Untersiemau

Viel Spaß - aber immer legal!

Thomas Schmidt ist gewerblich mit den modernen Fluggeräten unterwegs. Jetzt will er Hobbypiloten helfen, bei aller Freude am Umgang mit ihrer Drohne die Vielzahl von Bestimmungen im Auge zu behalten, die für sie gelten.
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Thomas Schmidt macht sein "Flaggschiff" startklar.  Foto: Rainer Lutz
Thomas Schmidt macht sein "Flaggschiff" startklar. Foto: Rainer Lutz

Die Rotoren surren los, lauter als erwartet. Sekunden später hebt die Drohne ab. Ihr Pilot Thomas Schmidt sieht auf einem Bildschirm im Fond seines Einsatzfahrzeugs, was sie sieht. Steuern muss er nicht mehr. Das Fluggerät ist präzise programmiert. Minuten später landet es neben dem Van. Auftrag ausgeführt.

Auftrag, das kann für Schmidts Unternehmen Frankendrohne eine Menge sein. "Das fängt bei einfachen Luftbildern an. Ich mache aber auch Volumenberechnungen für Steinbrüche beispielsweise oder thermografische Untersuchungen", zählt Thomas Schmidt mögliche Einsatzgebiete auf. Die Drohne kann oft schnell und genau Probleme lösen, die bisher nur mit viel Aufwand gelöst werden konnten. "Ich habe für einen Fernwärmeversorger nach einem Leck gesucht. Da war die Drohne 43 Sekunden in der Luft", erzählt Schmidt. Die Arbeiter wussten auf den Zentimeter genau, wo sie graben mussten. Ohne das Wärmebild der Drohne wäre der Suchaufwand enorm geworden.

Strommasten, Rotoren von Windstromanlagen oder Gebäude überprüfen - die Drohne liefert scharfe Aufnahmen aus nächster Nähe und ersparte den Einsatz von Hubbühnen oder Gerüsten. Egal, ob er mit der Drohne nach Wildtieren in Wiesen sucht, die gemäht werden sollen, Luftvideos von einem Fußballspiel oder einem Golfturnier liefert oder für eine Sicherheitsfirma einen nächtlichen Abstellplatz überwacht - für jeden Einsatz hat Thomas Schmidt immer alle erforderlichen Genehmigungen.

Privatpiloten helfen

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Er weiß, dass dies bei privaten Nutzern der agilen Fluggeräte nicht immer der Fall ist. Drohnen sind in den unterschiedlichsten Varianten im Fachhandel erhältlich. Ein Nachweis von Kenntnissen ist nicht erforderlich. "Die Leute wissen oft nicht, was sie riskieren, wenn sie loslegen. Auch wenn die Bestimmungen für private Nutzung nicht ganz so streng sind wie bei mir im gewerblichen Einsatz", sagt Thomas Schmidt. Weil er weiß, wie viel Spaß die Drohnenfliegerei machen kann, möchte er mit einer kostenfreien Infoveranstaltung Interessierten Tipps geben, wie sie Probleme mit den Aufsichtsbehörden vermeiden können. Das geht schon bei der Art der Drohne los. Wiegt sie mehr als 250 Gramm? Kann sie Fotos oder Videos aufzeichnen? Trifft das zu, dann gilt eine Vielzahl von Bestimmungen. Es ist detailliert festgelegt, zu welchen Einrichtungen wie Flugplätzen, Verkehrswegen oder Menschenansammlungen wie viel Abstand gehalten werden muss.

Schnell bekommt man den Eindruck, man dürfe seine gerade stolz erworbene Drohne überhaupt nicht in die Luft schicken. Ist man nicht immer hier einer Fernstraße, dort einem Naturschutzgebiet und da einem geschützten Gebäude zu nah? Thomas Schmidt will niemandem den Spaß verderben. "Es gibt ja auch Ausnahmen, und vieles ist wieder erlaubt, wenn die Genehmigung des Grundeigentümers vorliegt beispielsweise", sagt er.

Wie jeder Hobby-Drohnenpilot mit seinem Fluggerät abheben und selbst dabei auf dem Boden des Gesetzes bleiben kann, das möchte Thomas Schmidt bei seiner Infoveranstaltung vermitteln.

Dass Informationsbedarf besteht, verdeutlichen Zahlen, die das Drohnen Journal veröffentlichte. Demnach wurden allein im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als 400 000 Drohnen unterschiedlichster Größe verkauft. Insgesamt geht das Journal zum Jahreswechsel von mehr als 1,2 Millionen solcher Fluggeräte in der Bundesrepublik aus. Der Aneil der Spielzeugdrohnen wird auf etwa 23 Prozent beziffert. Der größte Teil entfällt auf sogenannte semiprofessionelle Drohnen.

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