Steinbach am Wald

Viel mehr abgesägt als geplant

Im Steinbacher Gemeindewald musste viel Käferholz gefällt werden, so dass man mit dem Einschlag um sechs Jahre voraus ist. Erfreulich ist die Förderzusage für den Abbruch von drei alten Häusern.
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Eine vom Borkenkäfer befallene Fichte. Im Steinbacher Gemeindewald wurde der Hiebsatz wegen des Käferholzes weit übertroffen. Symbolfoto: dpa
Eine vom Borkenkäfer befallene Fichte. Im Steinbacher Gemeindewald wurde der Hiebsatz wegen des Käferholzes weit übertroffen. Symbolfoto: dpa

Revierleiter Martin Körlin, der den 28 Hektar umfassenden Gemeindewald betreut, gab in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Ergebnisse des Wirtschaftsjahrs 2018 bekannt und stellte den Waldwirtschaftsplan 2019 vor.

Die "Forsteinrichtung" als Planungsinstrument für eine nachhaltige Bewirtschaftung sieht einen Jahres-Hiebsatz von 250 Festmetern Holz vor. Der Plan ist 19 Jahre alt. Die Zahlen stimmten aufgrund der zwischenzeitlichen Entwicklung nicht mehr. Mit einem aufgrund Käferholz notwendig gewordenen Einschlag von 1363 Festmetern sei man theoretisch sechs Jahre voraus. "Eigentlich dürften wir in den nächsten sechs Jahre kein Holz mehr schlagen", verdeutlichte er. Der Käfer werde keine Ruhe geben. "Das wird weitergehen - und das geht an die Substanz unseres Waldes", bedauerte er.

In absehbarer Zeit werde man kein älteres Holz mehr haben und demzufolge keine Erlöse. Die Holzverkäufe deckten dann die Unkosten nicht mehr, was zu einem Minushaushalt führe.

Die "Forsteinrichtung" durch eine Neuvermessung erfolge alle 20 Jahre, so nunmehr in diesem Jahr. Hierfür wird am 21. Mai ein Waldbegang mit dem Bürgermeister vorgenommen. Wahrscheinlich werde der Hiebsatz auf 200 Festmeter Holz reduziert.

2018 habe man vom Käfer befallenes Holz stehen lassen - in der Hoffnung, dass dieses "durchhalte". Dem war auch so, so dass man einen "Bombenerlös" pro Festmeter von 240 Euro - üblich sind 70 Euro - erreichen konnte. "Mit 23 Metern Wertholz haben wir 5000 Euro erzielt", freute er sich.

An Ausgaben schlugen insbesondere die Maßnahmen beim Scherbenplatz Wiegand-Glas zu Buche sowie beim Straßenbau Windheim-Hirschfeld. Den Gesamt-Ausgaben von 50 000 Euro stehen Einnahmen von 66 000 Euro gegenüber, sodass ein Plus von 16 000 Euro erwirtschaftet wurde.

Den Hiebsatz 250 Festmeter werde man auch 2019 aufgrund des Käferholzes übersteigen. An Anpflanzungen steht insbesondere der Bereich Sportplatz Hirschfeld mit Buchen an. "Wir pflanzen nur noch klimatolerante Baumarten", betonte er im Hinblick auf den Klimawandel. Nach Plan würde man das Wirtschaftsjahr 2019 mit einem Minus von 5000 Euro abschließen. Durch den Holzeinschlag des Käferholzes komme man wieder ins Plus. Der Jahresnachweis 2018 und der vorgestellte Waldwirtschaftsplan 2019 wurden genehmigt.

90 Prozent Zuschuss

Der Gemeinderat Steinbach/Wald freut sich über die Aufnahme dreier Abbruch-Maßnahmen alter Häuser in das Programm Förderoffensive Nordostbayern. Bei der Sitzung am Dienstag erfolgten die entsprechenden Baudurchführungsbeschlüsse. Die Beschlüsse waren für die Einreichung der Zuwendungsanträge beim Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken notwendig. Es handelt sich dabei um den Abbruch "Am Mühlbach 1" in Buchbach und Schaffung einer Grünfläche (Kosten: 50 000 Euro/Einnahmen: 45 000 Euro), den Abbruch "Ziegelanger 14 und 16" in Windheim und Schaffung einer Bauparzelle (Kosten: 100 000 Euro/Einnahmen: 90 000 Euro) sowie den Abbruch "Kronacher Straße 13" in Steinbach und Errichtung einer Grünfläche (Kosten: 39 000 Euro/Einnahmen 35 100 Euro).

