Kulmbach

Vernetzen, fordern und fördern

Der Landkreis Kulmbach hat jetzt auch offiziell eine Integrationslotsin. Souzan Nicholson wurde im Landratsamt vorgestellt.
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Souzan Nicholson ist die erste Integrationslotsin im Landkreis Kulmbach.  Foto: Archiv/Druse-Baum
Souzan Nicholson ist die erste Integrationslotsin im Landkreis Kulmbach. Foto: Archiv/Druse-Baum
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Integration geschieht nicht von selbst, sondern braucht vielfältige Initiativen, um Zugewanderten den Weg in die deutsche Gesellschaft zu erleichtern, wenn nicht sogar erst zu ermöglichen. Dabei sollen hauptamtliche Integrationslotsen als zentrale Ansprechpartner für Helfende, Initiativen und Verbände wie auch interessierte Bürger zur Verfügung stehen. Im Landkreis Kulmbach gibt es nun ein Gesicht und einen Namen dazu: Souzan Nicholson.

Sie ist seit Juli im Landratsamt und hat bereits ein Netzwerk aufgebaut, in dem sie mit "Optimismus, Wertschätzung und Power" die Strippen zieht, wie Ikram Abed, die Sprecherin der Interkulturellen Frauengruppe der Gummi-Stiftung betonte. Sie war eine der Rednerinnen bei der offiziellen Auftaktveranstaltung für die Integrationslotsin im Landratsamt.

Wie die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Gudrun Brendel-Fischer, erläuterte, sei es das Ziel, für Migranten "den Weg Sprache - Bildung - Arbeitsmarkt" zu ebnen. Derzeit seien in Bayern 120 000 Zuwanderer in Arbeits- und 13 000 in Ausbildungsverhältnissen. Es seien bereits Lehrer aus dem arabischen Raum beschäftigt, die in der Sprache vermitteln sollen, und man wolle auch Sprachunterricht in den Vorschulen ausbauen. So sei jetzt zum Beispiel eine Syrerin aus Gefrees im Bad Bernecker Kindergarten eingesetzt, erzählte Brendel-Fischer aus ihrem Wahlkreis Bayreuth. Die Kinder trügen die deutsche Sprache dann auch in ihre Familien.

Diese Bemühungen seien aber nicht auf den arabischen Raum beschränkt, denn mit Inkrafttreten des Fachkräfte-Zuwanderungsgesetzes im März 2020 würden weitere Bemühungen für Fachkräfte aus anderen Regionen notwendig. Um den gesamten Integrationskomplex ins Laufen zu bringen, seien zudem Ehrenamtliche gefragt. Die anzuwerben und deren Einsätze zu koordinieren, sei eben das Aufgabengebiet der Integrationslotsen.

Dieses Aufgabengebiet umriss in einer Videobotschaft die Integrationslotsin im Landkreis Berchtesgadener Land, Astrid Kaeswurm, mit einigen Schlagworten: Ehrenamt fordern und fördern, aber nicht überfordern; Bildung für Neubürger durch Ehren- und Hauptamtliche anbieten; Vernetzen und Erfahrungen sammeln und auch mal Kummerkasten für alle Beteiligten sein.

Aus dem Kreis dieser Beteiligten begrüßte zu Beginn der Veranstaltung im Landratsamt Landrat Klaus Peter Söllner unter anderem den Leiter des beruflichen Schulzentrums, Alexander Battistella, Vertreter der Polizei, der Kommunen, Kirchen und aus dem eigenen Haus insbesondere Peter Müller, dem er als Leiter für die Kommunale Koordination der Bildungsangebote für Neuzugewanderte Engagement über dessen Aufgabenbereich hinaus attestierte.

An Peter Müller machte Souzan Nicholson selbst ihre Entscheidung fest, die Aufgaben der Integrationslotsin gerade in Kulmbach wahrzunehmen, obwohl sie das gleiche Angebot auch von ihrer Heimatstadt Erlangen hatte. "In Kulmbach und im ganzen Landkreis spüre ich täglich eine Einheit; alle versuchen, etwas zusammen zu schaffen", so Nicholson. Vornehmlich aber dankte sie ihren Eltern, bei denen sie eben Wertschätzung und uneingeschränkten Rückhalt erfahren habe, den sie mit ihrer jetzigen Aufgabe weitergeben wolle.

Die Stelle in Kulmbach wird, wie alle anderen Bildungslotsen, vom Freistaat über das Sachgebiet 15 an der Bezirksregierung von Mittelfranken finanziert und war durch dessen Leiter Alban Posch in Kulmbach selbst vertreten. Die kleine Feier im Landratsamt wurde von Kilian Pistor, Max Heiß und Deborah Kemnitzer vom Benefizprojekt "Musik verbindet" dezent, aber eindringlich musikalisch gestaltet.

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