Maineck

Viel Neues zum historischen Kern

Die Pfarrkirche St. Johannes Baptista in Modschiedel erstrahlt in neuem Glanz. Das wird gebührend gefeiert.
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Der sanierte Hochaltar  Foto: Roland Dietz
Der sanierte Hochaltar Foto: Roland Dietz

Was lange währt, wird endlich gut - unter dieses Mott kann man die Sanierung der Pfarrkirche St. Johannes Baptista stellen. Das Ende der Sanierung wird am Sonntag, 23. Juni, um 16 Uhr mit einem Pontifikalamt mit Erzbischof Ludwig Schick gefeiert.

Erstmals erwähnt wurde in Modschiedel ein Gotteshaus im Jahre 1382 in Form einer Kapelle. Heute steht am nördlichen Dorfrand die trutzig wirkende Pfarrkirche St. Johannes Baptista, die als Slawenkirche gilt. Die ursprüngliche Chorturmkirche gehört zur typischen Sakralarchitektur Oberfrankens und hat den Charakter einer Wehrkirche. Das Langhaus ist im Kern spätmittelalterlich, Chor und Turm lassen sich anhand von Inschriften datieren. Im Wesentlichen entstand der Bau in den Jahren 1494 bis 1508.

Turm mit spitzem Helmaufsatz

Die Pfarrei unterstand lange dem nahen Kloster Langheim, welches sich bis zur Säkularisation um die Gläubigen sorgte. 1617 ließ man den alten Turm abtragen und errichtete einen neuen in der heutigen Gestalt mit seinem spitzen Helmaufsatz. Ab 1694 wurden entscheidende Änderungen für das Gotteshaus in seiner heutigen Form vorgenommen.

In ihrer wechselvollen Geschichte war die Pfarrei Modschiedel auch schon fest in protestantischer Hand. In dieser Zeit wirkten hier mehrere evangelische Pfarrer. Die Rückführung der Pfarrei zur katholischen Religion war äußerst mühsam und dauerte sehr lange. Erst 1710 starb "die letzte Person, die dem Luthertum anhing". Es darf angenommen werden, dass bis 1725/26 eine Verbreiterung des Kirchenschiffs erfolgte und der Einbau der wuchtigen, zweigeschossigen Empore aus Eichenholz und die Anbringung der reich bemalten Holzdecke noch im protestantischen Zeitgeist geschah. Im Jahre 1936 wurde das Gotteshaus ein weiteres Mal erweitert. In den letzten Jahren konnten die elektrischen Installationen, die Beleuchtung sowie die Heizung erneuert werden.

Und nun musste zunächst außen einiges getan werden, um die Kirche in ihrer jetzigen Form zu erhalten. Vordringlich war eine Sanierung der Dachkonstruktion des Turmhelms. Der 27 Meter hohe Turm besteht aus einem 15 Meter hohen Massivbau und aus einem zwölf Meter aufsitzenden Holzkonstrukt. Dort waren die Balken so stark angegriffen, dass deren Tragfähigkeit sehr gemindert war. An der Ostfassade befanden sich Putzschäden. Auch gab es defekte Stellen in der Schiefereindeckung, die zum Eindringen von Regenwasser führte. Bei Ausbesserungsmaßnahmen 1989 wurde dies nur teilweise behoben.

Fast 30 Jahre später ist es nun so, dass die historische Holzkonstruktion statisch wieder ertüchtigt wurde. Das Problem mit den morschen Balken wurde während der Innensanierung nochmals deutlich. So musste, nachdem Außenlichtfluter im Eingangsbereich angebracht werden sollten, festgestellt werden, dass dort die Dachkonstruktion erneuert werden muss.

Kirchenbänke komplett erneuert

Die Innensanierung des Gotteshauses führte auch zu wesentlichen Änderungen. So wurden die Kirchenbänke komplett erneuert. Die geschnitzten, historisch wertvollen Außen- und Rückenteile wurden integriert. Das Besondere an den Bänken ist, dass an der rechten Seite 80 Zentimeter abgenommen wurden und so ein Außengang entstand. Ebenfalls wurden die ersten beiden Bankreihen zurückgenommen. Diese Tatsache hängt mit dem Lichtkonzept zusammen. Trotz der wuchtigen dunklen doppelstöckigen Empore ist es Architekt Georg Schilling einmal mehr gelungen, auch mit Lichtstrahlern ein Kirchenschiff zu schaffen, das wesentlich heller erscheint. Ebenfalls völlig neu ist die Erweiterung der Empore. So wurde der Raum zwischen dem hinteren Orgelteil mit dem Vorsetzen um 2,30 Meter an die doppelstöckigen Empore geschlossen. Die Stationen des restaurierten Kreuzweges an den unteren Emporen muten wie freundliche Farbtupfer an. Gereinigt wurde die ungewöhnlich reichlich bemalte Felderdecke, die wie eine Krone über dem Kirchenschiff zu schweben scheint.

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