Herzogenaurach
herzogenaurach.inFranken.de  Bevor sie zu motorisierten Verkehrsteilnehmern werden, sollen Jugendliche die Gefahren der Straße kennen.

Verkehrswacht mahnt zu Besonnenheit

Die Gebietsverkehrswacht Herzogenaurach veranstaltete zu Beginn der letzten Schulwoche für die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe des Gymnasiums und der neunten Jahrgangsstufe der Realschule einen Ver...
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Franz Dobesch von der Verkehrswacht Kelheim erklärte, wie man sich nach einem Überschlag aus einem Auto befreien kann. Foto: Wolfgang Gerstberger
Franz Dobesch von der Verkehrswacht Kelheim erklärte, wie man sich nach einem Überschlag aus einem Auto befreien kann. Foto: Wolfgang Gerstberger
Die Gebietsverkehrswacht Herzogenaurach veranstaltete zu Beginn der letzten Schulwoche für die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe des Gymnasiums und der neunten Jahrgangsstufe der Realschule einen Verkehrssicherheitstag im Rahmen der bundesweiten und von der Deutschen Verkehrswacht unterstützten "Aktion junge Fahrer".
Nach der Begrüßung durch Schulleiter Norbert Schell richtete der Leiter der Polizeiinspektion Herzogenaurach, Wilhelm Wölfel, deutliche Worte an die versammelten Schüler, die als junge, bald motorisierte Verkehrsteilnehmer eine besondere Risikogruppe im Straßenverkehr darstellen. Ablenkung im Straßenverkehr sei eine immer häufiger festzustellende Ursache von teilweise sogar sehr schweren Unfällen, weshalb er die Bedeutung solcher Sicherheitstage besonders hervorhob.
Wolfgang Gerstberger, Vorsitzender der Herzogenauracher Verkehrswacht, ergänzte dazu noch, dass zum Beispiel eine Fünf in Mathe überhaupt kein Beinbruch sei, sie sei wieder auszubügeln. Ein tödlicher Verkehrsunfall aber sei stets mit Leid und Trauer für Familie und Freunde verbunden und lasse sich nicht mehr rückgängig machen. Im Anschluss stellte er die beteiligten Moderatoren vor und leitete in den Aktionstag über, dessen Ablauf sich in zwei Bereiche gliederte: Vorträge mit Diskussion in Klassenzimmern und aktive Beteiligung an den Simulatoren.
Eckhard Künzle vom Tüv Süd stellte Fahrerassistenzsysteme vor, diskutierte aber mit den Schülern, ob diese selbst nicht auch zu Ablenkungen führen könnten. Natürlich richtete sich das Interesse auch hin auf ein mögliches autonomes Fahren.


Blick durch die Rauschbrille

Jürgen Martin vom Polizeipräsidium Mittelfranken informierte darüber hinaus über Auffälligkeiten von Jugendlichen durch den Gebrauch von Drogen und Alkohol und die sich zwangsweise daraus ergebenden Gefahren bei der Teilnahme am Straßenverkehr. Über die strafrechtlichen Folgen klärte Kerstin König von der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth auf.
Einen Eindruck vom Einfluss berauschender Mittel konnte sich jeder mit den bereitgestellten Rauschbrillen verschaffen, durch die ein aufgebauter Parcours nur mit Schwierigkeiten zu bewältigen war. Von seinen eigenen Fähigkeiten konnte man sich beim Seh- und Reaktionstest überzeugen.
Im Außengelände standen mehrere Simulatoren zur Verfügung, die auch von der Öffentlichkeit in Anspruch genommen wurden. Der Aufprallsimulator zeigte deutlich den Sinn der Kombination von Kopfstütze und Sicherheitsgurt. Besonderes Interesse weckte bei allen der Überschlagssimulator. Hier erläuterte Franz Dobesch von der Verkehrswacht Kelheim eindrucksvoll, wie man sich nach einem Überschlag aus einem auf dem Dach liegenden Fahrzeug befreien kann, ohne sich zusätzliche Verletzungen beizufügen. "Eigentlich gehören diese deutlichen Hinweise in die Fahrschulausbildung", forderte danach ein Schüler.
Ein Fahrsimulator mit einem Modul zur Ablenkung forderte von den Teilnehmern erhöhte Konzentration und demonstrierte, wie leicht gefährliche Situationen entstehen können. Dass trotz vieler Spiegel an modernen Lastwagen die Gefahren durch den toten Winkel für Radfahrer und Fußgänger noch längst nicht beseitigt sind, davon konnte sich jeder selbst auf dem Fahrersitz eines solchen Lkw überzeugen, der von der Spedition Wormser zu diesem Anlass zur Verfügung gestellt worden war. Je mehr Spiegel, vielleicht sogar noch eine Kamera mit Bildschirm, umso größer sind die Anforderungen an und damit fast Überforderungen für den Fahrer. Nur Sensoren, wie auf der Jahresmitgliederversammlung der Deutschen Verkehrswacht gefordert, bringen den Initiatoren des Aktionstags zufolge eine spürbare Abhilfe, Erleichterung für den Fahrer und deutlich mehr Sicherheit für die anderen. Wolfgang Gerstberger
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