Kirchehrenbach

Unterschlupf beim TSV

Die schweren Unwetter, die in der Nacht zum Mittwoch über Süddeutschland hinwegzogen, forderten in Baden-Württemberg ein Todesopfer. Ein 15-Jähriger wurde i...
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Ulrich Eiselt (l.) und Daniel Winkler aus dem Betreuerteam haben sich von dem Schrecken erholt und scherzen wieder.  Foto: Hühnlein
Ulrich Eiselt (l.) und Daniel Winkler aus dem Betreuerteam haben sich von dem Schrecken erholt und scherzen wieder. Foto: Hühnlein
Die schweren Unwetter, die in der Nacht zum Mittwoch über Süddeutschland hinwegzogen, forderten in Baden-Württemberg ein Todesopfer. Ein 15-Jähriger wurde im Schwarzwald von einem entwurzelten 30 Meter hohen Baum erschlagen, drei weitere Jugendliche kamen mit Verletzungen davon. Es ist schon der mindestens sechste Unwettertote in diesem Jahr. Auch in weiten Teilen Frankens, wie auch im Kreis Forchheim, waren die Ausläufer des Unwetters zu spüren, die Richtung Osten weiterzogen.
Auf dem Sportgelände des TSV Kirchehrenbach steht seit Freitag ein Zeltdorf, in dem 65 Kinder und Jugendliche der SG Sportgemeinschaft Schrezheim mit ihrem Betreuerteam in 25 Zelten gastieren. Noch bevor die kräftigen Gewitter mit dem heftigen Platzregen über der Fränkischen Schweiz hingen, hat Lagerleiter Ulrich Eiselt in weiser Voraussicht die Zelte bereits evakuieren lassen und seine Schützlinge ins TSV-Sportheim in Sicherheit gebracht: "Wir sind bei schlechtem Wetter immer mit einem Auge auf den Seiten der Meteorologen im Internet und beobachten die gesamte Großwetterlage sehr genau. Kündigt sich ein Gewitter oder Sturm an, handeln wir sofort. Die Sicherheit geht vor." Bereits gegen 20.30 Uhr schickte Eiselt die auf acht Gruppen verteilten Kinder samt ihren Betreuern in den Saal des Sportheims, wo der Tross bis kurz vor Mitternacht ausharrte und erst nach dem gröbsten Regen in die Zelte zurückkehrte. Für die Dauer des Zeltlagers, das noch bis Sonntag läuft, hat er von TSV-Vorsitzender Silvia Wagner eigens einen Schlüssel für derartige Situationen - und zur logistischen Versorgung von Getränken - vom Sportheim bekommen: "Es erleichtert einem vieles, wenn man sich in eine sichere Bastion zurückziehen kann. Die Gesundheit und Unversehrtheit aller Kinder und Jugendlichen hat eindeutige Priorität in unserem Handeln."
Seit Mai planen die Verantwortlichen um Lagerchef Eiselt die Reise nach Oberfranken: "Wir veranstalten das Zeltlager einmal jährlich eher im süddeutschen Raum, kamen aber auch schon bis an die Grenzen Hessens oder Rheinland-Pfalz." Im Vorjahr waren die Schrezheimer im Allgäu, ein Jahr zuvor im Schwarzwald nähe Baden-Baden. "Bei aller Abenteuerlust, die zu einem Zeltlager ja auch gehört, kann ich allen Verantwortlichen nur raten, sich zuvor über Rückzugsmöglichkeiten zu informieren, wenn es dann wirklich kracht. Und sobald die ersten Tropfen fallen, sollte es heißen: Raus aus dem Zelt."
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