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Pfarrweisach

Versiegt die Quelle?

Immer häufiger liefert Junkersdorfs Brunnen weniger als die "Geringstschüttung". Der Gemeinderat gibt ein Gutachten in Auftrag.
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Eckehard Kiesewetter Pfarrweisach — Rund 10 000 Euro investiert die Gemeinde Pfarrweisach in ein hydrogeologisches Gutachten für die Trinkwasserquelle im Gemeindeteil Junkersdorf. Die wasserrechtliche Genehmigung für die Wasserentnahme aus der Quelle läuft zum Jahresende aus. Um eine Verlängerung beantragen zu können, muss die Gemeinde dem Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen ein Basisgutachten vorlegen. Das Gremium war sich einig, den Auftrag an das Ingenieurbüro GeoTeam aus Bayreuth zu vergeben.

Worum es geht, erläuterte Martin Lang, Leiter des Bauamts bei der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, dem Gremium um Bürgermeister Ralf Nowak (ULB). Die Räte erfuhren, dass die Quelle im Schnitt 1,5 Liter pro Sekunde schüttet. Die Höchstleistung beträgt 2,3 Liter pro Sekunde, was laut Bescheid aus dem Jahr 2001 auch der maximal erlaubten Entnahmemenge entspricht.

Wichtiger könnte bald der Wert von 1,0 Liter pro Sekunde sein, die im Bescheid angegebene "Geringstschüttung" (gemessen im Jahr 1935). Dieses Minimum war in den zurückliegenden Jahren immer öfter unterschritten worden, zunächst im "Supersommer" des Jahres 2003, dann auch in den Jahren 2012, 2015, 2017 und im vergangenen Jahr gleich von August bis Dezember. Im letzten Quartal 2019 gab die Quelle gerade mal 0,6 Liter pro Sekunde her, was auf die Trockenheit im Winter und Frühjahr zuvor zurückgeführt wird. Falls es nicht in den nächsten Monaten ergiebige Niederschläge gibt, dann wird die Quelle wohl auch in diesem Jahr wieder Sorgen bereiten.

Der kritische Wert

Richtig kritisch wird es den Angaben zufolge bei 0,4 Litern pro Sekunde. Dann drohen Lieferengpässe und womöglich hygienische Probleme im Rohrnetz. Die Junkersdorfer müssten womöglich per Milchlaster mit Trinkwasser versorgt werden. Könnte das Dorf bei anhaltend trockenen fränkischen Sommern eines Tages buchstäblich auf dem Trockenen sitzen? Das Gutachten des Bayreuther Büros dürfte Klarheit schaffen.

Zweiter Bürgermeister Rüdiger Kuhn (CSU) wertete das Thema als Wahlkampf und beantragte eine Vertagung auf eine Sitzung nach der Kommunalwahl. Die Mehrheit im Gremium indessen sah dies anders. So diskutierte und beschloss das Ratsgremium die Anschaffung einer Geschwindigkeitsmessanlage für knapp 3000 Euro; ein "Beitrag zur Straßenverkehrserziehung und Sicherheit der Bürger", wie Ralf Nowak sagte. Bisher hatte der Bauhof jeweils das Messgerät aus Rentweinsdorf entliehen. "Umständlich und aufwendig", hieß es, weswegen jetzt ein eigenes Gerät angeschafft und ganzjährig an verschiedenen Orten im Gemeindegebiet eingesetzt werden soll. Die Entscheidung für den Kauf fiel knapp mit sieben zu sechs Stimmen.

Einstimmig dagegen war die Zustimmung zur Jugendförderung, wie sie der Gemeinderat im Jahr 2004 eingeführt hatte: Zehn Euro pro Person und Jahr sollen Vereine und kirchliche Träger für ihre Jugendarbeit erhalten. Für die Jugendfeuerwehr Pfarrweisach gibt es gemäß Antrag für das vergangene Jahr 90 Euro, für die Junkersdorfer Schützengesellschaft 110 Euro, für die Blasmusik Kraisdorf 140 Euro, für den Musikverein St. Kilian 20 Euro und für den TSV Pfarrweisach 430 Euro; das evangelische Dekanat Rügheim bekommt 40 Euro, das katholische Pfarramt Pfarrweisach 300 Euro und das evangelische Pfarramt Eyrichshof 160 Euro.

In der Sitzung wurden auch etliche private Bauanträge behandelt und bewilligt.

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