Erlangen
Leserbrief

Unsinnige Verordnung

Zur Verordnung (EU) Nr. 181/2011 über die Fahrgastrechte im Kraftomnibusverkehr: Ich bin vor einiger Zeit Flixbus von Erlangen nach Würzburg gefahren. Der Bus hatte etwa eine Stunde Verspätung und es ...
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Zur Verordnung (EU) Nr. 181/2011 über die Fahrgastrechte im Kraftomnibusverkehr: Ich bin vor einiger Zeit Flixbus von Erlangen nach Würzburg gefahren. Der Bus hatte etwa eine Stunde Verspätung und es gab keine Informationen darüber für die Fahrgäste.Das Problem in einer solchen Situation ist, dass man sich nichts zu essen oder zu trinken holen kann, denn der Bus könnte ja jede Minute kommen. Nach einer Weile mag beim ein oder anderen auch der Gedanke an die nächstgelegene Toilette in den Vordergrund rücken.

So gehts doch nicht! - dachte ich mir und googelte nach Fahrgastrechten (ich hatte ja nichts zu tun). Und siehe da, Artikel 20, der Verordnung (EU) Nr. 181/2011 über die Fahrgastrechte im Kraftomnibusverkehr, gab mir recht. Bei einer Verspätung ab 30 Minuten muss der Beförderer mich über die Lage und - sobald diese Informationen vorliegen - über die voraussichtliche Abfahrtszeit informieren.

Ich schrieb also ein paar Tage nach der Fahrt Flixbus eine Mail, verwies auf den Verstoß gegen genanntes Fahrgastrecht und forderte eine Entschädigung in Form einer anteiligen Erstattung der Fahrpreiskosten (die Fahrt kostete zwölf Euro, es war also mehr ein Herzensprojekt).

Flixbus verweigerte. Daraufhin wandte ich mich, wie in der Verordnung beschrieben, an die nationale Durchsetzungsstelle für Fahrgastrechte. Im Falle Deutschlands also an das Eisenbahn-Bundesamt.

Die Durchsetzungsstelle bestätigte mir, dass gegen mein Fahrgastrecht verstoßen wurde und versicherte mir, dass dies nach geltendem Recht keine Konsequenzen für den Beförderer hätte.

Die Antwort der Durchsetzungsstelle auf meine Frage, worin dann der Sinn dieses Fahrgastrechtes läge, würde ich gerne mit Ihnen teilen: "Die Verordnung (EU) 181/2011 über die Fahrgastrechte im Kraftomnibusverkehr wurde nicht vom Eisenbahn-Bundesamt oder vom deutschen Bundestag verabschiedet. Hierbei handelt es sich um eine Verordnung der Europäischen Union. Weshalb die Kommission keine Entschädigungen - wie in Ihrem Reisefall - geregelt hat, entzieht sich der Kenntnis des Eisenbahn-Bundesamtes. Insofern kann ich Ihre Frage - (nach dem Sinn dieses Rechtes) - nicht beantworten."

Ralf Schmidtner

Hirschaid



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