LKR Bamberg

Viel Regen, bisher wenig Flut

Die Niederschläge der vergangenen Tage haben die Flusspegel im Landkreis Bamberg bis Dienstag nicht dramatisch anschwellen lassen. Lokale Überflutungen durch örtliche Starkregenereignisse sind nicht auszuschließen.
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Im Itzgrund (hier bei Busendorf) wurden sicherheitshalber Straßen gesperrt.  Foto: Berthold Köhler
Im Itzgrund (hier bei Busendorf) wurden sicherheitshalber Straßen gesperrt. Foto: Berthold Köhler
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Trotz anhaltendem, teils starkem Regen: Der Landkreis Bamberg blieb im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Bayerns am Dienstag von einem ernstzunehmenden Hochwasser verschont. Und so wird es aller Voraussicht nach in den kommenden Tagen auch bleiben. Denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt nachlassende Niederschläge vorher. Örtlich heftige Gewitter mit Starkregen, der zu lokalen Überschwemmungen führen kann, sind jedoch nicht auszuschließen.

Bis Dienstagnachmittag blieb es jedenfalls in dieser Beziehung im Landkreis Bamberg vollkommen ruhig. Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann erklärte auf Nachfrage, dass ihm kein einziger durch Starkregen bedingter Feuerwehreinsatz - wie etwa das Auspumpen vollgelaufener Keller - bekannt sei. Auch das Meldesystem der Feuerwehren weise keine solchen Einsätze aus.

Dass es nicht zu solchen lokalen Sturzfluten kam, wie zuletzt am 16./17. Juni 2016 in Oberhaid, Baunach und Lauter sowie im Raum Memmelsdorf, hat mehrere Gründe. Zum einen gab es damals örtlich Regenmengen von über 50 Liter je Quadratmeter binnen weniger Stunden, zum Anderen waren die Böden vor drei Jahren bereits durch wochenlange Niederschläge so gesättigt, dass sie nicht noch mehr Wasser aufnehmen konnten.

Itz löst Warnung aus

Dennoch hat das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Kronach für Stadt und Landkreis Bamberg am Dienstag eine Hochwasserwarnung vor "Ausuferungen und Überschwemmungen" herausgegeben, die zunächst bis Mittwoch, 12 Uhr, gültig ist. Diese Warnung basiert vor allem darauf, dass der Pegel der Itz bei Schenkenau im südlichen Landkreis Coburg am Dienstag die Hochwassermeldestufe 2 überschritt und bis nahe an die Meldestufe 3 anstieg. Die anderen Flusspegel im Kreis Bamberg, vor allem der Mainpegel bei Kemmern und der Regnitzpegel bei Pettstadt verharrten - trotz steigender Tendenz - dagegen deutlich unterhalb der Meldestufe 1.

Laut Definition bedeutet Stufe 2, dass "Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet", werden oder es zu "leichten Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen" kommt. Bei Stufe 3 sind dann bereits "einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet" oder die "Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen" wird nötig.

Main und Regnitz bleiben im Bett

Und genau daran liegt es, dass der Pegel der Itz immer wieder in den roten (Stufe 3) oder gar den violetten Bereich (Höchststufe 4, bei der normalerweise der Katastrophenfall ausgerufen wird) ausschlägt. Denn den breiten und flachen Itzgrund queren mehrere Straßen, die schon bei geringeren Überflutungen der Wiesen ebenfalls betroffen sind und gesperrt werden müssen. So war es auch am Dienstag wieder, wie das zwischen Busendorf und Gleusdorf aufgenommene Foto (oben) zeigt.

In den Meldestufenbereich stieg am Dienstag auch der Pegel der Baunach bei Lohr (Landkreis Haßberge). Unter Beobachtung des WWA ist vor allem die Aisch, die südlich von Altendorf in die Regnitz fließt. Aufgrund starker Regenfälle im Bereich der Frankenhöhe stieg ihr Pegel im Laufe des Dienstags steil an und überschritt am Abend die Meldestufe 2.

Für die Regnitz bei Pettstadt wurde zu diesem Zeitpunkt für Mittwochfrüh ein Wasserstand zwischen zwei Meter und 2,40 Meter vorhergesagt. Die Meldestufe 1 beginnt hier bei 3,70 Meter, Meldestufe 3 bei 5,10 Meter.

Ähnlich zurückhaltend stellte sich die Vorhersage für den Main bei Kemmern dar. Am Dienstagabend lag der Pegel unter 3,50 Meter, bis Mittwochfrüh wurde ein Wasserstand zwischen 3,25 und 3,65 Meter erwartet. Meldestufe 1 beginnt hier bei 4,20 Meter, Stufe 3 bei 5,70 Meter.

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