Eyrichshof

Uniwell nennt konkrete Zahlen

Der Schlauchhersteller schafft in Eyrichshof neue Lagerkapazitäten, um beim Einstieg in die Sanitärbranche "just in time" liefern zu können. Bei einer Informationsveranstaltung wurden grundsätzliche Bedenken aus der Bevölkerung laut.
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So soll das geplante Hochregallager (vom FT rot gekennzeichnet) von der Bundesstraße 279 aus optisch wirken. Uniwell-Vertreter haben diese Computer-Darstellung bei der Versammlung am Dienstag vorgelegt, um die Ausmaße aus Sicht der Firma geradezurücken. Die Animation sei aufgrund amtlicher Höhenangaben erstellt und halte jeder Prüfung stand, sagten sie. Zuvor hatte die Bürgerinitiative eine eigene Grafik veröffentlicht, in der das geplante Gebäude laut Uniwell zu großdimensioniert dargestellt...
So soll das geplante Hochregallager (vom FT rot gekennzeichnet) von der Bundesstraße 279 aus optisch wirken. Uniwell-Vertreter haben diese Computer-Darstellung bei der Versammlung am Dienstag vorgelegt, um die Ausmaße aus Sicht der Firma geradezurücken. Die Animation sei aufgrund amtlicher Höhenangaben erstellt und halte jeder Prüfung stand, sagten sie. Zuvor hatte die Bürgerinitiative eine eigene Grafik veröffentlicht, in der das geplante Gebäude laut Uniwell zu großdimensioniert dargestellt wurde. Foto: Animation/Uniwell
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Ebern/Eyrichshof —  Über den geplanten Bau eines Hochregallagers und die damit notwendige Änderung des Bebauungsplans informierten am Dienstag die Stadt Ebern mit Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Vertreter der Firma Uniwell. 130 Bürger versammelten sich auf dem Vorplatz der Feuerwehr in Eyrichshof, darunter viele Sympathisanten der Bürgerinitiative (BI) gegen das Vorhaben.

Uniwell-Prokurist Johannes Bezdeka und der Leiter des Qualitätsmanagements, Thomas Limpert, gaben einen umfangreichen Einblick in die Entwicklung der Firma Uniwell und deren Zukunftspläne (der FT hat berichtet). Im Frühjahr 2018 wurde mit der Firma Kottmann aus Iserlohn ein jahrelanger Partner übernommen, der ebenfalls mit Rohr- und Schlauchsystemen auf dem internationalen Markt vertreten ist. Um den Anteil der Kunden in der Sanitärbranche zu stärken, werden neue Kapazitäten gebraucht, hieß es. Mit der Erweiterung sollen in der Produktion rund 35 neue Arbeitsplätze entstehen. Auch Prozesse, die noch in Iserlohn stattfinden, will man Stück für Stück nach Ebern verlagern.

Aktuell gibt es in Eyrichshof eine Lagerkapazität von gut 5000 Palettenstellplätzen, die für die Zukunft nicht ausreichen würden, so die Firmensprecher. Geplant sei der Bau in zwei Bauabschnitten. Zuerst wird die Halle eine Gesamtlänge von 130 Meter haben. Wenn der Platz dann immer noch nicht ausreichen sollte, kann in einigen Jahren der zweite Bauabschnitt folgen, der sich mit 70 Metern anschließen würde.

Mit 10 000 Stellplätzen im ersten Bauabschnitt und insgesamt 20 000 Stellplätzen im zweiten Bauabschnitt wäre die Firma gewappnet für die Zukunft, die sie in Ebern sieht. "Wir wollen den Standort stärken und sagen ,Ja‘ zu Ebern", sagte Bezdeka und erntete dafür großen Beifall, der nur durch einen Pfiff unterbrochen wurde.

Verkehrszuwachs

Zum Lkw-Verkehr informierte der Prokurist, dass momentan rund 25 Lkw anliefern und abholen. Im ersten Bauabschnitt werde sich der Verkehr wohl verdoppeln und mit Vollendung des zweiten Bauabschnittes geschätzte 75 Fahrzeuge pro Tag betragen, sagte Bezdeka.

Nicht glauben wollte das Hans-Peter Fuchs. Er geht davon aus, dass es dann wohl 100 Lkw werden. Der Geschäftsmann hat seine Metzgerei neben dem geplanten Hochregallager.

Mit dem zweiten Bauabschnitt plant die Firma auch Lkw-Stellplätze auf dem eigenen Gelände, auf denen die Fahrer bei Bedarf übernachten können. Parkstreifen an der Kreisstraße nach Fischbach hatte das Landratsamt aus Gründen der Verkehrssicherheit versagt.

Dass sich in Zukunft vermehrt Lkw durch Eyrichshof quetschen werden, prophezeite eine Anwohnerin. "Wir sind in einem Kleinod. Im Verhältnis zu anderen Straßen ist die B279 eine der wenigst befahrenen Bundesstraßen", erklärte dazu Bürgermeister Jürgen Hennemann. Er ist überzeugt davon, dass sich der Großteil des Verkehrs über die direkte Einmündung zur B279 abspielen werde.

Die vom BI-Mitverantwortlichen Adalbert Holzberg vermutete Fremdvermietung von Teilen des Hochregallagers versuchte Uniwell-Mitarbeiter Thomas Limpert zu entkräften. Die Kunden forderten Just-in-time-Lieferungen, so dass eine Lagerhaltung von Waren für acht Wochen notwendig sei. Johannes Bezdeka ergänzte, dass zur Zeit der Wert der eingelagerten Produkte rund 8 Millionen Euro betrage und damit dem doppelten des monatlichen Auftragsvolumens von rund 4 Millionen Euro entspreche.

"Wir sind nicht gegen Uniwell, sondern gegen die Änderung des Bebauungsplanes", stellte Holzberg klar und kritisiert die geplante Bauhöhe von 21 Metern statt der bisher erlaubten zehn Meter.

"Dieses Gewerbegebiet war nie für so einen Riesenbau ausgelegt", sagte Hermann Freiherr von Rotenhan, der den geplanten "Klotz" als extrem störend in der Landschaft bewertet.

Bürgermeister Hennemann konterte, dass das Gewerbegebiet sogar staatlich gefördert wurde, mit der Bedingung, dass sich produzierendes Gewerbe niederlasse. Dass der Bebauungsplan nun schon zum vierten Mal geänderten werden muss, liege in der Natur der Sache. Man sei nämlich bestrebt alle Gewerbetreibenden zu unterstützen, wenn es um Erweiterungen oder Neuansiedlungen gehe. Bauamtsleiter Josef Müller versicherte den Zuhörern, dass die Änderung des Bebauungsplanes sachgerecht abgewickelt werde und man sich an die verfahrensbedingten Vorschriften halten werde.

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