Poxdorf

Versiegelung verunsichert Poxdorf

Die Entwässerung des künftigen Supermarktes in Effeltrich bereitet dem Nachbarn große Sorgen. Im Baugebiet "Am Mühlweiher" in Poxdorf gibt es ortsbezogene Vergabekriterien für die zehn Bauparzellen.
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In der Gemeinderatssitzung in Poxdorf ging es um den Stand der Arbeiten im Zusammenhang mit den Baustellen "Am Mühlweiher II" und "Lebensmittelmarkt".

Wie Bürgermeister Paul Steins im Hinblick auf das neue Baugebiet "Am Mühlweiher II" berichtete, sind die vorbereitenden Bodenarbeiten für Kanal, Wasser, Umleitung und Verrohrung des bestehenden Grabens nun fertiggestellt. Auf Anraten des Bodengutachters ist die Kapazität des zwischen den geplanten Häusern und dem Kreuzbach gelegenen Regenrückhaltebecken dadurch verbessert worden, dass man die Sandschicht entfernt und durch eine Lehmschicht ersetzt hat. Nun kann die Baufirma Anfang Juni damit beginnen, die Straße zu legen. Die detaillierten Richtlinien für die Vergabe der zehn Bauparzellen - vier Einzelhäuser und sechs Doppelhäuser - können der Internetseite der Gemeinde entnommen werden. Der Kaufpreis beträgt 270 Euro pro Quadratmeter. Bewerbungen werden nach der Reihenfolge ihres Eingangs gelistet und ab dem 7. Juni ausgewertet. Für die Vergabe spielen soziale Kriterien (Zahl der Kinder) und ortsgebundene Kriterien (ansässig in Poxdorf oder in der näheren Umgebung) eine Rolle. Die Käufer müssen sich verpflichten, innerhalb von zwei Jahren mit dem Bau zu beginnen und ihn innerhalb weiterer zwei Jahre fertigzustellen. Außerdem besteht eine Verpflichtung zu fünfjähriger Eigennutzung und ein Weiterverkaufsverbot für die Frist von fünf Jahren nach dem Eintrag ins Grundbuch. All diese Maßnahmen sollen dem Erhalt und der Weiterentwicklung einer ausgewogenen Bevölkerungsstruktur dienen und insbesondere für junge Familien ein Anreiz sein, sich in Poxdorf niederzulassen.

Im Zusammenhang mit dem neuen Lebensmittelmarkt, der auf Effeltricher Flur, aber nahe bei Poxdorf gebaut wird, war laut Bürgermeister Steins zu klären, wohin das Oberflächenwasser abfließen soll.

Steins erinnerte daran, dass die Gemeinde Poxdorf gefordert hatte, dass das Wasser, das auf der versiegelten Fläche des Supermarktes nicht versickern kann, nicht einfach in den Straßengraben geleitet wird. Der Bürgermeister sagte: "Wir liegen nun mal tiefer als Effeltrich, und es kann nicht angehen, dass das Effeltricher Wasser einfach so über den Straßengraben nach Poxdorf und in unseren Kreuzbach entsorgt wird." Bisher betrug der Zufluss aus der unversiegelten Wiese circa zehn Liter pro Sekunde.

Damit sich diese Menge auf keinen Fall vergrößert, wurde zwischen den beiden Gemeinden, dem Straßenbauamt und dem Wasserwirtschaftsamt eine Vereinbarung erarbeitet: Das Dachwasser des Netto-Marktes und das Oberflächenwasser des Parkplatzes sind in zwei Rückhaltebecken zu speichern, so dass nie mehr als zehn Liter pro Sekunde in den Straßengraben und damit nach Poxdorf abfließen. Die Genehmigung des Straßenbauamtes erfolgte unter der Bedingung, dass die Gemeinde Effeltrich oder der Bauträger des Netto-Marktes für die Pflege des Grabens sorgt und im Schadensfall die Haftung übernimmt. Die Frage von Willi Schneider (FW), warum das Regenrückhaltebecken im Baugebiet Mühlweiherstraße für ein HQ 100, also ein voraussichtlich alle 100 Jahre stattfindendes Hochwasser, ausgelegt werden muss, die größere versiegelte Fläche des Supermarktes plus Parkplatz jedoch nur für ein HQ2, also ein alle zwei Jahre zu erwartendes Hochwasser, konnte Paul Steins nicht beantworten.

Er habe vom Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes wissen wollen, warum in Poxdorf 700 Kubikmeter Speichervolumen, in Effeltrich dagegen nur 35 Kubikmeter Speichervolumen gefordert würden. Dessen Antwort: Für Lebensmittelmärkte sei stets nur eine HQ-2-Vorsorge gefordert.

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