Erlangen-Höchstadt — Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag, 20. April, erneut die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst im Landkreis Erlangen-Höchstadt und in der Stadt Erlangen zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Wegen des Streiks haben voraussichtlich etliche Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Lern- und Spielstuben und Stadtteilzentren geschlossen oder nur mit einen Notbetrieb geöffnet.

Zur Demo nach Stuttgart

Die Streikenden fahren um 8 Uhr vom Parkplatz West mit drei Bussen zu einer Demonstration und Kundgebung nach Stuttgart, teilt der Erlanger Verdi-Vorsitzende Roland Hornauer mit. Mit der Großkundgebung vieler Beschäftigter aus dem Sozial- und Erziehungsdienst aus Bayern und Baden-Württemberg will Verdi so viel Druck aufbauen, dass noch im April ein Tarifergebnis erzielt wird. Verdi fordert die deutliche finanzielle Aufwertung aller Berufsgruppen im Sozial- und Erziehungsdienst.
"Wenn die Arbeitgeber, wie der Nürnberger Personalreferent Köhler, behaupten, die Beschäftigten hatten nach der letzten Tarifauseinandersetzung über die Aufwertung 2009 eine deutliche finanzielle Anerkennung erhalten, dann lügen sie oder haben keine Ahnung. 2009 haben wir leider nur die Gleichstellung der nach dem 1.10.2005 eingestellten Beschäftigten mit den älteren Kolleginnen und Kollegen und einzig ein neues Eingruppierungsmerkmal für den Allgemeinen Sozialdienst im Jugendamt erreicht. Die Aufwertung ist deshalb nach wie vor überfällig", macht Hornauer deutlich. Der 20. April ist schon der dritte ganztägige Warnstreik. Sollte auch dieser ergebnislos bleiben, steht wohl eine Urabstimmung mit anschließenden Erzwingungsstreik an. red