Untersteinach

Ungewohnte Harmonie in Untersteinach

Der Gemeinderat hat einstimmig einen Rekord-Haushalt verabschiedet. Das Volumen des Verwaltungshaushaltes beträgt 3,8 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt bringt es auf 1,8 Millionen Euro.
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Der Gemeinderat Untersteinach hat einen Rekord-Haushalt verabschiedet. Symbolbild: Daniel Reinhardt/dpa
Der Gemeinderat Untersteinach hat einen Rekord-Haushalt verabschiedet. Symbolbild: Daniel Reinhardt/dpa

Der Untersteinacher Gemeinderat hat zu einer sachlich fundierten, konstruktiven Zusammenarbeit zurückgefunden. Dies zahlte sich bei der Verabschiedung des Haushaltes aus. In nur knapp einer Stunde hatten die Räte einen Rekordhaushalt auf den Weg gebracht und damit die Weichen für eine positive Zukunft gestellt.

Kämmerer Harald Kleiber nutzte die Gelegenheit, um auf die Einwohnerentwicklung zurückzublicken. Das Tief bei den Einwohnerzahlen scheint überwunden. Die Einwohnerzahlen sind von 1805 im Jahr 2015 auf 1834 im vergangenen Jahr angestiegen. Auch im Vergleich zum Vorjahr sei ein Plus zu verzeichnen.

Gestiegen sei auch das Haushaltsvolumen. Der Verwaltungshaushalt liegt knapp 300 000 Euro höher als im Vorjahr und hat ein Volumen von 3,805 Millionen Euro. Auf der Einnahmenseite ist von weiter steigender Einkommenssteuer und Gewerbesteuer auszugehen. Im vergangenen Jahr stieg die Gewerbesteuer auf 609 000 Euro - von 462 541 Euro im Vorjahr. In diesem Jahr plant die Gemeinde mit 750 000 Euro. Positiv für die Gemeinde ist außerdem der hohe Beschäftigungsgrad der Bevölkerung. Die Einkommenssteuerbeteiligung steigt stetig an. "Aber wie gewonnen, so zerronnen", sagte der Kämmerer zum Thema Ausgaben. Denn obwohl die Kreisumlage gesenkt worden ist, muss die Gemeinde Untersteinach aktuell 762 955 Euro an den Landkreis zahlen.

Kosten gesenkt

Allerdings konnten im Haushalt die Kosten für das Stammpersonal sowie die Kosten für die Verwaltung und den Betrieb gesenkt werden. Die größten Ausgabenposten sind die VG-Umlage (331 082 Euro) sowie die Abwasserzweckverbandsumlage (250 000 Euro). "Aber wir planen mit einer Zuführung an den Vermögenshaushalt von 810 622 Euro", erklärte der Kämmerer das umfangreiche Zahlenwerk.

Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 1,8 Millionen Euro. Die größten Ausgabenposten sind die Erweiterung der Krippe (300 000 Euro), der Tiefbau Teich (200 000 Euro) sowie die Ertüchtigung der Wasserversorgungseinrichtungen (250 000 Euro). Für Straßensanierungen sind in diesem Jahr 70 000 Euro eingeplant.

Auf der Einnahmenseite rechnet die Gemeinde mit Zuschüssen zur Verbesserung der Wasserversorgung in Höhe von einer Viertelmillion Euro, mit 180 000 Euro Zuschuss für die Dorferneuerung sowie mit pauschalen Investitionszuweisungen in Höhe von 134 470 Euro.

"Wir haben eine hervorragende Zuführungsrate. Gut ist, dass die Gewerbesteuereinnahmen fließen und dass wir auch eine Erhöhung der Einkommenssteuerbeteiligung haben. Das spricht für Untersteinach", freute sich der Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD).

"Wir haben die Ausgaben mit Sorgfalt geschätzt und die Entwicklung der Pro-Kopf-Verschuldung ist auch haltbar", sagte Cornelia Wehner (SPD) kurz und knapp.

"Der Haushalt ist akzeptabel. Unsere Steuersätze bleiben seit Jahren gleich und die Zuführung zum Vermögenshaushalt ist auch erfreulich: über 800 000 Euro, das kann sich sehen lassen", kommentierte Alfred Vießmann (UBG).

"Dass die Personalkosten und die sachlichen Verwaltungs- und Betriebskosten gesenkt werden konnten, ist sehr erfreulich", sagte Reiner Seiffert (CSU) zum Zahlenwerk. Die Finanzplanung der nächsten Jahre sei durch die Investitionen in die Wasserversorgung geprägt.

Auch Gemeinderat Markus Weigel (FW-WGU) stimmte dem Haushalt auf Anhieb zu. Weigel hinterfragte zwar einige Investitionen und regte an, möglicherweise mehr Geld für die Straßensanierung einzuplanen. Doch Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) konnte ihn beruhigen, dass sicherlich noch Luft im Haushalt sei. Erst müsse geklärt werden, wo die Kanäle ertüchtigt werden müssen, danach könne man auch gezielt Straßensanierungen in Angriff nehmen.

Der Schuldenstand der Gemeinde wird im Laufe des Jahres ansteigen. Ende 2019 wird er bei 1,187 Millionen Euro liegen, aktuell liegt er bei knapp 900 000 Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 658 Euro pro Einwohner am Ende des Haushaltsjahres. Der Landesdurchschnitt liegt bei 663 Euro. "Wir sind im Landesdurchschnitt", so der Kämmerer. Die Steuern bleiben auf dem bisherigen Niveau: Die Grundsteuer bleibt bei 300 v.H., die Gewerbesteuer bei 330 v.H. Als Höchstbetrag für die Kassenkredite wurden 1,2 Millionen Euro festgesetzt.

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