Breitbrunn

VfR feiert 70 Jahre

Der Sportverein Hermannsberg- Breitbrunn blickt auf bewegte Zeiten zurück.
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Vor Jahrzehnten spielten die Mannschaften selten auf Rasenplätzen, wie sie heute Standard sind. Unser Bild zeigt das Sportgelände des VfR Hermannsberg-Breitbrunn in den 70er und 80er Jahren. In diese Zeit fallen sportliche Erfolge des Vereins.  Fotos/Repros: Günther Geiling
Vor Jahrzehnten spielten die Mannschaften selten auf Rasenplätzen, wie sie heute Standard sind. Unser Bild zeigt das Sportgelände des VfR Hermannsberg-Breitbrunn in den 70er und 80er Jahren. In diese Zeit fallen sportliche Erfolge des Vereins. Fotos/Repros: Günther Geiling
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Der VfR Hermannsberg-Breitbrunn feiert heuer sein 70-jähriges Bestehen. 14 Männer gründeten den Verein 1949 und begannen mit dem Fußballspiel auf einer Wiese oberhalb von Hermannsberg.

Der Fußball ist bis heute der Schwerpunkt im Vereinsgeschehen geblieben, aber der Verein hat stets neue und kreative Element des gesellschaftlichen Wandels aufgenommen: Tennis, Gymnastik, Wandern und sogar Tanzsport mit "The Magical Moves" im Jahre 2017.

Die Gründungszeit vieler Sportvereine geht auf die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. In den fast zusammenliegenden Orten Breitbrunn und Hermannsberg riefen damals 14 junge Männer den "Verein für Rasenspiele" ins Leben. "Zum Kauf der ersten Trikots musste eine Sammlung durchgeführt werden, die jedoch nicht den gewünschten Erfolg brachte. Erst ein Sponsor machte es durch einen nennenswerten Betrag möglich, dass sowohl Trikots als auch ein Ball erstanden werden konnten", heißt es in der Chronik.

Pachtvertrag

Aber damit hatte der VfR noch keinen Fußballplatz. Das Problem wurde gelöst: Der Verein konnte in einem Pachtvertrag eine Wiese zum Sportplatz umfunktionieren. Schon nach wenigen Jahren wurde aber der Pachtvertrag gekündigt, so dass sich der VfR nach einem neuen Gelände umschauen musste.

Dank der damaligen Bürgermeister Alfred Weiß, Breitbrunn, und Ludwig Schramm, Hermannsberg, konnte die Grundstücksfrage geregelt werden. Mithilfe des deutsch-amerikanischen Verbindungsbüros übernahmen die amerikanischen Streitkräfte kostenlos die Erdbewegungen im "Edelbrunner Tal" für einen Teil des heutigen Sportgeländes. Zwei Jahre lang musste der Verein während dieser Zeit die Spiele auf dem Platz des Patenvereins SV Rapid Ebelsbach austragen.

Nach teilweise zweistelligen Niederlagen in der Anfangszeit ging es sportlich aufwärts. Die Gründung einer Jugendmannschaft 1964 wirkte sich positiv aus. Sie ließ mit Meisterschaften und Turniersiegen aufhorchen und konnte beim Kampf um die unterfränkische Meisterschaft erst im Halbfinale durch die Jugend des FC Schweinfurt 05 gestoppt werden. Die gute Jugendarbeit brachte den ersehnten Erfolg im Herrenbereich: Die Erste Mannschaft stieg nach 16-jähriger Zugehörigkeit zur damaligen C-Klasse in die B-Klasse auf und schon drei Jahre später in die A-Klasse (heutige Kreisliga). Dort spielte sie gegen Mannschaften wie FC Gerolzhofen, FC Sand, FC Zeil, SV Hofheim, SG Eltmann, SV Ebelsbach.

