Herzogenaurach

Viel mehr als ein Grüß-Gott-Onkel

Bei einem Besuch im Rathaus erfuhren drei Schülerinnen, was ein Bürgermeister den ganzen Tag lang macht.
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lsabella Fajardo-Handrick, Leona Schremmer und Sonia Narwekar (v. l.) mit German Hacker Foto: R. Sänger
lsabella Fajardo-Handrick, Leona Schremmer und Sonia Narwekar (v. l.) mit German Hacker Foto: R. Sänger

"Take over" hieß es am Internationalen Mädchentag im Herzogenauracher Interimsrathaus. Der von der Uno initiierte Aktionstag soll auf die weltweit vorhandenen Benachteiligungen von Frauen hinweisen. Wie die Gleichstellungsbeauftragtes das Landkreises Erlangen-Höchstadt, Claudia Wolter, erläuterte, machen Mädchen und Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland aus - und doch sind sie in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens nicht entsprechend vertreten.

Um darauf aufmerksam zu machen, übernahmen Mädchen in vielen Orten symbolisch die Geschäfte der Bürgermeister und begleiteten diese in ihrem Arbeitsalltag. Im Landkreis beteiligten sich neben Herzogenaurach auch die Gemeinden Adelsdorf, Bubenreuth, Eckental, Heroldsberg, Spardorf und Uttenreuth.

In Herzogenaurach durften die Schülerinnen Isabella Fajardo-Handrick und Leona Schlemmer (beide Q11) sowie Sonia Narwekar aus der 10b einen Nachmittag Bürgermeister German Hacker (SPD) über die Schulter schauen und auf dem Chefsessel Platz nehmen.

Überraschende Erkenntnisse

"Was macht eigentlich ein Bürgermeister?", diese Frage interessierte die jungen Damen ganz besonders, und sie wurden im Bürgermeisteramt von den alltäglichen Tätigkeiten des Stadtoberhauptes überrascht. "Der Einblick in den Job eines Bürgermeisters und der Arbeitsablauf ist schon sehr interessant", stellte Isabella schon nach einer Stunde überrascht fest. Die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, einmal einen Bürgermeister-Sessel einzunehmen, beantwortete Sonja mit "Nicht wirklich".

Sie erzählte auch, dass man in der Schule über die Kommunalpolitik sehr wenig erfahre. Die Schülerinnen beziehen ihr Wissen zur "großen" Politik aus Nachrichten, Tagesschau und sozialen Medien. Der Bürgermeister hatte für den Nachmittag keine Termine angenommen und konnte sich voll und ganz den Schülerinnen widmen. Die Meinung, dass ein Bürgermeister nur Dokumente unterschreibt und ein bisschen telefoniert, wurde schnell geändert, als der Bürgermeister Post, Verträge und Pläne von Architekten auftürmte sowie E-Mails beantworten musste.

Ansprechpartner für alle

Dass dies noch nicht alles ist, erfuhren die Schülerinnen im Gespräch mit Hacker. Er erklärte ihnen, dass dazu noch Mitarbeitergespräche oder Anfragen von Bürgern und Personalangelegenheiten kommen. Damit wurde der Eindruck widerlegt, dass ein Bürgermeister nur repräsentative Aufgaben wahrnimmt und bei den Vereinen und Festen vertreten ist.

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