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Rödental

Unkompliziert wäre anders

Langwierige Planungen bei der Bahn führen bei der Straße im Rödengrund zu einer Übergangslösung für den Bahnübergang, die mehr Probleme verursacht, als sie zu lösen im Stande ist.
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Der geplante Ausbau des Bahnübergangs im Rödengrund hat mit beachtlichen bürokratischen Hürden zu kämpfen. Foto: Rainer Lutz
Der geplante Ausbau des Bahnübergangs im Rödengrund hat mit beachtlichen bürokratischen Hürden zu kämpfen. Foto: Rainer Lutz

Über den hohen Buckel beim Überqueren des Bahnüberganges Im Rödengrund hat sich gewiss schon so mancher Verkehrsteilnehmer gewundert. Nun soll er entschärft werden. Doch das ist nicht so einfach, wie es ein Laie vermuten könnte, wie sich bei der Sitzung des Bausenats am Dienstag zeigte.

Im Grunde, das machten Vertreter der Bahn deutlich, hätte der Übergang längst ganz anders ausgebaut werden müssen. Spätestens nämlich, seit die ICE-Züge über diese Strecke von und nach Coburg einschleifen, erfüllte er nicht die technischen Anforderungen, die das Eisenbahnbundesamt verlangt. Schnelle Änderungen sind im Eisenbahnwesen nicht unbedingt Normalität, das war wohl auch der Behörde bewusst. Wie von der Projektleitung für den Ausbau des Übergangs zu hören war, wurde eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Für zwei Jahre durfte der Übergang so bleiben wie er war - seit 1957, wie es hieß.

Seither gab es Ortstermine und Besprechungen. Doch zum Ende der Frist, im Oktober dieses Jahres, das war offensichtlich, würde der Übergang nicht in der geforderten Weise umgebaut sein. Eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung würde es aber auch nicht geben. Das schließt das Eisenbahnbundesamt aus. Mit einer Genehmigung der eingereichten Pläne rechnet die Projektleitung aber nicht vor Ablauf von eineinhalb Jahren.

Es galt die Schließung des Überganges zu vermeiden. Die vorgeschlagene Lösung nennen die Planer einen "eins zu eins Ersatz". Gemeint ist die Sicherheitstechnik am Übergang, die schlicht gegen eine neue ausgetauscht wird. So kann der Übergang weiter genutzt werden. Doch ein paar Sicherheitsbedenken müssen ausgeräumt werden, und damit fangen die Probleme an.

Weil vor allem Sattelzüge Gefahr laufen, auf dem Buckel aufzusitzen, muss der wenigstens einigermaßen entschärft, sprich abgefräst werden. Die Stadt muss Stellung nehmen und bestätigen, dass es in den vergangenen zehn Jahren dort weder wegen des Buckels noch wegen der zu geringen Fahrbahnbreite Unfälle gegeben hat.

"Es hat dort Unfälle gegeben aber nicht wegen der geringen Fahrbahnbreite", sagte Bürgermeister Marco Steiner (FW). Der Buckel zeigt Spuren, die nahe legen, dass er für den einen oder anderen Schaden verantwortlich gewesen sein dürfte. Doch gemeldet wurde kein derartiger Unfall.

Problemfall Lkw

Soweit die kleineren Probleme. Ein größeres betrifft vor allem ein dort ansässiges Unternehmen. Will ein Lkw-Fahrer Werkstatt oder Waschanlage des Betriebsgeländes ansteuern, muss er von oben kommend gleich nach dem Bahnübergang links abbiegen. Das ging bisher gut.

Nun soll aber die Gefahr beseitigt werden, dass er womöglich über den Übergang fahren und links abbiegen will, dort aber nicht weiter fahren kann, weil Autos vor dem Übergang angehalten haben, dann könnte das Heck des Lkw noch auf der Schiene stehen, wenn der Zug kommt. Zumindest theoretisch. Daher soll es künftig untersagt werden, nach dem Übergang links auf das Werksgelände abzubiegen.

Der betroffene Unternehmer argumentierte, dass die Fahrer ja bisher auch sehen, ob sie abbiegen können und vor dem Übergang stehen bleiben, wenn sie eben nicht abbiegen können. Wenn aber Lkw bis zum Vollausbau in ein paar Jahren nicht links abbiegen dürfen und wegen Tonnagebegrenzung nicht über Waldsachsen anfahren können, sieht er seinen Betrieb gefährdet, weil er Werkstatt und Waschanlage unbedingt nutzen muss. Ein Wendeplatz wäre eine denkbare Lösung, ebenso eine andere Anbindung zur Zufahrt oder eben eine Verlegung der gesamten Werkstatt und der Waschanlage. Entschieden wurde auch am Dienstag nicht wie das Problem gelöst werden soll.

Schwer nachvollziehbar

Eine Ampel, die Autofahrer rechtzeitig vor dem Übergang stoppt, damit Platz zum Abbiegen bleibt, dürfen die Planer in der "eins zu eins Lösung" nicht vorsehen. Sie würde das Problem lösen, kommt aber erst im Zuge des Vollausbaus. Der Senat darf gespannt sein, wie eine für alle Betroffenen akzeptable Lösung aussehen wird.