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Vater der Wernsteiner Waldorfschule feierte 80. Geburtstag

Richart Engelen gilt als der Gründungsvater der Freien Waldorfschule Wernstein. Dieser Tage feierte der gebürtige Saarbrücker im Kreise seiner Familie und von Freunden seinen 80. Geburtstag. Der Jubil...
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Seinen 80. Geburtstag feierte kürzlich Richart Engelen. Die Glückwünsche der Marktgemeinde Mainleus überbrachte Bürgermeister Robert Bosch (links). Weiter im Bild (nach rechts) Antje Essensohn, Tochter Franziska Bartels, Richard Engelen mit Ehefau Irmgard sowie Georgia und Enno Landwehr, die zu den Gründungseltern der Waldorfschule gehören Foto: Werner Reißaus
Seinen 80. Geburtstag feierte kürzlich Richart Engelen. Die Glückwünsche der Marktgemeinde Mainleus überbrachte Bürgermeister Robert Bosch (links). Weiter im Bild (nach rechts) Antje Essensohn, Tochter Franziska Bartels, Richard Engelen mit Ehefau Irmgard sowie Georgia und Enno Landwehr, die zu den Gründungseltern der Waldorfschule gehören Foto: Werner Reißaus

Richart Engelen gilt als der Gründungsvater der Freien Waldorfschule Wernstein. Dieser Tage feierte der gebürtige Saarbrücker im Kreise seiner Familie und von Freunden seinen 80. Geburtstag.

Der Jubilar hat ein erfülltes Leben hinter sich und könnte eigentlich ein Buch darüber schreiben. Einiges erzählte Richart Engelen an seinem Geburtstag. Genau die Hälfte seines Lebens habe er in Mainleus verbracht.

Er freute sich besonders über die Glückwünsche von Bürgermeister Robert Bosch, aber noch mehr über die neue Ampelanlage an der Umgehungsstraße: "Sie ist für mich wie ein großes Geburtstagsgeschenk, denn noch immer fahre ich täglich zwei- bis viermal hinauf nach Veitlahm und das endlich mit Ruhe und sicherem Gefühl an der Kreuzung."

Es waren mehrere Stationen, ehe Engelen mit seiner Familie in Mainleus eine endgültige Bleibe fand und 1984 ein Haus im Kirchweg erwarb. Im Schwarzwald und in Stuttgart ging er zur Schule, in München und Tübingen studierte er Lehramt. Zunächst unterrichtete er über zwölf Jahre an einer Waldorfschule in Stuttgart. "Am Pfingstsonntag 1977 habe ich im Abendlicht so schön goldglänzend die Mauern von Schloss Wernstein gesehen und da dachte ich, das probiere ich mal hier. Wir sind uns dann einen Tag später ganz schnell mit dem Schlossherrn handelseinig geworden." Richart Engelen konnte sich aus der Waldorfschule in Stuttgart loslösen und baute in nur drei Jahren eine Freie Waldorfschule auf. 1979 wurde ein Verein zum Bau der Schule gegründet, und es galt damals als völlig ungewöhnlich, in Bayern eine Waldorfschule zu gründen.

Während Würzburg acht Jahre lang für die Genehmigung zu kämpfen hatte, ließ sich die Regierung von Oberfranken von den Plänen Engelens begeistern. Mit neun Schülern hat der Unterricht 1980 begonnen, und Wernstein war Deutschlands kleinste Schule. Heute sind es 99 Kinder, die hier von 13 Lehrern unterrichtet werden.

Richart Engelen erzählte weiter aus seinem Leben: "Meine Frau Irmgard und ich haben sechs Kinder großgezogen. Sie sind alle tüchtige Menschen geworden, so dass sie jetzt nicht auf ein Erbe spekulieren müssen."

Und in Wernstein wird Richart Engelen auch im fortgeschrittenen Alter nicht müde, sein ehrgeiziges Projekt zu Ende zu bringen: "Dort oben bastle ich seit 20 Jahren an Häusern, vor allem an dem roten für ,Handel und Wandel', an dem ich die Grundmauern mit eigener Hand hochgezogen habe, und an dem gelben, das einmal alle Menschen beherbergen soll, auch wenn sie wenig Geld haben. Ich möchte es gerne fertig haben, bevor ich selber alt werde."

Vorsorglich hat Richart Engelen vor zwei Jahren die gemeinnützige Wernstein-Stiftung ins Leben gerufen, um die beiden Häuser auch künftig erhalten zu können. Natürlich hat er dabei auch den Vorsitz im Stiftungsrat übernommen.

Bis 1997 oblag Richart Engelen die Leitung der Waldorfschule. Danach übernahm er mit dem Demeterhof von Schloss Wernstein eine ganz andere Aufgabe. Mit der Waldorfschule ist Engelen auch heute noch sehr eng verbunden, zumal auch seine Tochter Franziska Bartels dort als Lehrerin tätig ist.

Inzwischen haben sich die sechs Kinder in der ganzen Welt verteilt - und mit 18 Enkeln und drei Urenkeln ist die Familie sehr groß. Im Augenblick freut er sich auf die Geburt des vierten Urenkels.

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