Trebgast

Urlaub gibt's nur im Winter

Wanderschäfer Johannes Kraft aus Erlangen, der mit seinen 400 Schafen seit Frühjahr die Hänge entlang des Weißen Main sauber hielt, hat sich auf den Weg ins Winterquartier gemacht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wanderschäfer Johannes Kraft hat sich mit seinen 400 Schafen wieder auf den Heimweg in den Landkreis Erlangen-Höchstadt gemacht. Unser Bild entstand bei Trebgast.
Wanderschäfer Johannes Kraft hat sich mit seinen 400 Schafen wieder auf den Heimweg in den Landkreis Erlangen-Höchstadt gemacht. Unser Bild entstand bei Trebgast.
+1 Bild

Johannes Kraft hat es in diesem Jahr lange im Kulmbacher Land ausgehalten. Im Frühjahr war er im Landkreis Erlangen-Höchstadt zu Fuß aufgebrochen, hatte die Fränkische Schweiz durchquert und irgendwo sein vorübergehendes Quartier aufgeschlagen. Seither war er an den Hängen entlang des Weißen Mains zwischen Bad Berneck und Ködnitz unterwegs und sorgte dafür, dass der Muschelkalkrücken mit dem Magerrasen so bleibt wie er ist.

Auch einige Ziegen dabei

Also, genau genommen machte er diese Arbeit nicht selbst, das übernahmen seine zahlreichen Begleiter. Die sind ihm von Anfang an schon über 100 Kilometer weit aufs Wort - oder auf mehr oder weniger sanfte Hinweise von zwei Hunden - gefolgt. Die, das sind 400 Schafe, einige Ziegen und eben die zwei "Aufpasser".

Johannes Kraft ist Wanderschäfer. Er beweidet mit seiner Herde Naturschutzflächen, die für die landwirtschaftliche Bearbeitung uninteressant sind und die ihm vom Landratsamt zugewiesen werden. Die Nacht verbringen die Tiere in einem von einem Elektrozaun geschützten Gehege, Kraft selbst schläft im Wohnwagen. Am Wochenende fährt er meistens nach Hause. Urlaub gibt es erst im Winter.

Familientradition fortgesetzt

Wanderschäfer ist ein Beruf, für den man eine Ausbildung von drei Jahren absolvieren muss. Das ist nichts für jemanden, der immer Leute um sich herum braucht. Johannes Kraft setzt die Familientradition fort. Vor zehn Jahren hat sich sein Vater Wolfgang hier schon um die Herde gekümmert und den Tieren im Gatter bei Pflegearbeiten die Klauen geschnitten.

Jetzt macht sich Johannes Kraft langsam wieder auf den Heimweg, damit seine Tiere rechtzeitig in ihr Winterquartier kommen. "Schnee gibt es noch nicht", sagt er noch. Er muss es eigentlich wissen.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren