Bamberg

Unterschriften für Naturschutz

Die Initiatoren für ein Naturschutzgebiet "Bamberg-Breitenau" lassen gegenüber dem OB Fakten sprechen.
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Martin Bücker, Gerhard Spörlein und Erich Spranger übergeben 1407 Unterschriften für den Bürgerantrag an Oberbürgermeister Andreas Starke (Dritter von links). Foto: p
Martin Bücker, Gerhard Spörlein und Erich Spranger übergeben 1407 Unterschriften für den Bürgerantrag an Oberbürgermeister Andreas Starke (Dritter von links). Foto: p

Nach nur sechswöchiger Sammelzeit übergaben am Montag Vertreter des Bürgerantrags für ein Naturschutzgebiet "Bamberg-Breitenau" 1407 Unterschriften an Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). Der Bürgerantrag wurde Mitte Mai vom Bund Naturschutz Bamberg initiiert.

In dem Bürgerantrag wird gefordert, dass sich die Stadt bei der Regierung von Oberfranken für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes am Flugplatz Bamberg Breitenau einsetzen möge. Bei der Regierung deshalb, weil diese für die Ausweisung von Naturschutzgebieten zuständig ist. Ausdrücklich weisen die Vertreter des Bürgerantrags in ihrer Pressemitteilung auch darauf hin, dass es nicht darum geht, den Flugbetrieb im bisherigen Umfang in Frage zu stellen, sondern die Sandlebensräume auf dem Flugplatz zu erhalten und unter Schutz zu stellen.

Bei der Übergabe der Unterschriften führte Erich Spranger, einer der Vertreter des Bürgerantrags und stellvertretender Vorsitzender des Bund Naturschutzes Bamberg, aus: "Die Sandlebensräume am Flugplatz haben für den Naturschutz bayernweite Bedeutung. Sie sind ein Hotspot der Artenvielfalt. Sie gehören zum Naturerbe Bambergs. Wir haben die Verantwortung diese Artenvielfalt zu erhalten."

An seltenen Biotoptypen seien Sandmagerrasen und Zwergstrauchheiden hervorzuheben. Den Naturschützern zufolge kämen extrem viele Pflanzenarten, darunter sehr viele gefährdete Pflanzenarten wie Silbergras, Zwerg-Schneckenklee, Nelken Haferschmiele, Frühe Haferschmiele, Platterbsen-Wicke und Grasnelke, teils in großer Anzahl vor. Auch die Liste der vorkommenden und der gefährdeten Tierarten sei sehr lang, wie aus unterschiedlichen Gutachten und Kartierungen bekannt sei: 15 Fledermausarten, davon sechs Rote-Liste-Arten, 30 Libellenarten, 37 Vogelarten, davon 13 Rote-Liste-Arten als Brutvögel oder Nahrungsgäste, über 300 Nachtfalter-Arten, 17 Heuschreckenarten in sensationeller Dichte, 31 Tagfalter, 16 Spinnenarten, 28 Ameisenarten. Typisch für den Flugplatz sei auch das Vorkommen der stark gefährdeten Kreuzkröte.

Jahrzehntelange Forderung

Deshalb fordert der BN bereits seit über zwei Jahrzehnten die Ausweisung der Sandlebensräume am Flugplatz als Naturschutzgebiet. Bisher jedoch vergebens. In der Vergangenheit wurden die Biotopflächen des Flugplatzes zunehmend kleiner und es kam zu immer weiteren Beeinträchtigungen. Verlängerung und Verbreiterung der Landebahn sowie neue Gebäude und der Zaun um den Flugplatz führten zur Zerstörung von Lebensräumen. "Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Selbstverpflichtung der Stadt, die Sandlebensräume am Flugplatz zu erhalten, nichts wert ist. Wir brauchen dringend eine Unterschutzstellung", so Gerhard Spörlein, Vorstandsmitglied des Bundes Naturschutzes Bamberg. Aktuell drohten weitere Eingriffe: Für den geplanten Instrumentenflug sei ein 150 Meter breiter Sicherheitsstreifen entlang der Landebahn vorgesehen. Dieser soll häufig gemäht werden, was die dort vorkommenden Heidekraut-Bestände zerstören würde. Weiterhin sei bei einer möglichen Erweiterung der Firma Brose offensichtlich geplant, bis weit in die wertvollen Naturflächen des Flugplatzes hinein großflächige, ebenerdige Parkplätze anzulegen. Dazu Martin Bücker, Vorsitzender des Bundes Naturschutz Bamberg: "Parkplätze auf Sandmagerrasen - das lehnen wir entschieden ab."

Nötige Anzahl erreicht

Mit den über 1400 gesammelten Unterschriften wurde die notwendige Anzahl von einem Prozent der Wähler, für Bamberg sind das circa 550, erreicht. Die Stadt hat nun einen Monat Zeit, um die Zulässigkeit des Antrags zu überprüfen. Wenn der Antrag als zulässig bewertet wird, muss er dann innerhalb von drei Monaten im Stadtrat behandelt werden.

Die Vertreter des Antrages setzen darauf, den Antrag dort persönlich vorzustellen und dabei die Stadträte von der Notwendigkeit eines Naturschutzgebietes Bamberg-Breitenau zu überzeugen. red

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