Fabrikschleichach

Uni-Station in Fabrikschleichach verfügt über neues Labor

Spannende Einblicke in das "Labor Wald" bekam der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Fahn (Freie Wähler) bei seinem Besuch im Steigerwald, der ihn vor allem zu...
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Der Doktorand Sebastian Vogel (Zweiter von links) erläutert sein Forschungsprojekt Landtagsabgeordnetem Hans-Jürgen Fahn (rechts), dem Leiter des Forstbetriebs Ebrach, Ulrich Mergner (Zweiter von rechts), und Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein (links). Hier der Versuchsaufbau im Garten der ökologischen Station.  Foto: sw
Der Doktorand Sebastian Vogel (Zweiter von links) erläutert sein Forschungsprojekt Landtagsabgeordnetem Hans-Jürgen Fahn (rechts), dem Leiter des Forstbetriebs Ebrach, Ulrich Mergner (Zweiter von rechts), und Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein (links). Hier der Versuchsaufbau im Garten der ökologischen Station. Foto: sw
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Spannende Einblicke in das "Labor Wald" bekam der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Fahn (Freie Wähler) bei seinem Besuch im Steigerwald, der ihn vor allem zur ökologischen Außenstation der Universität Würzburg nach Fabrikschleichach führte. Simon Thorn als Leiter der Station und Ulrich Mergner, der Leiter des Staatsforstbetriebs Ebrach, erläuterten, wie Forstbetrieb und Forschung Hand in Hand arbeiten, um den Lebensraum Wald weiter zu erforschen.
Hans-Jürgen Fahn kümmert sich um den Kreis Haßberge als Stimmkreisbetreuer mit, seit er vor neun Jahren in den Landtag gewählt wurde. Seit Jahrzehnten engagiert er sich laut einer Mitteilung der Freien Wähler als Naturschützer und ist daher interessiert an der Arbeit des Forstbetriebs Ebrach.
Etwas enttäuscht äußerte er sich darüber, dass der Beschluss des Umweltausschusses im Bayerischen Landtag zum Tritt-steinkonzept noch nicht umgesetzt wird. "Eigentlich sind die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten jetzt gefordert, ein Gesamtnaturschutzkonzept zu erstellen", erklärte der Abgeordnete. Fahn ist überzeugt von diesem integrierten Naturschutzkonzept, das die Artenvielfalt im Wirtschaftswald voran bringen soll. Gerade in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland, das gleichzeitig auf nachwachsende Rohstoffe setzt, sieht er hier den passenderen Ansatz für den Waldnaturschutz - eher als in Großschutzgebieten, die von der Fläche her oft gar nicht vorhanden sind, wie die Nationalpark-Diskussion zeige.
Welche Faktoren sich auf die Artenvielfalt auch im Wirtschaftswald positiv auswirken, das erforschen die Biologen, die im ehemaligen Forsthaus in Fabrikschleichach unter Professor Müller forschen. Für die Staatsforsten sei das eine ganz wichtige Einrichtung, erklärte Ulrich Mergner und mit Professor Müller sei die Zusammenarbeit nochmals intensiviert worden.
Neben der Forschung finden hier auch Block-Kurse für Biologie- und Lehramtsstudenten statt. "Da müssen wir aber manchmal bei der Bestimmung von Singvogelarten beginnen", erklärte Thorn schmunzelnd beim Rundgang. Immer wieder sei ein solcher Unterricht wie in Fabrikschleichach für einzelne Studenten der erste echte Kontakt mit der Natur.
Neben Dr. Thorn sind hier derzeit vier, ab Herbst fünf Doktoranden mit Forschungsarbeiten beschäftigt. Fahn zeigte sich beeindruckt von der kleinen, aber feinen Forschungseinrichtung. Sehr stolz ist Thorn auf das neue Labor, das derzeit eingerichtet wird, denn dann werden die Forscher in Fabrikschleichach auch DNA-Analysen erstellen können, bis auf den allerletzten Schritt der Sequenzierung. "Wir haben dann hier das gleiche Niveau wie in Würzburg", erklärte der Leiter.
Auch hat die Forschungsstation seit vielen Jahren einen direkten Glasfaseranschluss. So vereint das historische Gebäude moderne wissenschaftliche Rahmenbedingungen mit dem idealen Standort mitten im Forschungsgebiet.


Totholz im Garten

Schon im Garten der ökologischen Station gibt es jede Menge Anschauungsmaterial: liegendes und stehendes Totholz, Steinlesehaufen und Versuchsanordnungen wie die von Doktorand Sebastian Vogel. Sein Forschungsprojekt lautet "Licht und Schatten - Optimierung von Naturschutzmaßnahmen für xylobionte Käfer". Es gibt 145 Holzkäferarten, dazu rund 80 Spinnen und 28 Pilzarten mit Fruchtkörpern, die ebenfalls von Holz leben. Die meisten tot-holzbewohnenden Arten sind vom Aussterben bedroht. Einiges konnte schon erreicht werden, so dass beispielsweise der Ästige Stachelbart im Steigerwald wieder großflächig vorkommt, auch im Wirtschaftswald. "Wir kennen die Habitatstrukturen,", erklärte Ulrich Mergner. Dass der Stachelbart starkes Totholz braucht, weil er in der Verwertungskette ziemlich spät an die Reihe kommt, ist bekannt. Seit mehr starkes Totholz liegen bleibt, gibt es auch den Stachelbart wieder öfter.
Den ersten Nachweis im Wirtschaftswald hatte die Gemeinde Rauhenebrach, wie Bürgermeister Matthias Bäuerlein nicht ohne Stolz betonte. Auch er nutzt gerne die Gelegenheit, den Forschern in der Station über die Schulter zu schauen. sw

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