Altendorf

Unter Bäumen ruhen in Seußling

Der Gottesacker im Altendorfer Ortsteil ist umgestaltet. Im Zug dieser Maßnahme wurde auch ein Waldfriedhof auf dem Gelände eingerichtet.
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Sehr schön angelegt ist der neue Teil des Seußlinger Friedhofs, auf dem ein Waldfriedhof alternative Bestattungsmöglichkeiten unter Friedbäumen bietet. Foto: Andrea Spörlein
Sehr schön angelegt ist der neue Teil des Seußlinger Friedhofs, auf dem ein Waldfriedhof alternative Bestattungsmöglichkeiten unter Friedbäumen bietet. Foto: Andrea Spörlein

Der Friedhof im Altendorfer Ortsteil Seußling musste dringend saniert und umgestaltet werden. Er stammt aus den 1960er Jahren und war in schlechtem Zustand: die Wege marode und voller Stolperfallen, die Gräber zu kurz, und es fehlten Toiletten.

Eine Friedhofumgestaltung ist kein leichtes Unterfangen, wie Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU) bei einem Ortstermin berichten konnte. Viele Gespräche mussten geführt und Überzeugungsarbeit geleistet werden. Doch mittlerweile sei man sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Von der Gemeindeverwaltung war der Anstoß gekommen, den Friedhof durch einen Waldfriedhof zu ergänzen. Moderne Bestattungsformen finden immer mehr Anhänger und viele Menschen wollen ihren Angehörigen mit der Grabpflege nicht zur Last fallen. Andere sehen die Bestattung unter einem Baum als Alternative zur klassischen Urnenbestattung.

Es wurden bereits 29 Bäume gepflanzt, darunter Ginkgos, Eichen- und Ahornarten, aber auch ein Eisenholz und ein Tulpenbaum. "Die Bäume blühen zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Farben", erläuterte Bauhofchef Johannes Först.

Der gelernte Landschaftsgärtnermeister konnte bei dieser Maßnahmen sein ganzes Fachwissen einbringen. Er ist sich sicher, dass hier sehr schnell eine kleine Parklandschaft entstehen wird.

Die Bestattung ist nur in biologisch abbaubaren Urnen möglich und wird im Wurzelbereich der als Friedbaum registrierten Bäume durchgeführt. An der Stelle der beigesetzten Urne wird lediglich eine bodengleiche einheitliche Platte (30 mal 30 Zentimeter) angebracht.

Grabschmuck, Kränze, Lichter und jegliche Art der Bepflanzung und der Pflege sind auf dem Waldfriedhof nicht gestattet. Die Nutzungszeit beträgt mindestens 15 Jahre.

Drei Arten Friedbäume

Es werden in Seußling drei Arten Friedbäume unterschieden. Der Basisbaum ist für die Regelbeisetzung vorgesehen, dazu kommt der Sternenbaum für Kinder, die kurz vor, während oder nach der Geburt sterben. Als dritte Möglichkeit kann ein Familienbaum erstanden werden. Hier wird nur die Asche von Familienangehörigen und ihren Lebenspartnern beigesetzt. Die Friedbäume erhalten zum Auffinden eine Registriernummer.

Die Pflege des Waldfriedhofs erfolgt ausschließlich durch die Gemeindeverwaltung, damit eine einheitliche Gestaltung dauerhaft ermöglicht wird.

Altendorfs Bürgermeister ist sehr froh, dass viele Arbeiten von der Planung, über die Bauausführung und die Bauüberwachung am Friedhof durch eigenes Personal geleistet werden konnten. Letztendlich sind dafür Kosten in Höhe von rund 550 000 Euro entstanden. Eine Gerätehalle hinter dem Leichenhaus muss noch erstellt und die neuen Parkflächen mit Schotterrasen angelegt werden.

Die modifizierte Gebührenordnung und die Friedhofssatzung hatte der Altendorf Gemeinderat in seiner letzten Sitzung einstimmig verabschiedet.

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