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Urlaubszeit ist Balkonzeit

Paradiesische Obstgärten können auch in luftiger Höhe gedeihen.
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Schön angeordnete und gut gepflegte Obst- und Beerenpflanzen verwandeln einen Balkon in ein mediterran wirkendes Paradies - fast wie im Urlaub.  Foto: Thomas Neder
Schön angeordnete und gut gepflegte Obst- und Beerenpflanzen verwandeln einen Balkon in ein mediterran wirkendes Paradies - fast wie im Urlaub. Foto: Thomas Neder

Wer keinen eigenen Garten oder eine Terrasse besitzt, muss nicht auf seinen eignen Obstgarten verzichten. Auch auf einem kleinen Balkon lassen sich Beerenobst, Stein- und Kernobst mit Erfolg kultivieren. Für subtropisches Urlaubsflair zu Hause in "Balkonien" sorgen Feigen, Granatapfel, Weinreben, Pfirsiche, Passionsblumen, Zitronen und Co.

Kompakt wachsende Sorten beim Beerenobst und Säulenformen sowie kompakt wachsende Typen bei Kern- und Steinobst auf schwach wachsenden Unterlagen machen eine Containerkultur auch auf dem Balkon möglich. Beim Apfel sind dies zum Beispiel die schwachwachsenden Unterlagen M27 oder M9, bei Birnen die Quittenunterlagen A und C und bei Kirschen Unterlagen wie zum Beispiel GiSelA3 oder Weihroot 72.

Zum Kaschieren der Container und als grazil verspielte Elemente eignen sich wunderbar immertragende Erdbeeren oder herabhängende Cranberries. Kahle Wände kann man effektiv mit Wein-, Birnen-, Feigen- oder Sauerkirschspalieren aus ihrem traurigen Dornröschenschlaf erwecken und richtig lebendig gestalten.

Ein Wasseranschluss ermöglicht relativ schnell und einfach die Installation einer automatischen Bewässerung und schafft beruhigende Unabhängigkeit in Urlaubszeiten und sichert die Wasserversorgung auch in der heißen Jahreszeit, ohne dass man gleich mehrmals am Tag die Gießkannen durch die Wohnung schleppen muss und dabei langsam aber sicher die Lust am Balkongärtnern verliert. Empfehlenswert ist hier zum Beispiel das Blumat-Tropfsystem.

Der Standort bestimmt die Artenauswahl: Während sich eine Reihe von Beerenobstarten wie Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Heidelbeeren auch mit halbschattigen Standorten begnügt, sollten es beim Stein- und Kernobst sonnige Lagen sein, wenn man nicht nur das Blattwerk, sondern auch Früchte genießen möchte. Auch Weinreben wollen es natürlich sonnig. In der vollen Sonne kann es direkt an der Hauswand extrem heiß werden, was auch zu Blattverbrennungen führen kann. In diesem Fall am besten auf hitzeverträgliche Arten wie Feigen, Weinreben, Granatapfel oder Quitten zurückgreifen. Schattiermöglichkeiten für solche Fälle wären natürlich ideal.

Die Sache mit der Befruchtung: Während sich viele Beerenobstarten selbst befruchten können, ist das bei einer Reihe von Stein- und Kernobstsorten anders. Fehlt eine passende Befruchtersorte in der Nähe, bleibt der Fruchtansatz aus. Stehen die Bäume isoliert, hat es deshalb einen Sinn, einen Befruchter in der unmittelbaren Nachbarschaft zu platzieren.

Alternativ können selbstfruchtbare Sorten verwendet werden oder Befruchtersorten direkt auf den Baum einveredelt werden. Notfalls kann man auch mit dem Pinsel selbst bestäuben.

Die richtigen Pflanzgefäße wählen: Je nach Obstart schwankt die Containergröße von circa 15 bis 40 Liter oder auch mehr. In der Regel ist es sinnvoll, alle zwei bis drei Jahre umzupflanzen. Das nächste Gefäß sollte dann fünf bis zehn Liter mehr Volumen besitzen. Der Sonne ausgesetzt, erhitzen sich vor allem schwarze Gefäße im Sommer sehr schnell und es kann zu Wurzelschäden kommen. Eine Ummantelung aus Weiden- oder Schilfgeflecht, die man leicht selbst basteln kann, sorgt für die notwendige Außenschattierung und vermindert die Gefahr einer Überhitzung. Pflanzen, die man über den Topfrand wachsen lässt, sorgen für eine natürliche Schattierung.

Wichtig ist eine gute Dränage des Pflanzgefäßes. Dies ist vor allem in Verbindung mit einer automatischen Bewässerung zu beachten. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden. Ein Wasserabzug aus Kies, und/oder Lavagranulat, der etwa zehn Prozent des unteren Topfvolumens einnimmt, ist sinnvoll. Substrat und Drainageschicht sollten durch ein Vlies getrennt werden, um das Einschwemmen feiner Bodenpartikel zu vermeiden. Dies würde die Drainagewirkung beeinträchtigen.

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