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Harsdorf

Vereinsmensch durch und durch

Jeder in Harsdorf kennt den "Kochs Heiner". Jetzt feierte der Gemeindebote seinen 80. Geburtstag.
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Ein bekanntes Bild in der Gemeinde Harsdorf: Gemeindebote Heinrich Koch bringt wichtige Bekanntmachungen im Amtskasten an.
Ein bekanntes Bild in der Gemeinde Harsdorf: Gemeindebote Heinrich Koch bringt wichtige Bekanntmachungen im Amtskasten an.
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Heinrich Koch hat in der Tat von seinem Wohnhaus in der "Oberloh" den schönsten Blick über Harsdorf. Kürzlich feierte der beliebte Gemeindebote seinen 80. Geburtstag und mit ihm nicht nur seine Familie, sondern auch zahlreiche Vereinsvertreter, denn der "Kochs Heiner" ist ein Vereinsmensch durch und durch. Angefangen vom TSV Harsdorf, wo er nahezu alle baulichen Maßnahmen als gelernter Maurer maßgebend begleitet hat, bis hin zum zuverlässigen Notenwart beim Männergesangverein "Gemütlichkeit" Harsdorf, wo er seit nunmehr 54 Jahren den 2. Bass singt.
Der Jubilar, der in Bayreuth geboren ist, hat sich als "Rei'gschmeckter", wie man in Franken zu sagen pflegt, nach seiner Eheschließung im Jahr 1959 mit seiner Ehefrau Marianne sofort in die dörfliche Gemeinschaft eingebracht und war noch bis vor wenigen Jahren eine unverzichtbare Stütze beim TSV Harsdorf, ob als Vereinsmaurer oder als Platzwart.
Dies wusste an seinem 80. Geburtstag natürlich der TSV Harsdorf mit Vorsitzendem Manfred Zapf besonders zu schätzen: "Heiner hat immer gesagt, hier würde kein Stein auf dem anderen stehen, wenn er nicht da gewesen wäre!" Und so war es auch wirklich, denn der "Kochs Heiner" war bei Bauarbeiten immer vorne dabei. Er war auch als Torwart in der 1. Mannschaft aktiv - für die TSV-Fans war er der Harsdorfer Radenkovic - und spielte in der Theatergruppe des TSV mit. Aufgrund seiner Verdienste wurde Heinrich Koch vor einigen Jahren auch zum Ehrenmitglied des TSV Harsdorf ernannt.
Bürgermeister Günther Hübner würdigte seine nunmehr über 20-jährige Tätigkeit als Gemeindebote und stellte auch das Wirken von Heinrich Koch für die Dorfgemeinschaft heraus.


Eher zufällig

Zum Gemeindeboten kam Heinrich Koch eher zufällig. "Mein Vorgänger hatte aufgehört und die Gemeinde brauchte wieder einen Boten. Ich habe mich darauf gemeldet und wurde auch gleich genommen. Ich war damals 60 Jahre alt, als meine Baufirma in Konkurs ging." Mit dem Job als Gemeindebote konnte sich Heinrich Koch bis zur Rente ein Zubrot verdienen, und heute ist es für ihn ein schönes Taschengeld. Heinrich Koch hat seine festen Tage: Mittwoch und Samstag werden die amtlichen Bekanntmachungen in der Gemeindekanzlei abgeholt und an den zehn Anschlagtafeln im gesamten Gemeindebereich angebracht. Hin und wieder kommt es aber auch schon vor, dass er zur Verwaltungsgemeinschaft nach Trebgast muss, um dort Schreiben abzuholen, die entweder zugestellt oder bekanntgemacht werden müssen. Heinrich Koch: "Im Dorf selber wird alles zu Fuß zurückgelegt, aber in den Außenorten bin ich mit meinem Auto unterwegs." Wie jetzt bei der Zustellung der Wahlbenachrichtigungskarten war Heinrich Koch drei Tage flott unterwegs.
Die Arbeit als Gemeindebote verrichtet der "Kochs Heiner" bis zum heutigen Tag gern und vor allem äußerst zuverlässig: "Der Bürgermeister hat mir gesagt, wenn ich einmal nicht mehr können sollte, dann soll ich aufhören." Sollte das eines Tages einmal zutreffen, wird der Job des Gemeindeboten "wegrationalisiert" und durch die Post ersetzt. Und die Anschläge an den Gemeindetafeln wird dann wohl der Bauhof erledigen müssen.
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