Frohnlach

VfL mit türkischer Offensivpower

Für den Landesliga-Rückkehrer ist der Nordwesten Neuland. Spielertrainer Bastian Renk hofft, dass die acht Neuzugänge schnell einschlagen. Mit Tayfun Özdemir und Aykut Civelek hat er aber auch zwei Ausnahmespieler im Kader.
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Über viele Jahrzehnte hinweg hat sich der VfL Frohnlach einen Namen über die Grenzen von Oberfranken hinaus gemacht. Doch nach zwei Abstiegen in Folge (2017 und 2018) fand sich der Traditionsverein nach fast 40 Jahren in der Bezirksliga wieder. Nach einem Umbruch im vorigen Jahr und der Rückholaktion von Bastian Renk (37) als Spielertrainer startete der VfL in der Bezirksliga West durch, sicherte sich die Meisterschaft.

Einst Gründungsmitglied

Nun ist der VfL Frohnlach, der 2012 sogar Gründungsmitglied der damals neu eingeführten Regionalliga Bayern war, wieder zurück auf der Verbandsspielebene. Dort wollen sich die Oberfranken - fünf Abgängen stehen acht Neuzugänge gegenüber - wieder etablieren. Das Ziel für die Spielzeit 2019/20 ist daher bescheiden, es soll der Klassenerhalt sein.

Die Frohnlacher sind zusammen mit vier anderen Klubs aus Oberfranken der Landesliga Nordwest zugeordnet worden. Doch nun wird es ungleich schwerer für den Traditionsklub aus dem Landkreis Coburg. "Für uns steht der Nichtabstieg im Vordergrund", sagt Spielertrainer Renk. Zwar gab es acht Neuzugänge, aber die kamen überwiegend aus unteren Klassen. Höherklassige Erfahrung bringt nur der offensive Mittelfeldmann Aykut Civelek (25) mit, der bei Greuther Fürth II und Seligenporten schon Regionalliga gespielt hat.

Michael Jakob und Ludwig Scheler haben zumindest schon Landesliga-Erfahrung gesammelt. Fünf Akteure haben den VfL verlassen, die zum Teil Stützen waren. Vor allem Yannick Teuchert und Christopher Autsch waren trotz langer Verletzungsunterbrechungen oft Leistungsträger im VfL-Team.

Neuzugänge aus unteren Ligen

"Wir haben viele Spieler aus unteren Klassen bekommen. Da muss man abwarten, wie schnell sie sich eingliedern. Fest steht aber, dass wir etwas an Erfahrung eingebüßt haben. Insgesamt sind wir etwas breiter aufgestellt, dennoch können wir keine großen Sprünge machen. Es geht einzig darum, dass wir in der Liga bleiben, wenn möglich im Mittelfeld der Tabelle", weiß der erfahrene Renk, was auf sein Team zukommen wird.

Erstmals in der Vereinshistorie geht der VfL Frohnlach in der Landesliga Nordwest an den Start. Zusammen mit den Klubs aus Friesen, Lichtenfels, Coburg und Memmelsdorf bildet der VfL ein Quintett aus Oberfranken in einer sonst mit Vereinen aus Unterfranken geprägten Liga: "Ich kenne ja einige Unterfranken von früher her, so wie Alemannia Haibach, TG Höchberg, ASV Rimpar und die Freien Turner Schweinfurt. Aber es sind auch viele neue Teams dabei wie Vatan Spor Aschaffenburg, TuS Röllbach, DJK Schwebenried/Schwemmelsbach, FC Geesdorf, FC Fuchsstadt oder der SV Euerbach/Kützberg. Da werden wir einige neue Spielstätten kennenlernen, haben aber in den Raum Aschaffenburg einige ganz weite Fahrten”, sagt Renk, der nachschiebt: "Mir persönlich wäre die durch Mittelfranken stark geprägte Landesliga Nordost lieber gewesen, aber wir nehmen es, wie es kommt."

Problematische Testphase

Die Vorbereitung läuft mittelprächtig: "Leider fehlen uns immer wieder Spieler wegen Urlaub und aus beruflichen Gründen. Aber alle, die da sind, präsentieren sich sehr engagiert. Ich hätte mir etwas mehr Trainingsteilnahme gewünscht, aber auch das kann ich nicht beeinflussen. Wir arbeiten aber konzentriert, um zum Start topfit für die neue Liga zu sein", führt Renk aus, der immer positiv denkt, das auch vorlebt und seinen Spielern so weitergibt.

Mit Sieg Euphorie entfachen

Natürlich hofft er am Wochenende auf einen erfolgreichen Saisonstart, denn aus eigener Erfahrung weiß er ganz genau, dass die ersten Spiele als Aufsteiger eine Euphorie entfachen können, wenn sie siegreich gestaltet werden. oph/dme

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