Bürgermeister Thomas Löffler (CSU) zeigte sich dankbar für die gewährten Zuschüsse von 90 Prozent. Die Abbrüche werden ausgeschrieben. Wie Bauhofleiter Andreas Vetter in diesem Zusammenhang ausführte, sei für Buchbach eine Dorferneuerung mit einer Gesamt-Überplanung der Flächen angedacht.

Uwe Zipfel (FW) hatte bei der Sitzung vom 4. Dezember aus Verkehrssicherheits-Gründen diverse Änderungen von Beschilderungen angeregt. Das Gremium schloss sich der Stellungnahme der Polizeiinspektion Ludwigsstadt an. Demnach soll in der Rothenkirchener Straße in Buchbach eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h an der Straßenlaterne nach der Einmündung Laurentiusstraße in Richtung Ortsmitte ergänzt werden. Ebenfalls in Buchbach wird in der Thüringer Wald Straße eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h aus Richtung Schauberg kommend vor der Abzweigung Sportplatz aufgestellt. Zusätzlich soll dort das VZ "Fußgänger" angebracht werden.

In Steinbach soll in der Badstraße in beiden Richtungen "Vorfahrt an der nächsten Kreuzung" und im Buchenweg "Vorfahrt gewähren" aufgestellt werden. Abgelehnt wurde das Aufstellen von Verkehrsspiegeln. Konkret ging es um die Bereiche Saarbrunnenstraße/Rennsteigstraße in Steinbach, Heiligenberg/Nikolausstraße in Hirschfeld und Buchbach - Ecke Mehrgenerationenhaus.

Zwecks zukünftiger Ausrichtung der Kitas in der Großgemeidne - auch in baulicher Hinsicht - hatte die Regierung die Ermittlung des Kinderbetreuungsbedarfs gefordert. Hierfür erfolgte eine Elternbefragung von Kindern der Kitas und Offenen Ganztagesschule im Alter von null bis zwölf Jahren. Die Ergebnisse stellte geschäftsleitender Beamter Thomas Kotschenreuther vor. Von 304 verschickten Fragebögen, waren 119 auswertbar. Dabei wurde 89 Mal ein Betreuungsbedarf angegeben, der in 86 Fällen erfüllt war. Bei den übrigen drei handelt es sich zwei Mal um einen Bedarf ab 2020 sowie in einem Fall um einen sofortigen Bedarf. "Derzeit wird die Kinderbetreuung in der Gemeinde durch alle drei Kindergärten und die Ganztagesbetreuung der Schule hervorragend abgedeckt", resümierte er. Die Geburtenzahl der letzten zehn Jahre beträgt durchschnittlich 23,4 Kinder pro Jahr. 2018 wurden 20 Kinder geboren. Heuer sind es bislang vier, sodass es hochgerechnet voraussichtlich erneut auf ein unterdurchschnittliches Jahr hinauslaufen werde.

Das Ergebnis besage, so Kotschenreuther nicht, ob man 1000 % aufgestellt sei oder punktuell Verbesserungen erforderlich seien. Eine Prognose sei schwierig, da Kinder schon ab zehn Monaten aufgenommen werden. Derzeit sind die Kitas überfüllt. Nach Gesprächen mit den Kiga-Leitungen und dem Jugendamt werde ein Bedarfsplan entwickelt, über den im Gemeinderat beschlossen wird.

Grünes Licht gab es für den Bauantrag zur Errichtung eines Kunstrasenspielfelds in Windheim. Vom Gremium gab es viel Lob für den gegen eine Mietgebühr zu nutzenden Platz, der allen Sportvereinen der Gemeinde zugutekommt. Verwirklicht werden soll er im Sommer 2020.

Der Zweckverband Wasserversorgung Frankenwaldgruppe hat die Investitionsumlage verbeschieden. Demzufolge hat die Gemeinde Steinbach ab 2020 über einen Zeitraum von 20 Jahren alljährlich 74 214,73 Euro zu entrichten, insgesamt 1,41 Millionen Euro. Die Gemeinde nahm dies zur Kenntnis und legt keine Rechtsmittel ein. hs

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