Teuschnitz
Leserbrief

Verrottet das Bauwerk Kirche?

Zum Bericht über die Konstituierung des Seelsorgebereichsrates Frankenwald vom 20. November: Es ist ja eine nette Geste, dass sich Detlef Pötzl und der neue Seelsorgebereichsrat auf die Fahne schreibe...
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Zum Bericht über die Konstituierung des Seelsorgebereichsrates Frankenwald vom 20. November: Es ist ja eine nette Geste, dass sich Detlef Pötzl und der neue Seelsorgebereichsrat auf die Fahne schreiben, dass "die Kirche im Dorf bleiben soll". Ich persönlich vermute, dass auch hier im großen Maße nur heiße Luft verströmt. Ob meine mathematischen Kenntnisse ausreichen, die Rechnung der Mutter Kirche zu verstehen, wage ich übrigens zu bezweifeln, das räume ich gerne ein. Aber vielleicht gibt es unter den Lesern ja jemanden, der mir diese "Rechnung" genauer erklären kann, so dass ich sie auch verstehe.

Derzeit sind für den neuen Seelsorgebereich - welcher von der Fläche gesehen wesentlich größer ist als der Kronacher - sieben Priester im Dienst. Diese werden von pastoralen Mitarbeitern unterstützt. Ab 2022, so die Berichterstattung, wird der Bereich mit vier Priestern auskommen müssen - also, wenn ich mich nicht verrechnet habe, drei Pfarrern weniger. Schon jetzt ist die Kirche nicht (mehr) in der Lage, ihre "Leistung" ordentlich und zur Zufriedenheit der Steuerzahler zu erbringen, nämlich flächendeckende Seelsorge und Messfeiern anzubieten. Das soll mit drei Priestern weniger dann (besser?) funktionieren?

Ein interessanter Ansatz ist auch die Frage: Wenn die Kirche ihre "Leistung" deutlich verringert, kann/muss/darf ich auch meine Kirchensteuer anteilig kürzen? Auf die Antwort auf diese Frage bin ich sehr gespannt! Somit bleibt die nüchterne Erkenntnis oder Vermutung, dass mit noch weniger Priestern noch weniger Messfeiern angeboten werden und somit die Aussage "Die Kirche soll im Dorf bleiben" allenfalls der Hinweis dafür ist, dass das Bauwerk Kirche vor den Augen der Gläubigen verrottet.

Wieder mal eine Augenwischerei der Kirchenoberen, die wie vor mehreren Hundert Jahren schon einmal die Menschen für dumm verkaufen wollten. Ob das 2019 auch noch klappt?

Eine genauso interessante Rechnung könnte sein: Wenn circa 450 gläubige Gemeindemitglieder (z.B. aus Buchbach) aus der Kirche "austreten" und lediglich die Hälfte der derzeitigen Kirchensteuer in ein Porzellansparschwein werfen, könnte man damit innerhalb von sechs Monaten die "Kirche im Dorf" kaufen. Nach dem sechsten Monat (wenn uns unsere Kirche gehört ...) könnte man allen Gläubigen die Kirchensteuer bis auf 10 Euro pro Person im Monat erlassen und damit einen eigenen Pfarrer finanzieren. Es bleibt sogar Geld im vierstelligen Bereich übrig für Erhaltungsmaßnahmen sowie Hilfsbedürftige innerhalb und außerhalb der Pfarrei. So hat man mir das Rechnen vor langer Zeit beigebracht, passt das heute noch? Benjamin Baier Buchbach

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