Kulmbach

Verband hat Grund zum Feiern

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) blickt in diesem Jahr bundesweit auf ihr 100-jähriges Bestehen zurück. Der Kulmbacher Kreisverband nimmt dies zum Anlass, am Samstag drei eigene Jubiläen zu begehen.
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Sie freuen sich auf zahlreiche Besucher: (von links) Elisabeth Weith, Friederike Ködel, Elke Engelbrecht und Andrea Herdegen. Foto: Uschi Prawitz
Sie freuen sich auf zahlreiche Besucher: (von links) Elisabeth Weith, Friederike Ködel, Elke Engelbrecht und Andrea Herdegen. Foto: Uschi Prawitz
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Als Marie Juchacz im Jahr 1919 die Arbeiterwohlfahrt gegründet hat, dachte sie sicher nicht, dass sich daraus einmal ein Verband mit über 335 000 Mitgliedern, 66 000 ehrenamtlich engagierten Helfenden sowie 215 000 hauptamtlichen Mitarbeitenden entwickeln würde. Dieses besondere Jubiläum nimmt der Kreisverband Kulmbach zum Anlass, eigene Jubiläen zu feiern: 50 Jahre Rehbergheim, 40 Jahre Frühförderung, 10 Jahre Kinderkrippe Krümelkiste. Das macht zusammen ebenfalls 100 Jahre.

Ausgiebig gefeiert wird das Jubiläum am kommenden Samstag, 13. Juli, von 14 bis 19 Uhr in der Hannes-Strehly-Straße in Kulmbach. "Unsere Kreisvorsitzende Inge Aures wird eine Festansprache halten", kündigte Awo-Geschäftsführerin Elisabeth Weith an. Für das leibliche Wohl ist mit Kaffee, Kuchen, Bratwürsten und Pizza bestens gesorgt, Hans-Georg Busch (HaGeBu) ist für die musikalische Unterhaltung zuständig.

Ein Theaterstück zum Jubiläum

Ein besonderes Highlight ist ein Theaterstück von und mit Rüdiger Baumann. In einer Zeitreise durch 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt erweckt er markante Punkte in der Geschichte zum Leben, holt sie aus dem Dornröschenschlaf. "Die Antwort auf Dornröschen. Awo - 100 Jahre wach!" heißt das Stück, das er eigens zum Jubiläum geschrieben hat und mit Ensemblemitgliedern des Schauhaufens aber auch mit verschiedenen Awo-Mitarbeitern um 15 und um 17 Uhr auf die Bühne am Festgelände bringt.

Natürlich kommen auch die Kinder bei dem Fest voll auf ihre Kosten. Spielstationen mit Bastelangeboten, Entenangeln im Planschbecken und ein Glücksrad der Krümelkiste gehören neben einer Hüpfburg, einem Kletter-Hüpf-Felsen und Kinderschminken zum Basisangebot. Mit der Frühförderung kann man Steckenpferde basteln oder einen psychomotorischen Parcours durchlaufen, das Rehbergheim bietet das Bedrucken von Awo-Taschen an. "Schülerinnen und Schüler der Werner-Grampp-Schule werden darüber hinaus alkoholfreie Cocktails anbieten", sagte Friederike Ködel, die Leiterin des Rehbergheims.

Das Rehbergheim handelt ganz nach dem Motto "Anders sein ist für uns normal". Eine individuelle und bedarfsorientierte Förderung im Sinne einer ganzheitlichen Pädagogik ist seit 50 Jahren der Leitfaden der Einrichtung. "Unser Rehbergheim zeichnet sich durch seinen familiären Charakter aus", erklärte Friederike Ködel. Es gebe maximal 16 Heimplätze in zwei Gruppen. Gegründet wurde das Rehbergheim am 1. April 1969 und betreute ab diesem Zeitpunkt 30 Kinder und Jugendliche mit geistiger und schwerstmehrfacher Behinderung.

Die Kulmbacher Frühförderung besuchen jährlich rund 190 Kinder aus dem Landkreis; sie werden von 16 festangestellten Mitarbeitern aus dem psychologisch-pädagogischen Bereich betreut. Sie sieht sich unter anderem als eine Entwicklungsbegleitung für Risikokinder, wie etwa Frühgeborene, begleitet Kinder mit Auffälligkeiten und Behinderungen von der Geburt bis zum Schuleintritt.

"Basis war die 1959 gegründete haussprachliche Erziehung hörgeschädigter Kinder", erzählte Andrea Herdegen, die Leiterin der Frühförderstelle. 1979 fand die Frühförderung auch in Kulmbach ein Zuhause, die Kinder mussten nicht mehr von Bayreuth aus betreut werden. "Anfangs hatten wir in der Werner-Grampp-Schule ein Schulzimmer zur Verfügung", sagte die Leiterin, 1993 erfolgte der Umzug in die Georg-Hagen-Straße, 2012 dann der umfassende Umbau. "Wir betreuen die Kinder und Familien ambulant und mobil."

Die Kinderkrippe "Krümelkiste" war die erste in Kulmbach, und noch heute ist sie die einzige, reine Kinderkrippe in Kulmbach und Umgebung. "Mit dem Neubau in der Mangersreuther Straße im Jahr 2009 standen uns viele Räumlichkeiten und ein großer Garten zur Verfügung", sagte Krippenleiterin Elke Engelbrecht. 27 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten bis drei Jahren werden in zwei Gruppen, den "bunten Leuchtkäfern" und dem "lustigen Mäusenest" betreut, wobei die Sprachentwicklung ein Schwerpunkt ist. "Wir sind Sprach-Kita", erklärte Elke Engelbrecht, "Sprache ist der Schlüssel zur Welt." Um mit der Umwelt kommunizieren zu können und das Leben erfolgreich zu gestalten, sei eine hohe Sprachkompetenz Grundvoraussetzung. "Wer mehr über unsere Einrichtungen erfahren will, ist herzlich eingeladen, mit uns am Samstag zu feiern", fordert Elisabeth Weith auf. Die Mitarbeitenden der Arbeiterwohlfahrt freuen sich auf zahlreiche Besucher.

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