Ebelsbach

Vereint im Glauben an Jesus

Zum 500. Reformationstag feierten evangelische und katholische Christen in der Gleisenauer Kirche einen Gottesdienst. Er war getragen von der Freude über die gelungene Ökumene, aber auch von der Trauer über Opfer.
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Anlässlich des Festes gab es dann einen Empfang mit Bewirtung auf dem Vorplatz der Kirche.
Anlässlich des Festes gab es dann einen Empfang mit Bewirtung auf dem Vorplatz der Kirche.
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"Dankbar bin ich dafür, dass durch das Jubiläum 500 Jahre Reformation die beiden großen Kirchen in unserem Lande in vielerlei Weise und wie nie zuvor zusammengerückt sind. Ich habe mich aber ebenso sehr gefreut, dass es in der Fülle von Gottesdiensten und Veranstaltungen zu diesem Anlass in unserer Kirchengemeinde auch ökumenische und gemeinsam gestaltete gab und die ökumenischen Beziehungen zur Pfarrgemeinde Ebelsbach vertieft wurden." Pfarrer Volkmar Gregori freute sich bei dem ökumenischen Festgottesdienst in der Kirche Gleisenau, an dem die evangelische und die katholische Kirchengemeinde mitwirkten.
Gemeinsam waren die Pfarrer Volkmar Gregori (evangelisch) und Matthias Rusin (katholisch) mit den Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten in die Kirche eingezogen. Die Orgel spielte Ingbert Sollmann, der Posaunenchor Gleisenau spielte unter Leitung von Herbert Hofmann; dazu sang die Kantorei der katholischen Kirche unter Leitung von Johannes Eirich.
Vertrauensfrau Gisela Hümmer sowie Pfarrgemeinderatsvorsitzender Florian Mayer erinnerten, dass sich im 16. Jahrhundert Lutheraner und Katholiken oft missverstanden und gegen das achte Gebot (kein falsches Zeugnis abgeben) verstoßen hätten. Man konzentrierte sich auf das, was trennte, nicht auf das, was vereint. "Religion und Glaube wurden missbraucht. Wir bedauern zutiefst das Böse, was Katholiken und Lutheraner einander angetan haben." Religionspädagogin Sarah Zeidler trug noch einige Gedanken aus dem Dokument "Vom Konflikt zur Gemeinschaft" vor.
 


Wer ist der Menschensohn?

Volkmar Gregori ging auf das Evangelium mit dem Weinstock ein, bei Jesus seine Jünger gefragt habe "was sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?" Seine Antwort: "Zwar steht Jesus noch am Anfang seiner Tätigkeit, aber die Antworten, die er von seinen Jüngern erhält, sind höchst ehrenvoll: Er stehe mit Johannes dem Täufer auf eine Stufe. Er sei so wie die Propheten Elia und Jeremia. Was kann der junge Mann aus Nazareth mehr wollen als solche Vergleiche, die ihn derart auszeichnen?"
Simon Petrus sprach das erste grundlegende Christusbekenntnis aus: "Du bis Christus, der Sohn des lebendigen Gottes". Gregori: "Welch ein revolutionärer Satz, der andere religiöse Wahrheitsansprüche verneint und herausstellt: An der Person Jesus entscheidet sich alles!" Seit 1999 die römisch-katholische Kirche und der lutherische Weltbund die gemeinsame Rechtfertigung unterzeichneten, sei diese Auffassung Lehre beider Kirchen. Im Jubiläumsjahr habe man sich erneut vergewissern können: "Wer dem lebendigen Gott begegnen will, der muss zu Jesus kommen. Wer das ewige Leben bei Gott sucht, der darf es sich von Jesus schenken lassen."


Eine einzigartige Figur

Matthias Rusin stellte heraus, dass Jesus Christus einzigartig sei und in ihm sich alles entscheide. "Martin Luther war ein Brandstifter wider Willen, der die Welt veränderte. Dabei dürfen wir sogar dankbar sein für die guten Früchte der Reformation, müssen aber das raue Klima der Reformation bedauern."
Bürgermeister Walter Ziegler meinte, die evangelische Kirchengemeinde habe eine Fülle von Veranstaltungen im Jubiläumsjahr durchgeführt und das verdiene große Anerkennung. Auf dem Kirchenvorplatz fanden die Gläubigen zu gemeinsamen Gesprächen.


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