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Teuschnitz

Unterwegs in einem Naturjuwel

Der Naturpark Frankenwald e. V. und die Stadt Teuschnitz haben in den letzten beiden Jahren den Naturrundweg in der Teuschnitz-Aue komplett überarbeitet und neu gestaltet. Gestern wurde der Wander- und Lehrpfad vorgestellt.
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Ein strahlend schöner Frühlingstag, Sonnenschein, singende und zwitschernde Vögel, blühende Bäume, Sträucher und Blumen: Der neue Naturrundweg durch die Teuschnitz-Aue ist ein herrliches Stückchen Erde. Mit einer Gesamtstrecke von etwa 3,5 Kilometern führt er den Wanderer auf geschotterte Feldwegen, aber auch über Wiesenpfade, kleine Treppen und Stege sowie in unebenes Gelände.

Treffpunkt alter Sportplatz

Mithilfe von wenigen Informationstafeln, QR-Codes am Wegesrand und einem Begleitheft erhalten die Besucher interessante Erläuterungen zu Natur und Landschaft. Startpunkt ist der Wanderparkplatz am alten Sportplatz in Teuschnitz in Richtung Reichenbach, gekennzeichnet an der Straße mit einem Hinweisschild "Ausgangspunkt Wanderbares Deutschland".

"Der Weg führt als Rundweg vorbei an charakteristischen Landschaftsbestandteilen, wie den Weideflächen für die Rinder des Projekts ,Frankenwald-Weiderind‘ und anderen Naturschönheiten", informierte die Gebietsbetreuerin des Naturparks Frankenwald, Beate Singhartinger, als sie gestern mit dem Teuschnitzer Bürgermeister Frank Jakob und weiteren Verantwortlichen den neuen Lehr- und Wanderpfad vorstellte. Um in Zukunft das rund 60 Hektar umfassende Landschaftsschutzgebiet für Besucher aller Altersklassen erlebbarer zu machen, hatte man den Weg bereits 1999 als Lehrpfad eingerichtet. Seitdem erfreut er sich großer Beliebtheit. Inzwischen sind Wegemarkierung und Beschilderung erneuert und die Wegeführung leicht verändert worden. "Dies schützt sensible Bereiche vor zu großen Störungen und macht den Weg noch attraktiver", bekundete die Projektleiterin.

Naturschutz ist oberstes Ziel

Für den Naturschutz und die Landschaftspflege stellen die Erhaltung und der Schutz der Teuschnitz-Aue eine höchst dringliche Aufgabe dar. Eine Vielzahl gefährdeter Pflanzenarten, die in die Roten Listen der bedrohten Farn- und Blütenpflanzen aufgenommen wurden, ist auf den Berg- und Feuchtwiesen beheimatet. Bedroht wird dieser artenreiche Lebensraum durch Überdüngung, Umwandlung von Grünland in Ackerflächen und vor allem durch die Begründung von Fichtenmonokulturen.

Um die Besonderheit der Landschaft der Teuschnitz-Aue bei der ausgewiesenen Wanderung zu erklären, wurden am Wegesrand neun kleinen Markierungen mit Symbolen und QR-Codes installiert. Mit Hilfe des Begleitheftchens oder mit dem Smartphone können Spaziergänger an diesen Punkten interessante Erläuterungen zu Natur und Landschaft erfahren. "Wir wollen den Weg präsentieren und dabei seine Besonderheiten herausstellen", erläuterte Singhartinger. Zudem möchte man aufzeigen, wie sich die Teuschnitz-Aue im Laufe der Zeit verändert hat und man gebe den Spaziergängern Hinweise, wie sie sich im dem Gebiet zu verhalten haben.

Bürgermeister Frank Jakob dankte allen Verantwortlichen für die Bewahrung dieses grünen Paradieses für zukünftige Generationen. Besonderer Dank galt seiner Vorgängerin im Amt, Gabriele Weber, dem Naturpark Frankenwald mit der Gebietsbetreuerin Beate Singhartinger wie auch den tüchtigen Bauhof-Mitarbeitern für deren tatkräftige Mithilfe bei der Überarbeitung und Neugestaltung des Weges.

Grünes Paradies vor der Haustür

Mit auf "Wanderschaft" durch das typische Frankenwaldtal begaben sich anschließend auch Bauhofleiter Georg Eidelloth, der ehemalige Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz, Thomas Weber, Netzwerkmanager Andreas Bayer, Anja Wunder vom Naturpark Frankenwald sowie Janina Klug, Projektmanagerin des Braunkehlchen-Schutzprojekts vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Gemeinsam erfreuten sich diese bei der rund einstündigen Wanderung an der herrlichen Natur dieses so unberührt wirkenden Fleckchens Erde, die - auf engstem Raum - einen Rückzugsgebiet für viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten bietet. Hier findet man selten gewordene Vögel wie Braunkehlchen, Wiesenpieper und Bekassine.

Arnika, die Namensgeberin

Von den mageren Wiesen profitieren vor allem aber auch Insekten wie der Lilagold-Feuerfalter, der Warzenbeißer und die Elfenbein-Spornzikade. Blumen wie Margeriten, Kartäusernelken oder Lichtnelken wachsen am Wegesrand als auch selten gewordene Kräuter und Heilpflanzen wie Bärwurz und Perücken-Flockenblumen sowie die auf den ersten Blick eher unspektakulär erscheinenden Kreuzblümchen, Blutwurz und Borstgras mit seinen charakteristischen harten und steifen Halmen. Insbesondere die als gefährdet eingestufte Arnika - Namensgeberin der Arnikastadt Teuschnitz - gedeiht auf den sauren, kalkarmen Magerwiesen. Während Versuche, die Arnika in anderen Teilen des Frankenwalds anzubauen, fehlgeschlagen sind, ist hier ein kontrollierter Anbau gelungen.

Begleitheft erhältlich

Diese wird von Juni bis Juli mit ihrer intensiv leuchtend gelben Farbe das Auge der Betrachter erfreuen. Ein Begleitheft gibt es bei der Stadt Teuschnitz, beim Frankenwald-Tourismus sowie am Startpunkt des Weges bei der Infotafel auf dem Wanderparkplatz.