Unternesselbach

Unterschlupf für Hund und Katz

Das Tierheim Unternesselbach braucht viel Unterstützung. Aktuell warnt der Tierschutzverein besonders vor Tierhandel.
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Wolfgang Bläsing, Vorsitzender des Tierschutzvereins, und Heimleiterin Ulrike Vogel verbringen viel Zeit im Tierheim. Der Schutz der Tiere ist ihnen eine Herzensangelegenheit.  Fotos: Theresa Schiffl
Wolfgang Bläsing, Vorsitzender des Tierschutzvereins, und Heimleiterin Ulrike Vogel verbringen viel Zeit im Tierheim. Der Schutz der Tiere ist ihnen eine Herzensangelegenheit. Fotos: Theresa Schiffl
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Theresa schiffl Am Anfang sind sie noch klein, süß oder interessant: Die Rede ist von unseren vierbeinigen, gefiederten oder gepanzerten Mitbewohnern. Neben Fundtieren aus dem Raum Höchstadt gibt es viele Hunde, Katzen oder Hasen, die im Tierheim in Unternesselbach zu Hause sind. Warum ist das so?

"Theoretisch dürfte es keine Tierheime geben", sagt Wolfgang Bläsing, Vorsitzender des Tierschutzvereins Neustadt/Aisch und Umgebung. Oft sei es so, dass die Tiere, wenn sie ihren Reiz verloren haben, zu viel Arbeit machen oder zu viel kosten, ins Tierheim abgeschoben werden. Meist unter irgendwelchen Vorwänden wie einer plötzlichen Allergie oder der Hund habe gebissen, erzählt Bläsing.

Ohne Unterstützung könne das Heim jedoch nicht bestehen. "Viele denken, dass wir vom Staat bezahlt werden", erklärt Bläsing. Die Finanzierung sei nur durch die Hilfe von Spenden, Sponsoren und Mitgliedern des Tierschutzvereins möglich. Die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer seien ebenfalls hoch engagiert in ihrer Arbeit. "Auch unsere ,Gassigemeinde' unterstützt uns sehr." Gerade bei Jungtieren wie Katzen seien die Tierheimmitarbeiter besonders gefordert. "Wir müssen sie mit nach Hause nehmen, da sie nachts alle zwei Stunden ihr Futter brauchen. Das machen wir dann tatsächlich im ehrenamtlichen Bereich", erzählt Tierheimleiterin Ulrike Vogel.

Kitty-Projekt für "Wildkatzen"

Besonders Katzen seien häufig Gäste. "2018 hatten wir sogar 217 da. Ansonsten wurden 55 Heimtiere, also Hasen oder Ähnliches, 95 Hunde und 24 Wildtiere zu uns gebracht", sagt Vogel. Bei verwilderten Katzen, die seit ihrer Geburt in Freiheit leben, sei eine Vermittlung kaum möglich. Darum unterstützt das Tierheim das Kitty-Projekt, das es seit 2004 gibt.

"Wilde Katzen vermehren sich ungehemmt und sind durch Hunger, Krankheiten oder den Straßenverkehr lebensbedroht", erklärt Bläsing. Das Tierschutz-Programm soll dieser Problematik entgegenwirken, indem die "Streuner" kastriert werden. Anschließend werden sie an ihrem Fundort, bei dem Futterstationen eingerichtet werden, ausgesetzt.

Bei den Hunden gebe es wieder eine ganz andere Herausforderung. Die meisten von ihnen stammen aus Rumänien und werden in Deutschland in Kooperation mit der Tierhilfe Hoffnung vermittelt. "Teilweise dauert es Monate, bis sich die Hunde an Menschen gewöhnt und Vertrauen gefasst haben", sagt Vogel.

Warnung vor Tierhandel

Aktuell sei der Tierhandel, auch in der Region, ein Problem, wovor der Tierschutzverein warnt. Gerade im Internet sei besondere Vorsicht geboten. Die Tiere kämen häufig aus Ländern wie Polen oder Tschechien. Ein kritischer Blick beim Kauf sei wichtig: "Bei den meisten handelt es sich um Rassehunde, die für 200 bis 300 Euro verkauft werden. Bereits da sollte man stutzig werden. Und man sollte sich immer die Mutter der Welpen zeigen lassen."

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