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Gleisenau
Himmlische Aussichten

Vertrauen und Unterwerfung sind verschiedene Glaubensweisen

D as Jubiläum "500 Jahre Reformation" hatte am vergangenen Dienstag, 31. Oktober 2017, dem Reformationstag, seinen Höhepunkt. In den Geschichtsbüchern wird ...
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VolkmarGregori
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D as Jubiläum "500 Jahre Reformation" hatte am vergangenen Dienstag, 31. Oktober 2017, dem Reformationstag, seinen Höhepunkt. In den Geschichtsbüchern wird man lesen können, dass das Reformationsgedenken 2017 in besonderer, kaum erhoffter und nicht zu erwartender Weise ökumenisch geprägt war. Das war vor allem deshalb möglich, weil das Jubiläum als Christusfest gefeiert wurde. Jesus Christus stand im Mittelpunkt.
Einmal wurde Siddartha Gautama, der später den Ehrentitel Buddha, der Erleuchtete, erhielt, von seinen Anhängern nach Gott gefragt. Daraufhin erzählte er die Geschichte, wie ein Landesfürst im Innenhof seines Palastes für seine Bediensteten ein Fest ausrichten ließ. Ein indischer Elefant wurde in den Hof geführt. Dann brachte man der Reihe nach blinde Bettler herein. Die sollten ertasten, was sie da vor sich hatten. Einer bekam ein Bein des Elefanten zu fassen und meinte: "Es ist eine Säule." Ein anderer ergriff ein Ohr und sagte: "Es ist ein Palmblatt im Wind." Als man den nächsten blinden Bettler zum Rüssel des Elefanten führte, wich er erschrocken zurück und rief voller Angst: "Es ist eine große Schlange!" Die Leute aber lachten über die Bettler. Da rief sie Buddha zurecht: "So geht es den Menschen, wenn sie über Gott reden. Sie bekommen nur einen kleinen Teil von ihm zu fassen. Die wirkliche Größe Gottes können sie nicht erfassen."
Wenn Christen nach Gott gefragt werden, dann sprechen sie von Jesus. Er ist, im wahrsten Sinne des Wortes, zu begreifen: als Kind in der Krippe, Lehrer, Prediger, Heiler, Arzt, als der Mann am Kreuz und der Auferstandene. Luther hat es auf den Punkt gebracht: "Wahr' Mensch und wahrer Gott". Gott wird in Christus erkannt, oder man kennt ihn nicht.
Im Blick auf die Religionen bringt das Bekenntnis zu Jesus als dem Sohn Gottes die grundsätzliche Verschiedenheit zum Ausdruck. Im Islam ist "Beigesellung" die größte Sünde und Gotteslästerung. "Beigesellung" bedeutet, dass Allah andere Wesen als Gottheit zur Seite gestellt werden.
Keine Frage, die Anhänger des Christentums und aller Religionen sollen friedlich zusammenleben und sich in freien und demokratischen Gesellschaften respektieren. Aber daraus darf nicht der Schluss gezogen werden, Allah und Gott seien ein und derselbe, und Christen könnten mit Muslimen gemeinsam beten und Gottesdienste feiern. Der Muslim sagt: "Mensch, unterwirf dich Allah". Der Christ sagt: "Glaube an den Herrn, Jesus Christus." Unterwerfung und Vertrauen sind verschiedene Weisen, Glauben auszudrücken.
(Volkmar Gregori, evangelischer Pfarrer für Gleisenau, Ebelsbach, Eltmann und Lauter)
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