Bamberg

Uni begrüßt Martin Friesl

Der Professor ist neuer Lehrstuhlinhaber der Betriebswirtschaftslehre.
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Martin Friesl Foto: Universität
Martin Friesl Foto: Universität

Einzelne Personen können in Unternehmen starke Veränderungen herbeiführen, wie Prof. Martin Friesl in seinen Forschungsprojekten zeigt. Er ist seit dem 1. August neuer Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisation, an der Universität Bamberg. Im Interview stellt er sich vor und schildert, was Bamberg mit der englischen Stadt Lancaster gemeinsam hat.

Wo sind Sie geboren und aufgewachsen?

Martin Friesl: Ich bin in Regen im Bayerischen Wald geboren. Aufgewachsen bin ich dort in einem kleinen Dorf namens Langdorf. Das liegt im Südosten von Bamberg, sehr nahe an der tschechischen Grenze.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Solange ich mich zurückerinnern kann, wollte ich immer Lehrer werden. Nach dem Realschulabschluss habe ich erstmal eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Anschließend habe ich das Abitur an einer Berufsoberschule nachgeholt und an der Ludwig-Maximilians-Universität München Wirtschaftspädagogik studiert - mit dem Ziel, Lehrer zu werden.

Haben Sie während des Studiums gemerkt, dass Sie in der Forschung arbeiten möchten?

Es hat für mich einen entscheidenden Moment gegeben: Ich fand ein Pflichtseminar über Wissenschaftstheorie und Methoden richtig toll. Außerdem gab es am Lehrstuhl in München einen Doktoranden, der wie ich nach seiner Lehre zum Bankkaufmann das Abitur nachgeholt hatte, was ich sehr inspirierend fand. Direkt nach dem Studium habe ich dann angefangen zu promovieren.

Zu welchen Themen forschen Sie seitdem?

An der Universität Bamberg bin ich Professor für BWL, insbesondere Organisation. In meiner Forschung sowie in der Lehre beschäftige ich mich vor allem mit der strategischen Führung von Organisationen. Ich interessiere mich für die langfristige Neuausrichtung von Unternehmen. Mich treibt vor allem ein Thema um: Wie können Firmen proaktiv mit Veränderungen umgehen, anstatt auf Krisen reagieren zu müssen? Ich zeige in meinen Forschungsprojekten, dass es oft einzelne Personen oder kleine Personengruppen sind, die starke Veränderungen herbeiführen können.

Was war Ihr erster Eindruck von der Universität Bamberg?

Meinen allerersten Eindruck hatte ich in der Cafeteria in der Feldkirchenstraße. Ich kann mich noch erinnern, dass sich dort Studenten auf eine Prüfung vorbereitet haben. Und ich war ziemlich beeindruckt von ihren ernsthaften Gesprächen. An der Universität insgesamt gefällt mir, dass sie einen sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt hat.

Und was gefällt Ihnen an Bamberg?

Bamberg ist so groß wie Lancaster, wo ich in den vergangenen Jahren als Professor für Strategisches Management gearbeitet habe. Beide Städte haben eine lange Geschichte und die Universitäten sind ähnlich groß. Das gefällt mir. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es auch mag, wie hilfsbereit und freundlich die Menschen in Bamberg sind.

Was möchten Sie in Bamberg unbedingt noch erreichen?

Zunächst habe ich die Chance, diesen Lehrstuhl aufzubauen, der für einige Jahre vertreten worden ist. Ich habe hier sehr viel Gestaltungsspielraum. In den nächsten Jahren möchte ich meine laufenden Forschungsprojekte zusammen mit Doktoranden weiterbearbeiten. Und ich würde gerne ein starkes Netzwerk zur lokalen, regionalen und überregionalen Industrie aufbauen. Das Gespräch führte Patricia Achter.

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