Mit dem sportlichen Aufschwung stiegen die Anforderungen an den Verein und der Wunsch nach einem eigenen Sportheim wurde laut. Es konnte 1972 seiner Bestimmung übergeben werden.

In die 1970er Jahre fiel die Gründung einer Damengymnastikgruppe, einer Schülermannschaft und einer AH-Abteilung. Weitere Meilensteine waren von 1982 bis 1985 der Bau eines neuen Rasenspielfeldes und die Errichtung von Tennisplätzen mit Gründung einer Tennisabteilung.

Titel und Aufstiege

Die Erste Mannschaft konnte sich nicht immer oben halten, schaffte aber wiederholt Aufstiege und feierte 1981 und 1991 die B-Klassen-Meisterschaft, 2002 die A-Klassen-Meisterschaft, 2008 den Aufstieg nach Relegation und schließlich 2014 wieder die A-Klassen-Meisterschaft. Derzeit spielt sie in der Kreisklasse drei und nimmt dort den zweiten Tabellenplatz hinter den Sportfreunden Unterhohenried ein. Schon im zweiten Spiel nach der Winterpause wird es gegen den Spitzenreiter einen direkten Vergleich geben.

Wenn der VfR Hermannsberg-Breitbrunn auf seine erfolgreiche Geschichte zurückblickt, darf man die Funktionäre und Mitglieder der Vorstandschaften nicht vergessen, allen voran die Vorsitzenden. Gründungsvorsitzender war Hermann Hümmer 1949, dem Viktor Pluta (1951), Vitus Markert (1955), Ewald Zettelmeier (1959), Andreas Hoch (1960), Norbert Schramm (1974), Albin Strätz (1980), Ludwig Bühl (1982), Roland Mai (1986), Ludwig Bühl (1990), Albin Strätz (1994) und Robert Melber (1995) folgten. Von 2005 bis 2012 führte dann wieder Ludwig Bühl den VfR, bis der Verein nach dessen Ausscheiden seine Verbandsstruktur und Satzung umstellte: von einem alleinigen Vorsitzenden auf ein Führungsteam. In diesem Vorstand gibt es nun fünf Vorsitzende: Marco Benz (für Öffentlichkeitsarbeit), Gerhard Bühl (Finanzen), Thomas Gutte (Sport) sowie Stefan Greul (Gebäude und Anlagen) und Monika Gapon (Wirtschaftsbereich).

Das Gründungsmitglied Simon Baum erinnert sich gerne an die Anfänge des VfR und verweist dabei auf den ersten Fußballplatz bei Hermannsberg. "Wenn man auf dem Platz an einem Tor stand, sah man das andere Tor fast gar nicht mehr, weil das Feld so krumm war. Es war eine Wiese, die mit den Rasenplätzen heute gar nicht mehr zu vergleichen ist."

Rückblick

Am Anfang hatte kaum jemand ein Auto. "Zu den Spielen in den Steigerwald fuhr man zu zweit oder gar zu dritt auf einem Fahrrad." Später konnte man dann schon einmal in einen "Opel Blitz" oder in den ersten Bus von "Kuchenmeister" einsteigen, erzählt Simon Baum.

Ältestes Mitglied im Verein ist derzeit der 96-jährige Alfred Grzeschik, der 1949 dem Verein beigetreten war. Sein Bruder Ernst war Gründungsmitglied und beide spielten dann gemeinsam in der Mannschaft. Der VfR Hermannsberg/Breitbrunn hat aktuell 285 Mitglieder und ist damit der größte Verein in der Gemeinde Breitbrunn.

Am Samstag, 16. Februar, will der VfR ab 18 Uhr im Gemeindezentrum mit einem etwas anderen Rückblick die Entwicklung des Vereins in den vergangenen 70 Jahren aufzeigen und gemeinsam feiern. Den musikalischen und sportlichen Rahmen geben die "Köhlertaler Musikanten" und die Tanzsportabteilung "The magical moves". gg

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