Kaltenreuth

Vater und Sohn fliegen nach vorne

Neun Fliegerasse aus ganz Bayern kämpfen auf der Hochebene unweit von Burgkunstadt um die bayerische Meisterschaft.
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Heiko Koch (rechts) von der SFG Kordigast Burgkunstadt belegt mit seiner "Twin Elektro" einen hervorragenden zweiten Platz. Seinen Handstart verfolgen Vater Harald, Drittplatzierter und Helfer seines Sohnes (links), und Zeitnehmer Dierk Schuhmann.  Foto: Stephan Stöckel
Heiko Koch (rechts) von der SFG Kordigast Burgkunstadt belegt mit seiner "Twin Elektro" einen hervorragenden zweiten Platz. Seinen Handstart verfolgen Vater Harald, Drittplatzierter und Helfer seines Sohnes (links), und Zeitnehmer Dierk Schuhmann. Foto: Stephan Stöckel

Lautlos schwebt die "Twin Elektro" von Heiko Koch bei sonnigem Frühlingswetter über den Modellflugplatz bei Kaltenreuth. Der Pilot aus dem Küpser Ortsteil Schmölz, der für die Segelflugruppe (SFG) Kordigast Burgkunstadt startet, legt eine Punktlandung hin. Sein elektrisches Segelflugzeug ist im orangefarben umrandeten Innenkreis gelandet. Neun Fliegerasse aus ganz Bayern kämpfen am Sonntagnachmittag auf der Hochebene unweit von Burgkunstadt bei einem Durchgang der "Bavarian Open", den bayerischen Meisterschaften im Modellfliegen des Luftsportverbandes Bayern, in der Klasse F5B-J für Elektroflugzeuge um Punkte.

Höchstadter hat die Nase vorne

Das auf Erfolge abonnierte Vater-Sohn-Gespann der SFG, Heiko und Harald Koch, präsentiert sich mal wieder in Bestform: Der Filius landet auf Platz zwei, Papa Harald aus Kronach auf dem dritten Rang. Geschlagen geben müssen sich die zwei Udo Brunner von der Modellfluggruppe (MFG) Höchstadt an der Aisch, der wie schon im vergangenen Jahr den ersten Platz belegt. Mit einer Gesamtpunktzahl von 2985 Punkten (siehe Infobox) landet er auf dem Siegertreppchen ganz oben.

Pech hingegen hat Vorsitzender Werner Hahn aus Altenkunstadt, der zwar im dritten von insgesamt vier Durchgängen mit 406 Punkten die Bestmarke abliefert, aber dafür in den anderen einen schlechten Tag erwischt. "Beim Landeanflug kam ich mit einer Tragfläche schräg auf dem Boden auf. Dadurch drehte sich mein Flieger, die ‚Solo Elektro‘", schildert der altgediente Pilot ein Malheur. Dafür gibt es von Punktrichter Detlef Thorwesten Punktabzug.

Argusaugen und Meterband

Mit Argusaugen und Meterband wachen der Mainecker und sein Vater Fritz über die Exaktheit der Landungen. Diese ist zielgenau auf einer abgesteckten Linie zu absolvieren. "Es gibt maximal 50 Punkte. Alle zehn Zentimeter, die der Pilot danebenliegt, wird ein Punkt abgezogen. Bei fünf Metern Abstand gibt es null Punkte", erläutert Detlef Thorwesten.

Sein Vater Fritz ist seit 45 Jahren mit Leib und Seele Punktrichter. "Das macht man für die Kameradschaft im Verein", sagt der Mainecker. Zudem sei es spannend, die Flüge zu verfolgen. Früher, erinnert sich der Experte, sei es noch darum gegangen, die Landeanflüge echter Flieger nachzuahmen. "Damals gab es noch drei Punktrichter, die wie beim Eiskunstlaufen Noten vergaben, aus denen eine durchschnittliche Hauptpunktzahl errechnet wurde", klinkt sich der Sohnemann ein. Während es damals noch etwas subjektiver zugegangen sei, gelte heute ein klar vorgegebenes Schema, so Detlef Thorwesten.

Das trifft auch auf einen anderen Aspekt zu. In der Klasse F5B-J kommt es nicht auf die Strecke, sondern auf die Zeit an. Zunächst muss nach 180 Sekunden ein Tor durchflogen werden. Nach weiteren 180 Sekunden in der Luft ist dann eine zielgenaue Landung auf einer abgesteckten Linie zu absolvieren. Punktabzüge gibt es, wenn die Zeit unter- oder überschritten wird oder die Landung nicht zielgenau erfolgt. Über die genaue Einhaltung der Zeit wachen die Zeitnehmer, zu denen Reinhard Zapf aus Weismain zählt. Darauf angesprochen, was er an seiner Tätigkeit schätze, wählt er ebenso wie Detlef Thorwesten einen Vergleich mit dem Eiskunstlauf: "Obgleich ich mich ehrenamtlich bei den Segelfliegern vom Obermain engagiere, ist es eine Pflicht für mich, die Zeit zu stoppen. Schließlich gäbe es ohne meine Arbeit keine Resultate." Was ist für ihn die Kür? "An der frischen Luft zu sein, unterhaltsame Gespräche zu führen und spannende Wettkämpfe zu erleben." Zu einem Wettkampf gehört auch eine Siegerehrung. Hahn überreicht allen Teilnehmern Urkunden und Sachpreise. Die drei Erstplatzierten erhalten zudem jeweils einen Pokal.

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