leserbriefe

Undemokratisch überrumpelt

Zum Artikel "Es braut sich was zusammen" (BR vom 10./11. März) erhielten wir folgende Zuschrift: Am 19. Februar fand eine denkwürdige Raiffeisen-Mitgliederv...
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Zum Artikel "Es braut sich was zusammen" (BR vom 10./11. März) erhielten wir folgende Zuschrift:

Am 19. Februar fand eine denkwürdige Raiffeisen-Mitgliederversammlung in Schwarzach statt, bei der ich als Mitglied anwesend war. Seitens des Vorstands wurde den Mitgliedern und auch den anwesenden Mitgliedervertretern eröffnet, dass etliche Filialen im Landkreis Lichtenfels und auch die Filiale Schwarzach im Landkreis Kulmbach zum 30. Juni 2018 geschlossen werden. Davon stand jedoch nichts in der Einladung zur Mitgliederversammlung.
Einer der neu gewählten Vertreter bedankte sich für das Vertrauen, lehnte aber seine Wahl mit folgender Begründung ab: "Für was braucht man noch Vertreter, wenn man unter solchen Umständen überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt wird?"
Dieser Mann, dessen Namen ich nicht mehr weiß, verdient meinen vollen Respekt. Und anstatt von der Bankenseite mal über das undemokratische und diktatorische Vorgehen nachzudenken, wurde nicht viel Federlesens gemacht, sondern sofort ein Nachfolger bekanntgegeben.
Ich fragte auf der Versammlung den Vorstand der Bank, was denn mit den Angestellten nun passiert, ob sie entlassen werden. Darauf wurde mir gesagt, dass niemand entlassen wird - ganz im Gegenteil, man brauche noch mehr Mitarbeiter. Der zweite Teil dieses Satz führte zu großer Verwunderung an unserem Tisch. Mehr Leute einstellen trotz Filialschließung? Die Verwunderung wurde noch größer, als die Verantwortlichen auf sachliche Nachfragen anderer Mitglieder nur um den heißen Brei herum geantwortet haben.
Ich denke, der Vorstand wurde vom Widerstand der Mitgliederversammlung doch mehr als überrascht. Für Kopfschütteln sorgte auch die Ankündigung, dass sogar der Geldautomat und der Kontoauszugsdrucker in Schwarzach abgebaut werden sollen, weil sie zu teuer kommen. Kontoauszüge könnten dann mit der Post versendet werden, so wurde es gesagt. Sollen die Leute in Zukunft also zum Online-Banking gezwungen werden? Dann kann man aber auch zu einer Bank gehen, die gleich ein kostenloses Konto anbietet ...
Mit Stolz wurde auch verkündet, dass der Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden abgeschafft wird. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass die beiden verbliebenen Vorstände der Bank sich nun dessen Gehalt teilen werden. Wird auf der Vorstandsseite letztendlich doch nichts eingespart?
Im Endeffekt muss jeder Kunde selber entscheiden, ob die Raiffeisenbank Obermain Nord jetzt noch die passende Bank für ihn ist. Denn nur so kommen die Herren von ihrem hohen Ross herunter. Meine Entscheidung jedenfalls ist gefallen.
Sigurd Erhardt
Fassoldshof
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