich längst schon durchdachte Strukturen und viele unterstützende zwischenmenschliche Beziehung entwickelt haben. "Jeden Tag in der Woche gibt es eine Aktivität, die Integration ermöglicht", spannte er einen weiten Bogen von Kennenlern-Caf é und Sportangeboten bis hin zur Sprachvermittlung. Die Entwicklung der Einwohnerzahl um 160 nach oben fordere die Belebung brachliegender Grundstücke und die Realisierung des Lebensmittelmarktes auf dem Festplatz ("wir sind auf der Zielgeraden"). Weitaus höhere Zuwachsraten weist der "Toskana"-Tourismus auf: Über 3000 mehr Übernachtungen im Gemeindegebiet, damit sich dieser Aufschwung noch verstärkt, wurde ab Jahresbeginn mit Bianca Müller eine Tourismus-Managerin angestellt.
Die Kleiderkammer "Kleiderreich" ist nur eine Möglichkeit vom ehrenamtlichen Engagement, angesprochen sind auch Aufgaben in den Vereinen. "Der Trend geht zum Zweit- und Dritt-Ehrenamt", rief Desel in seinem abschließenden "Werbeblock" auf.
Stellvertretend für die Aktivitäten bedankte sich der Bürgermeister unter dem Motto bei Katharina Stamp, der Leiterin des Chors der Künstlerwerkstatt, bei Michael Saffer, dem neben der Leitung des Symphonisches Blasorchesters auch die Leitung der Musikschule übertragen wurde ("Neubeginn") und last but not least bei Stadtplanerin Edith Obrusnik, die seit 2010 maßgeblich das Entwicklungskonzept der Gemeinde vorantrieb ("Abschied").
Die musikalischen Beiträge trugen auch dazu bei, dass die knapp zweistündige Veranstaltung sehr kurzweilig verlief. Der Schlussakkord des Blasorchesters mit "Let me entertain you" (Robbie Williams) ist ein Spiegelbild dieser erfolgreichen Auftaktveranstaltung, bei der im Besonderen Klaus Schellberg eindrucksvoll und nachvollziehbar erläuterte, dass sich die Menschen Glück über die soziale Schiene verschaffen können, zumal längst empirisch bewiesen ist, dass in entwickelten Ländern der Grenznutzen des Einkommens sinkt ("Geld allein macht nicht glücklich"). Es gebe einen geringen Zusammenhang zwischen Bruttoinlandsprodukt-Entwicklung und Zunahme der Zufriedenheit.
Der Hochschullehrer beleuchtete die Ausgabenseite ("Soziale Einrichtungen konsumieren 30 Prozent des BIP"), begründete diese aber ökonomisch. Die Zuhörer staunten nicht schlecht, dass fiskalpolitisch und über Kosteneinsparnisse 51 Prozent der Gelder wieder zurückfließen. Die "Zahl des Abends" betraf die regionale Wirtschaft: "Ein investierter Euro sorgt für zwei Euro an ökonomischen Effekten!" Eine Faustregel, die Mut macht, wenn eine Gemeinde in soziale Einrichtungen investiert.
Engagement und Investitionsvorhaben prägten als "roten Faden" den Strullendorfer Neujahrsempfang, der traditionell vom "Schützenverein Hubertus" angeschossen und mit dem "Persischen Marsch" von Johann Strauß musikalisch eröffnet wurde. Der heutige Iran ist einer von mehreren Staaten des Mittleren Ostens, aus dem in der Gemeinde Flüchtlinge ankamen.





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