Forchheim

Verharmloste Krankheit

Zum Weltdiabetestag informierte das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. Der Anteil von Patienten mit Diabetes mellitus 2 liegt bereits bei etwa 30 Prozent aller Klinikpatienten.
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Am Informationsstand geben Mitarbeiterinnen über Diabetes Auskunft.  Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz
Am Informationsstand geben Mitarbeiterinnen über Diabetes Auskunft. Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Von Interessierten umkreist erläuterte die Internistin und Diabetologin Elisabeth Dewald an einem Informationsstand im Foyer des Klinikums Forchheim die Hintergründe des jährlichen Weltdiabetestages: "Das ist der Geburtstag von Frederick Grant Banting. 1921/22 gelang den beiden Forschern Frederick Grant Banting und Charles Herbert Best die Entdeckung des Insulins und damit der bahnbrechende Erfolg in der Behandlung der Diabetes-Erkrankung.

Rund 95 Prozent aller Diabetesfälle sind dem sogenannten Diabetes mellitus Typ 2 zuzuordnen. Aktuell geht man von etwa 7,2 Millionen bekannten Typ-2-Diabetikern in Deutschland aus, die Zahl der unbekannten Typ-2-Diabetiker liegt nach Schätzungen ebenso hoch. Jährlich kommen 500 000 Neuerkrankungen hinzu.

Der Anteil von Patienten mit Diabetes mellitus 2 in den Kliniken liegt bereits bei etwa 30 Prozent aller Klinikpatienten. Die Fachwelt spricht bereits von einem sich ausbreitenden "Diabetes-Tsunami".

Schwerwiegend sind in diesem Zusammenhang auch die Begleit-/Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus. Diabetes mellitus ist eine Erkrankung mit weitreichenden Folgen. Weil diese nicht wehtut und man sie oft lange nicht bemerkt, wird sie häufig als "ein bisschen Alterszucker" verharmlost.

Mit Diabetes in der Klinik

Trotz aller Fortschritte in der Behandlung des Diabetes kann ein Krankenhausaufenthalt manchmal nicht vermieden werden - sei es wegen einer entgleisten diabetischen Stoffwechsellage oder auch wegen einer anderen Erkrankung oder einer anstehenden Operation. Dies bedeutet für Menschen mit Diabetes eine Veränderung ihrer täglichen Gewohnheiten, manche Diabetesmedikamente müssen zum Beispiel vor einer Operation abgesetzt werden, Insulinmengen müssen angepasst werden, Infektionen und Therapeutika können den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben, Nüchtern-Phasen erfordern eine Anpassung der Diabetestherapie. Zudem ist aus Studien bekannt, dass Menschen mit Diabetes ein höheres Risiko für Komplikationen haben und dadurch auch die Verweildauer in der Klinik länger wird.

Um als Patient mit Diabetes selbst gut auf einen geplanten stationären Aufenthalt in der Klinik vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, sich schon im Vorfeld mit dem Hausarzt oder dem behandelnden Diabetologen abzusprechen, die entsprechenden Unterlagen für die Klinik bereitzuhalten und das eigene Diabetes-Equipment in die Klinik mitzunehmen.

Die Auswahl einer geeigneten Klinik für Diabetiker erleichtert ein von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vergebenes Zertifikat, das für jeweils drei Jahre Gültigkeit besitzt, danach muss sich die Klinik einer erneuten Prüfung ihrer Qualitätsstandards unterziehen. Das Klinikum Forchheim besitzt dieses Zertifikat "Klinik für Diabetespatienten geeignet" bereits seit 2014, im Oktober 2017 wurde die Klinik rezertifiziert.

Diabetesversierte Pflegekräfte

Neben einer in Vollzeit tätigen Diabetologin stehen den Patienten im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz auch eine ärztliche Weiterbildungsassistentin zur Diabetologin, Julia Weber, sowie zwei Diabetesberater, Sabine Lamprecht und Dominik Schrenker, und auf allen Stationen diabetesversierte Pflegekräfte zur Verfügung. red

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