Ebelsbach

Verantwortung für die Schöpfung

Die Jäger feierten in Ebelsbach die Hubertusmesse. Die Jagdhornbläser Ebern umrahmten die Feier mit ihren Klängen.
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Die Jagdhornbläsergruppe Ebern unter Leitung von Reinhard Lösslein erhielt viel Beifall für ihre Präsentation der Hubertusmesse.  Fotos: gg
Die Jagdhornbläsergruppe Ebern unter Leitung von Reinhard Lösslein erhielt viel Beifall für ihre Präsentation der Hubertusmesse. Fotos: gg
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Viele Besucher kamen am Sonntagabend in die Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Ebelsbach zur Hubertusmesse. Im Altarraum strahlte zwischen Geweihstangen ein leuchtendes Kreuz. Es stand als Symbol für die Hubertusmesse, zu der die Jagdhornbläsergruppe Ebern gemeinsam mit der Pfarrgemeinde Ebelsbach eingeladen hatte. Zur Ehre Gottes und zur Erinnerung an den heiligen Hubertus erklangen statt der Orgel die Parforce-Hörner der Jagdhorngruppe. Mit der Feier wurde auch der Dank an Natur und Schöpfung zum Ausdruck gebracht.

Im Herbst hat die Jagd Hochsaison. Dies zeigt sich in Treibjagden, bei denen das Jagdhorn zum Einsatz kommt.

Die Tradition

Pfarrer Mathias Rusin gab seiner Freude Ausdruck, dass so viele Jagdfreunde und Naturschützer den Weg zu der Messe gefunden haben. Es zeige das Interesse an der jagdlichen Tradition. Mit dem Introitus-Stück zogen Jäger mit ihren Hunden sowie Mitarbeiter der Greifvogelstation in Stettfeld mit Falke und Adler in den Altarraum ein.

Die kleineren Jagdhörner kommen bei der Jagd als Signalhörner zum Einsatz. Signale wie "Aufbruch zur Jagd" oder "Jagd vorbei" zeigen den Verlauf einer Jagd an. Durch ihre Handlichkeit können sie ohne zu stören an einem Lederriemen auf der Jagd mitgetragen werden.

Schwierige Technik

In der Messe in Ebelsbach waren die Bläser mit den größeren Parforce-Hörnern ausgestattet. Das Parforce-Horn gilt als eines der schwierigsten Blasinstrumente, da alle Töne mit den Lippen und durch die Stopftechnik gebildet werden.

In Ebelsbach präsentierte die Jagdhornbläsergruppe Ebern unter der Leitung von Reinhold Lösslein die Liturgische Musik für Parforce-Hörner in der Fassung von Reinhold Stief, die als Klassiker der Hubertusmessen gilt.

Mit ihrem rauen und archaischen Klang sowie dem signalhaften Charakter der Musik erzeugten die ventillosen Naturhörner Bilder der Jagd, des Waldes und der Natur. Sie erfüllten den Kirchenraum mit einem besonderen Klang.

Vergänglichkeit

Pfarrer Rusin stellte bei seiner Predigt heraus, dass sich die Menschen in den Novembertagen immer wieder mit der Vergänglichkeit des Lebens beschäftigen. Im Mittelpunkt der Feier stand das Evangelium mit dem Zöllner Zachäus, der sogar auf einen Maulbeerbaum stieg, um Jesus zu sehen.

Über den Zöllner kam Rusin zur Biografie des heiligen Hubertus, der sich während seines Lebens in allerlei weltliche Vergnügen stürzte, besonders der Jagdleidenschaft erlegen war und fast keine größere Jagdgesellschaft ausgelassen hat. Doch dann sollte sich auch bei ihm sein Leben um 180 Grad drehen, als er bei einem seiner Jagdausflüge in den Ardennen einem kapitalen Hirsch nachstellte. Als Hubertus zum Bogenschuss ansetzte, habe er, so Rusin, plötzlich zwischen den Geweihstangen des Hirsches ein leuchtendes Kreuz erblickt und eine geheimnisvolle Stimme vernommen. Sie habe ihn ermahnt, neben weltlichen Vergnügen das ewige Leben nicht zu vergessen.

Rusin sprach in diesem Zusammenhang von einem großen Glück für Hubertus und einem vielfachen Glück für die Jäger. Hubertus sei Priester und Bischof von Maastricht geworden und bis heute sei er der Schutzpatron der Jäger. Damit sei er auch ein Vorbild für die Jäger und ihre besondere Verantwortung für die Schöpfung. Die Schöpfung sei wichtiger als die Leidenschaft der Jagd, sagte er.

Ehrfurcht vor dem Leben

Als bekennende Christen sei man zur Ehrfurcht im Leben berufen. Auch vom Jäger werden laut Rusin Rücksicht und Verantwortung verlangt bei vielfältigen und kostspieligen Maßnahmen wie Winterfütterung, Ernährung von krankem Wild oder Dezimierung von überzähligen Tieren.

Den Abschluss der Messe bildeten dann die zwei bekannten Titel "Großes Halali" und der "Hubertusmarsch", in dem die Bläser noch einmal alle Möglichkeiten ihrer Instrumente aufzeigten. Großer Beifall war der Lohn für diesen besonderen musikalischen Hörgenuss.

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